Gentechnikgesetz auf dem Prüfstand
Der Genmais und der Wasserfloh
Tanja Volz,
24.06.2010 11:32 Uhr
Was ist das für eine komische Soße? Gemütlicher Protest gegen die Gentechnik. Foto: ddp
""Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten toxisch wirken oder Allergien auslösen.""
H. Tschiersky-Schöneburg, Präsident des BVL
"Von gentechnisch veränderten Pflanzen geht im Freiland eine enorme Gefährdung aus. Sind diese Pflanzen erst einmal in der Natur verankert, kann man sie nicht wieder zurückholen", sagt Hartmut Weinrebe. Der Geoökologe und Geschäftsführer der BUND-Geschäftsstelle Mittlerer Oberrhein setzt sich für eine gentechnikfreie Natur ein, weil er das Ökosystem vor unwiderruflichen Schäden bewahren möchte.
Gentechnikgesetz auf dem Prüfstand
Man bewege sich, ist sich Weinrebe sicher, auf einen Abgrund zu, von dem man noch nicht annähernd wisse, wie tief er sei. Mit diesem Frühstück wollen die Umweltschützer auf die Anhörung aufmerksam machen, die an diesem Morgen im Bundesverfassungsgericht stattfindet. Auf dem Prüfstand steht das Gentechnikgesetz. Das Land Sachsen-Anhalt hatte 2005 gegen einzelne Regelungen dieses Gesetzes geklagt.
In der Normenkontrollklage geht es vor allem um das Haftungsrecht und das Standortregister. Gentechnik-Landwirte haften unter Umständen für wirtschaftliche Schäden, wenn genveränderte Pollen auf anderen Feldern landen - unabhängig davon, wer dies verschuldet hat. Diese Bestimmung möchte Sachsen-Anhalt kippen. Die Regelung verstoße gegen die Berufsfreiheit, die Eigentumsgarantie und den Gleichheitssatz. Auch das Standortregister verstoße gegen datenschutzrelevante Grundrechte und es begünstige politisch motivierte Feldzerstörungen.
Die Karlsruher Richter informierten sich zunächst grundsätzlich über Nutzen und Risiken von gentechnisch veränderten Organismen. Man möchte, so erklärte der Vorsitzende des ersten Senats, Ferdinand Kirchhof, die Möglichkeiten der gentechnischen Forschung und Entwicklung ebenso aufgreifen wie ökologische Belange.
"Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten toxisch wirken"
Die Aufsicht über gentechnisch veränderte Organismen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig. Hier werden Freisetzungsversuche genehmigt, das umstrittene Standortregister wird hier geführt und die Bundesregierung beraten. "Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten toxisch wirken oder Allergien auslösen", sagte der BVL-Präsident Helmut Tschiersky-Schöneburg den Karlsruher Richtern.
Zudem bestehe die Gefahr, dass die veränderten Gene durch Auskreuzen auf verwandte Wildpflanzen übertragen werden könnten. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Auskreuzung sei, wollte Verfassungsrichter Brun-Otto Bryde wissen. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gebe es nicht: In biologischen Systemen, die von Natur aus offen seien und sich stets veränderten, gebe es keine endgültigen Sicherheiten.
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Weg mit GMO Pflanzen
Es muss das Totalverbot vom Freilandanbau gentechnisch veraenderter Pflanzen her! Dieses rumgejaule, dass die Forschung darunter leide... Der Agarsektor im Deutschland ist sowieso ein sickendes Schiff. Studenten der Fachrichtung Agrar/Pflanzenbau/ etc. kommen sowieso meist aus den Ostblaockstaaten oder Asien und Afrika. Die Forschung mit diesen Pflanzen nuetzt doch nur einigen wenigen Lehrstuhlinhabern und multinationalen Grosskonzernen, die mit Ihren dreckig verdienten Millionen die Bauern weltweit zwingen, ihre designten Pflanzen und die dazu passenden Spritzmittel zu kaufen. Wieviele Baumwollbauern in Indien haben sich schon umgebracht, weil die Ertraege mit der GMO Baumwolle so schlecht wie nie ist und die Preise fuer die Spritzmittel so hoch, dass sich die Bauern verschulden und nie mehr aus dieser Falle raus kommen. Und die USA kaempft gegen Windsaaten von GMO Raps und Monsanto verklagt alle (Bio) Bauern, auf deren kontaminierten Feldern sie den GMO Raps finden. Die Bauern sind schneller Pleite wegen der Gerichtsprozesse als sie denken koennen. Und Monsanto wird groesser und groesser. Schluss mit dem Lobbiismus! Schluss mit Dingen, die die Welt nicht braucht!