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Stuttgart - Mahagoni, Teak, Balsa oder Palisander - wertvolle Edelhölzer gelten als nobel und werden immer beliebter. Die Nachfrage übersteigt längst das Angebot, und diese Entwicklung hat fatale Folgen für die Tropenwälder: Bis zu 40 Prozent des weltweit produzierten Holzes werden ohne Genehmigung gerodet, jeder fünfte in die EU eingeführte Baumstamm kommt vermutlich aus illegalen Quellen, schätzt die Umweltstiftung WWF.
Kein Wunder, denn mit Edelhölzern lässt sich viel Geld verdienen. Für Echtes Mahagoni, auch Amerikanisches Mahagoni genannt, können zum Beispiel Preise von rund 3000 Euro je Kubikmeter Holz erzielt werden. Mit einem Schnelltest für die Einfuhrkontrolle wollen deutsche Forscher nun gegen die Holzmafia vorgehen. Sie setzen dabei auf den genetischen Fingerabdruck der Bäume. Der Test ermittelt nicht nur die Baumart, sondern gibt auch Auskunft darüber, in welcher Region der Baum einst gestanden hat. Hölzer aus illegalen Einschlägen fliegen so auf. "Mit unserem Test erreichen wir eine Trefferquote von 95 Prozent", sagt Bernd Degen vom Institut für Forstgenetik des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts (VTI) in Großhansdorf bei Hamburg.
"Wie ein Vaterschaftstest beim Menschen"
Das Verfahren nutzt die genetische Varianz innerhalb einer Art. "In Naturwäldern unterscheiden sich die Bäume in der Regel genetisch umso mehr, je größer der räumliche Abstand zwischen ihnen ist", erläutert Degen. Dieses räumlich-genetische Muster ist das Ergebnis der begrenzten Samen- und Pollenverbreitung einer Baumart. Zudem hinterlassen Naturkatastrophen wie Brände oder Stürme ihre Spuren im Genom: Wenn Wälder ausgedünnt werden, entsteht Platz für neue Arten. Das fördert die genetische Durchmischung. So entsteht mit der Zeit für jede Baumart und jede Region ein charakteristisches genetisches Muster. Diesen Umstand nutzen die Wissenschaftler für ihre molekulargenetische Nachweismethode.
Dazu bedienen sich die Forscher der sogenannten Mikrosatelliten-DNA, die sich von Baum zu Baum zum Teil deutlich unterscheidet. Die Mikrosatelliten sind sehr kurze DNA-Abschnitte, die nur wenige Genbuchstaben umfassen und sich oft wiederholen. Sie sind nichtkodierend, das heißt, dass sie kein genetischer Bauplan für Biomoleküle sind. Doch weil die Zahl ihrer Wiederholungen variabel ist, kann sie dazu genutzt werden, um zu ermitteln, woher ein Baum stammt - und ob er aus einem Schutzgebiet kommt, in dem der Holzeinschlag eigentlich verboten ist. Aus der Kombination mehrerer solcher Erbgutabschnitte ergibt sich der genetische Fingerabdruck eines Baumes. "Das Verfahren funktioniert im Prinzip wie ein Vaterschaftstest beim Menschen", sagt Degen.


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