Genehmigungen für Stuttgart 21 Zähe Verfahren bremsen die Bahn

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Im November tritt der Lenkungskreis zu Stuttgart 21 das nächste Mal zusammen. Im anlaufenden Landtagswahlkampf ist kaum mit weiteren Hiobsbotschaften zu rechnen. Doch ganz so rund läuft es bei dem Projekt derzeit nicht.

Am Rand des Rosensteinparks hat die Bahn mit Erdarbeiten begonnen. Foto: Lg/Piechowski
Am Rand des Rosensteinparks hat die Bahn mit Erdarbeiten begonnen.Foto: Lg/Piechowski

Stuttgart - Am 4. November tritt der Lenkungskreis zu Stuttgart 21 das nächste Mal zusammen. Im allmählich anlaufenden Landtagswahlkampf ist im Blick auf Kosten- und Terminpläne für den milliardenschweren Umbau kaum mit weiteren Hiobsbotschaften zu rechnen. Doch ganz so rund, wie es die Bahnverantwortlichen ihren Projektpartnern von Land, Region und Stadt verkaufen, läuft es bei dem Projekt derzeit nicht. Viele Genehmigungsverfahren sind zäher als von den Planern erhofft. Nun gibt es auch noch atmosphärische Störungen mit Verantwortlichen im Rathaus. Ein Baustellenrundgang.

In Wangen darf bisher nachts nicht gesprengt werden

Wangen Die Bahn gräbt unter dem Neckarvorort ihre Röhre, die einmal Obertürkheim mit dem Durchgangsbahnhof verbinden soll. Da nachts im Tunnel nicht gesprengt werden darf, meißeln die Mineure, was über Tage so laut ist, dass die Bahn lärmgeplagten Anwohnern einen vorübergehenden Umzug ins Hotel angeboten hat. Parallel dazu wollte man sich um die Genehmigung bemühen, auch nachts mit Sprengstoff arbeiten zu dürfen. „Darüber sprechen wir mit der Landesbergdirektion“, sagt der für den Abschnitt verantwortliche Ingenieur Günter Osthoff. Die Behörde gehört zum Regierungspräsidium (RP) Freiburg. Dorthin hat die Bahn am Montag die entsprechenden Anträge geschickt – der Ausgang ist offen.

Am Rosensteinpark hapert es mit dem Naturschutz

Ehmannstraße Am Rand des Rosensteinparks wollte die Bahn ursprünglich eine große Grube öffnen, weil in diesem Bereich ein kompliziertes Bauwerk entstehen muss, in dem sich unterirdisch die Tunnel für die S-Bahn- und die Fernbahngleise kreuzen. Das Problem: In den dort stehenden Bäumen ist der geschützte Juchtenkäfer nachgewiesen worden, was die Gewächse unantastbar macht. Die Bahn hat daraufhin umplanen müssen und geht nun von zwei kleineren Gruben, so genannten Zwischenangriffen aus. Eine soll nach wie vor am Rosensteinpark entstehen, die andere auf dem Gelände des heutigen Abstellbahnhofs. Bereits im April hatte S-21-Chef Manfred Leger im StZ-Interview angekündigt, diese Pläne alsbald mit dem Eba besprechen zu wollen. Formal ist die Änderung aber noch nicht beantragt. „Hierzu liegt uns kein Antrag vor“, heißt es dazu vom Eba. Die Bahn räumt das ein und erklärt die lange Vorbereitungszeit mit der Komplexität des Vorhabens. Ein Verzug sei aber nicht zu erwarten. „Die Bearbeitungsdauer befindet sich im Zeitplan“, sagt ein Projektsprecher auf Nachfrage. In den vergangenen Tagen hat die Bahn erste Erdarbeiten ausgeführt. Diese seien von der bestehenden Baugenehmigung abgedeckt.

Schleppender Baufortschritt am Durchgangsbahnhof

Durchgangsbahnhof Durch den schleppenden Baufortschritt erlöschen bei der Bahn auch hin und wieder bereits erteilte Genehmigungen. So im Bereich des Durchgangsbahnhofs, wo sie erneut die Standfestigkeit des Trogbauwerks nachweisen muss, ehe sie die erste Bodenplatte des Bahnhofs betonieren darf. Eine bereits erteilte Genehmigung gilt seit 2014 nicht mehr, da sich die Vorgaben geändert hatten. Nun muss die Bahn unter anderem den Nachweis der Erdbebensicherheit führen. Einen Baustopp zieht das fehlende Papier allerdings nicht nach sich. Denn um mit dem Gießen der Bodenplatte beginnen zu können, müssen ohnehin noch weitere Vorarbeiten erledigt werden.

So arbeitet die Bahn in diesem Bereich etwa derzeit an der Tieferlegung eines Abwasserkanals. Dabei müsse größte Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Denn ist erst einmal die Bodenplatte darüber betoniert, komme man nicht mehr an den Kanal, erklärt ein Projektsprecher. Zudem müssen noch weitere, den Bahnhofsbereich querende Leitungen verlegt sein, ehe überhaupt der erste Beton fließen kann. Dafür befinde man sich derzeit im Freigabeverfahren beim Eba. Dessen ungeachtet haben Berichte über die fehlende Genehmigung die Alarmglocken im Rathaus läuten lassen. OB Fritz Kuhn (Grüne) reagiert irritiert „Ich wundere mich. Statt sich selbst zu loben, sollten die Bahn und ihre Planer lieber ihre Hausaufgaben machen.“ Die Begutachtung der ersten Kelchstütze in der vergangenen Woche ist nach Angaben eines Stadtsprechers bei Kuhn nicht gut angekommen. Der OB formuliert die Erwartung, dass die Bahn sich spätestens im Lenkungskreis zur fehlenden Genehmigung und zu den Folgen für den Zeitplan erklären. Fildertunnel Auch ganz im Süden der Stadt muss die Bahn kämpfen. An der Tunnelvortriebsmaschine im Fildertunnel ist die sogenannte Förderschnecke gebrochen. Das Gerät transportiert das abgegrabene Erdreich. Für die Reparatur veranschlagt die Bahn 14 Tage.

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127 KommentareKommentar schreiben

nicht freigeg. (Ded)"Aufregung" für wenige Tage - hat sich wirklich gelohnt!: Zuerst wird ein Skandal-Thema aufgemacht, das gar keines ist. Und dann herrscht das Schweigen im Walde. Das EBA hat letzte Woche die Statik geprüft und einen positiven Bescheid auf den Weg gebracht. Wo ist die entsprechende Meldung?

Na wenn Sie es schon wissen: dann veröffentlichen Sie die Fakten doch. Aktenzeichen, Autor und offiziellen Veröffentlichungsvermerk nicht vergessen.

Nun ja, Baurecht hin oder her, Durchwinken eines nicht greifenden Brandschutzes hin und her: Die aktuellen Schwierigkeiten, mit denen sich die Bahn derzeit rumschlagen muß, sind enorm. Vom Lärmschutz mal abgesehen entwickelt sich das Hallendach wohl zu einem sehr ernsten Problem. Vielleicht kommt die Bahn doch noch auf den von unserer Seite diskutierten Vorschlag zurück, das Hallendach ganz wegzulassen und statt dessen überdachte Wartehäuschen aufstellt. Schließlich gilt ja lt. EBA und dessen Vize-Vorstand Schweinsberg der S21-Tiefbahnhof als Haltestelle. Und für eine Haltestelle ist so ein höchst kompliziert zu konstruierendes Hallendach völlig überdimensioniert. Dann fällt schon mal das komplizierte Brandschutzkonzept weg und das aufgeblähte Bauregelwerk pulverisiert sich hier vollends. Das ist doch was, das Herrn Biberles Ansicht voll entgegen kommt, oder nicht?--- Oben bleiben!

Vom Lärmschutz mal abgesehen entwickelt sich das Hallendach wohl zu einem sehr ernsten Problem.+++++: Wer von den wirklich "Wichtigen" und "Verantwortlichen" der Projektgemeinschaft sagt das ? +++ Ihre ureigene Meinung, die auf der Basis von "Nullahnung" besteht ist völlig uninteressant, Frau Gisela Müller

Ihre Frage ist falsch gestellt, da es sich um offizielle Pressemitteilungen handelt. Ihr Problem, wenn Sie diese ignorieren. ... Auch Ihre Meinung zu meiner Meinung ist falsch ausgelegt, denn es ging bei mir um einen Vorschlag. Und selbst mit diesem Vorschlag kann man Sie nun auch nicht zufireden stellen? Nun ja, Sie haben recht: Wen interessiert's noch? --- Oben bleiben!

Ihre Frage ist falsch gestellt, da es sich um offizielle Pressemitteilungen handelt. Ihr Problem, wenn Sie diese ignorieren. .++++: Ich bitte um die offizielle Pressemitteilung , in der "offiziell" hervorgeht, das dieses Hallendach "wohl zu einem sehr ernsten Problem wird", so ihre Aussage Frau Müller !! ++ Und offiziell ist nur was von der Bahn oder den Projektbetreibern und Planer, nicht vom Parkschützerforum oder "Wikidumi" oder sonstigen selbsternannten Fachexperten der Gegnerschaft ++ Ich hoffe die Frage habe ich jetzt richtig gestellt, zumindest so einfach, das auch sie diese verstehen müssten !

Aussage v. Hrn. Kruse: Ihre Antwort ist typisch für einen Befürworter dieses Unsinns S21. Nach meiner Erfahrung werden konkrete Argumente von ihnen grundsätzlich mit weit abliegenden Vergleichen beantwortet, die mit den örtlich bei S21 vorliegenden Umständen nicht das Geringste zu tun haben. Eine Lösung, die realisiert werden kann, haben sie nicht. Ausweichen, immer nur ausweichen... Und zu Ihrer Information: Wikidumi gibt es nicht, dagegen die nur auf realen Fakten beruhende Info-Plattform WikiReal, die von Wissenschaftlern und Technikern unter der Leitung ihres Leiters Dr. Christoph Engelhardt steht. Dieses Wissensportal empfehle ich Ihnen... Und jetzt: Immer oben bleiben!

"Nullahnung": Befürworter des Kopfbahnhofs decken Gefahren bei S21 auf. Manchmal führt die konstruktive Kritik auch zu Korrekturen. Die DB stellt die Fehlerbeseitigung Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart in Rechnung. Da Sie ja offensichtlich vom Fach sind, würden mich Gegenvorschläge interessieren, die das Projekt S21 fördern. Um das Niveau des Forums zu heben, unterlassen Sie einfach Ihre Beleidigungen.

Befürworter des Kopfbahnhofs decken Gefahren bei S21 auf. Manchmal führt die konstruktive Kritik auch zu Korrekturen....: Benennen sie wo die sogenannten S 21 Gegner "Gefahren" aufgedeckt haben ,durch die die Bahn sich veranlasst fühlte Korrekturen einzuleiten ! ---- Der Witz bei ihnen ist , das sie hier auch noch von "konstruktiver Kritik" schreiben , sie und ihre Mitstreiter sind einfach nur dagegen und wollen S 21 nicht , da ist nichts mit "konstruktiver Kritik" ! Sonst müsste sie ja einräumen am Ende S 21 doch zu akzeptieren !

"Lohnschreiber der Bahn": Frau Müller, Herr Spitzer und Herr Jakob, habt ihr eigentlich mal nachgedacht,ob die Bahn tatsächlich in einem solchen kleinen Forum, in dem unentwegt (Pro und Contra) die gleichen 12 Leute posten, tatsächlich Geld für PR Zwecke investiert ? +++ Diese hirnrissigen Annahmen und ausschweifende Beiträge von diesen Herrschaften dazu, , sind lediglich einen Beleg dafür, das Ihr Euch komplett überschätzt und zu wichtig nehmt +++ Weder die Bahn noch Politiker lesen die Ergüsse die hier Tag aus und Tag ein von der Gegnerschaft verbreitet wird, von der Masse der Bevölkerung will ich erst gar nicht schreiben +++ Diese Forum dient einzig und alleine der StZ für ihre Onlinedienste Werbebanner zu beschaffen und das Geschäft floriert offensichtlich ++++ Ich hoffe das dieser Beitrag freigeschalten wird, denn solche Anschuldigen wie sie die erwähnten Herrschaften hier dauernd machen senken das Niveau des Forum und man soll das auch mal so schreiben dürfen, oder ist es der Redaktion lieber, wenn man hier völlig widerspruchslos einen solchen "Lohnschreiberquatsch" ständig hier verbereitet ? +++ Beweise haben diese Herrschaften ja ohnehin nicht und die Mode an falschen und unbewiesenen Anschuldigungen hat der Zeit in Deutschland zwar Hochkonjunktur, man sollte aber dennoch auch dagegen steuern dürfen und mal "Tacheles schreiben" was den Wirklichkeit ist ! + Denn der nächste Schritt ist gezielte diffamieren und mobbing !

Ist doch prima!: Herr Kruse, der Vorwurf der "Lohnschreiberei" sind pure Unterwürfigkeitsadressen und beweisen das Unterlegensheitsgefühl der Gegner. Sehen Sie es positiv!

Positiv sehen: Übertragung nennt der Fachmann Ihre Ergüsse, im Volksmund heißt sowas : " Pfeifen im Walde ".

Herr Jakob .....:: und ich nenne ihre Ergüsse und die "Lohnschreiber" Behauptungen " "Kindergartenverhalten"

Und: wo haben Sie Ihre epochale Erkenntnis denn publiziert, welche Meinungsbildner von Rang und vom Fach stützen Ihre These ? Ist das der Gesellschaft für deutsche Sprache schon bekannt ? Oder war das nur mal wieder " so ne Idee " von Ihnen ? So ne Art Amselm-Theissenscher Schnellschuß ins Knie,Hauptsache Schuß ?

Herr Jakob ...: Durch ihren Beitrag erhärtet sich meine Einstellung " Kindergarten" gewaltig !

was heißt anselm-theissenscher schnellschuss?: jakobsches kindergartengeschwurbel. nein, das wäre beleidigend für alle kindergartenkinder. also doch besser geschwurbel. ohne kindergarten.

Baurecht: Im Zuge der Flüchtlingsthematik wird gerade das Baurecht extrem erleichtert, auch der Brandschutz, geradezu pulverisiert. Mal schauen, ob in diesem Zuge unser völlig aufgeblähtes Bauregelwerk auch gesamtheitlich neu überdacht wird, was zu wünschen wäre, da wir sonst früher oder später nichts mehr wirtschaftlich bauen können, vor allem keinen Wohnraum.----------- P.S: S21 wird gebaut und liegt sehr weit unten auf der Tagesordnung der allermeisten Menschen. Alltagsgeschäft das seinen Gang geht. Ab und zu die Dinge neu einordnen.

Vorschlag: Man könnte ja den grandiosen Entwurf des neuen Bahnhofs durch ein paar Container ersetzen.

S21: Wie hieß es doch gleich nochmal:"Das bestgeplante Bauwerk ever"! Ha ha ha!!!!!

Beschäftigung: Haben Sie schon einmal von dem Fantasieprodukt K21 gehört? Da kann man gar nicht mehr aufhören zu lachen - vielleicht sollten Sie sich DAMIT beschäftigen (wenn Sie so gern lachen)?

K21 mag ein Fantasieprodukt sein, ein modernisierter Kopfbahnhof ist "vorsätzlich fernachlässigt" zumindest der Grundstock vorhanden. Und einen direkten Leistungsvergleich eines modernisierten Kopfbahnhofes mit den Halbtieftunnelschrägbahnhof gab es nie!

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