Weitere Kreise
 
 
Gedenkstiftung Zeichen einer gesellschaftlichen Verantwortung
Jens Noll, 01.02.2012 07:00 Uhr
Mit ihrem Video belegen  fünf Schülerinnen des Dietrich- Bonhoeffer-Gymnasiums einen der ersten Plätze. Lehrer Andreas Bohner (zweiter von links) zeigt die Urkunde Foto: Jens Noll
Mit ihrem Video belegen fünf Schülerinnen des Dietrich- Bonhoeffer-Gymnasiums einen der ersten Plätze. Lehrer Andreas Bohner (zweiter von links) zeigt die Urkunde Foto: Jens Noll

Filder - Schule ist gesellschaftsprägend“, sagt Günter Klein, der Leiter des Staatlichen Schulamts Nürtingen. „Sie ist sowohl Empfänger als auch Schöpfer gesellschaftlicher Verhältnisse.“ Mit einer Gastrede hat sich Klein am Montag im Bürgerhaus in Plattenhardt zu den diesjährigen Preisträgern der Gedenkstiftung „ Gemeinsame Erinnerung – gemeinsame Verantwortung für die Zukunft “ gewandt.

Die 2008 von Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt ins Leben gerufene Stiftung hat zum zweiten Mal Fördergelder ausgeschrieben, mit denen beispielgebende Projekte gewürdigt werden. Diese sollen im Sinne des Stiftungszweckes das Gedenken an den Holocaust bewahren oder das soziale Miteinander fördern. Gegründet wurde die Stiftung zum Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers, das sich 1944 und 1945 am Flughafen befand.

Beeindruckendes Video

Ausgewählt wurden die mit insgesamt 3500 Euro prämierten Projekte vom zehnköpfigen Stiftungsrat, in dem Vertreter aus beiden Städten sitzen. „Es ist uns nicht leicht gefallen, eine Auswahl zu treffen“, berichtet Marcel Konrad, der Vorsitzende des Stiftungsrats. „Alle Arbeiten sind gut.“

Drei erste Plätze mit einem Preisgeld von jeweils 700 Euro hat der Stiftungsrat vergeben. Besonders positiv hat die Jury ein Video bewertet, das fünf Schülerinnen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in Sielmingen gedreht haben. Der zwanzigminütige Dokumentarfilm untersucht die Kooperation zwischen zwei benachbarten, aber unterschiedlichen Schulen: dem Gymnasium und der Pestalozzischule, einer Förderschule. Auch kritische Punkte werden in dem Projekt beleuchtet. „Der Film versucht, Probleme und Lösungen dieser Kooperation aufzuzeigen“, erklärt Tanja Schäfer, eine der beteiligten Schülerinnen.

Ein anderes Projekt mit Beteiligung des DBG belegte ebenfalls einen ersten Platz. Dabei handelt es sich um einen gemeinsamen Schullandheim-Aufenthalt auf der Schwäbischen Alb mit einer Schulklasse von körperlich und geistig behinderten Kindern der Diakonie Stetten. Besonders prägend für die Gymnasiasten war der Ausflug in einen Klettergarten. „Da haben wir mehr Verantwortung übernehmen müssen, was aber gar nicht schlimm war“, erzählt Nathalie Seiß.

„Wunderbare Zeichen“

Einen Kanuausflug mit Jugendlichen aus zehn verschiedenen Nationen und unterschiedlichen Schulen haben Christoph Hornung und Tobias Kempe im vergangenen Sommer organisiert. Dafür wurden die Mitarbeiter des Jugendcafé Domino in Echterdingen ebenfalls mit dem ersten Platz bedacht. Der zweite Preis ging an Zehntklässler des Eduard-Spranger-Gymnasiums in Bernhausen. Sie werteten Interviews mit Holocaust-Überlebenden aus und zeichneten die Biografie von zwei italienischen Häftlingen des KZ-Außenlagers nach. Mit den beiden dritten Preisen wurde die Ausstellung „Rechtsextremismus? – Nicht mit mir!“ im Bildungszentrum Seefälle Bonlanden sowie ein Kooperationsprojekt zwischen dem DBG und der Jahnschule Harthausen gewürdigt.

Filderstadts Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker richtete lobende Worte an die Preisträger: „Sie machen ihre Projekte nicht nur, weil es Geld gibt, sondern, weil Sie etwas aussagen wollen.“ Der Gastredner Klein schloss sich dem Lob für die Werke an: „Das sind wunderbare Zeichen einer gesellschaftlichen Verantwortung, die Sie wahrgenommen haben.“

Kommentare (1)
Anzeigen
FEB
01
"Gutmensch", 08:37 Uhr

Was soll das?

Was soll das denn schon wieder? Hat man denn niemals Ruhe vor diesem "Gutmenschentum"? Die sollten sich mal mit den wahren Problemen von heute befassen und damit meine ich nicht den angeblichen "Rechtsextremismus"!

0
Kommentar bewerten