Gendoping
Dopingsündern zuvorkommen
Michael Petersen,
03.09.2010 10:37 Uhr
Foto: dpa
""Manche Sportler kommen auch mit konventionellen Dopingmethoden wunderbar übers Jahr.""
Perikles Simon, Sportmediziner Uni Mainz
Noch in Tübingen hat Simon ein Verfahren entwickelt, mit dem sich geringste Spuren körperfremder DNA im Blut nachweisen lassen. Im Versuch mit Mäusen konnte man noch zwei Monate nach einer Genspritze in die Muskulatur zuverlässig unterscheiden, bei welchen Tieren Gendoping stattgefunden hat und bei welchen nicht. Simon spricht von einem direkten Verfahren, das selbst winzige Spuren künstlichen Erbguts sichtbar werden lässt.
Das Verfahren wurde zum Vergleich auch bei 327 Leistungs- und Freizeitsportlern ausprobiert, die außer Verdacht standen, Gendoping angewandt zu haben. Genau dies hat der Test bestätigt; die Gefahr eines falschen Alarms ist demnach gering.
Noch dopen Sportler konservativ
Warum der illegale Bereich des Sports dem bisher als nicht nachweisbar geltenden Gendoping nicht zugesprochen hat, begründet Simon so: "Manche Sportler kommen auch mit konventionellen Dopingmethoden wunderbar übers Jahr." Die Welt-Antidopingagentur hat die Arbeiten an dem Gendopingtest während der letzten vier Jahre mit 980.000 Dollar gefördert.
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