Gemeinschaftsschulen Unter den 28 Neuen ist kein Gymnasium

Von red/dpa 

Mit den 28 Neuen sind es bald 300 Gemeinschaftsschulen, in denen Kinder im Südwesten gemeinsam lernen sollen. Doch noch immer mangelt es beim neuen Konzept an Gymnasien.

In Baden-Württemberg kommen 28 neue Gemeinschaftsschulen dazu. (Symbolfoto) Foto: dpa
In Baden-Württemberg kommen 28 neue Gemeinschaftsschulen dazu. (Symbolfoto)Foto: dpa

Stuttgart - Mit 28 genehmigten neuen Gemeinschaftsschulen ist der niedrigste Wert nach dem Start der neuen Schulart im Jahr 2012 erreicht. Nach 41 Starterschulen im Schuljahr 2012/2013 hatte es in der zweiten Genehmigungsrunde mit 87 Schulen einen Höhepunkt gegeben. Mit den Neulingen wird es im kommenden Herbst 299 Gemeinschaftsschulen im Südwesten geben. „Qualität geht vor Quantität“, kommentierte eine Sprecherin von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Montag in Stuttgart die niedrige aktuelle Genehmigungszahl. Überdies existiere bereits ein flächendeckendes Netz der „Schulen für alle“.

Schüler mit Grundschulempfehlung für Gymnasium, Real- und Hauptschule lernen hier zusammen, wobei der Schwerpunkt auf individueller Förderung liegt. Grün-Rot setzt darauf, dass leistungsstarke Schüler schwache mit sich ziehen. Deshalb ist es wichtig, dass die Gemeinschaftsschulen auch Schüler mit der Empfehlung fürs Gymnasium anziehen.

Gymnasium Mangelware

Weiterhin gibt es kein Gymnasium, das auf die neue Pädagogik umstellen will. Auch die Realschulen sind zurückhaltend. Unter den genehmigten Schulen ist nur eine, die Bertha-von-Suttner-Realschule in Stuttgart. Hinzu kommen zwei Realschulen in Reutlingen, die bislang schon mit einer Werkrealschule verbunden waren. Alle anderen Gemeinschaftsschulen in spe sind Werkrealschulen beziehungsweise Grund- und Werkrealschulen.

Dem Ministerium lagen 33 Anträge vor. Fünf davon wurden abschlägig beschieden, weil die pädagogischen oder baulichen Voraussetzungen oder die Mindestzahl von 40 Schülern der Eingangsstufe nicht erfüllt wurden.

Die von Grün-Rot eingeführte Gemeinschaftsschule ist in der Landespolitik höchst umstritten. Die CDU will im Fall einer Regierungsübernahme keine neue mehr genehmigen. Stoch wies aber darauf hin, dass die Schulart auch in Kommunen mit CDU-Bürgermeistern auf „breite Akzeptanz“ trifft. Grün-Rot hatte die Schulart auch eingeführt, um im ländlichen Raum unterschiedliche Schulabschlüsse anbieten zu können, neben dem Hauptschul- auch den Realschulabschluss - und bei ausreichender Schülerzahl auch das Abitur.