Gerlinger Hühnerhof Tote Hühner: Landwirt nimmt Vorwurf zurück

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Die Fronten sind verhärtet, nachdem die Tierrechtsorganisation Peta auf einem Geflügelhof tote Hühner entdeckt hat. Die Behauptung, Peta hätte die Kadaver in den Stall gebracht, will der Landwirt dennoch nicht wiederholen.

Peta hat im Streit mit einem Gerlinger Hühnerbauern einen Erfolg verbucht. Foto: Pascal Thiel
Peta hat im Streit mit einem Gerlinger Hühnerbauern einen Erfolg verbucht.Foto: Pascal Thiel

Gerlingen - Der Termin vor dem Landgericht Stuttgart am Donnerstag ist kurzfristig abgesagt worden. Der Gerlinger Landwirt Dieter Müller wird nicht mehr behaupten, die Tierrechtsorganisation Peta hätte ihm tote Hühner in den Stall gelegt. Bis vor Kurzem hatte es noch so ausgesehen, als wolle Müller die von Peta geforderte strafbewehrte Unterlassung nicht unterschreiben. Schon im Januar hatten sich die Parteien vor Gericht treffen wollen. Müllers Anwalt bat damals um Verlegung.

Am Dienstag nun ist bei Peta ein Schreiben von Müllers Leonberger Rechtsanwalt Günter Göppl eingetroffen. Es enthält nur einen knappen Satz: „In dem Rechtsstreit Peta Deutschland gegen Müller teilen wir mit, dass der Anspruch anerkannt wird.“

Zu dem Streit war es gekommen, weil Müller in einem SWR-Interview die Behauptung aufgestellt hatte, Peta habe tote Tiere auf seinem Hühnerhof abgelegt. Wörtlich hatte er gesagt: „Aber es sind gestellte Bilder – die Kadaver sind in den Stall eingebracht worden.“ Wiederholt Müller seine Aussage, muss er an Peta eine Vertragsstrafe in Höhe von 5000 Euro zahlen.

Für Peta heißt das, die Tiere sind im Stall verendet

Bei der Tierrechtsorganisation Peta verbucht man die jetzt geleistete Unterschrift als Erfolg. Im Umkehrschluss heißt das für Edmund Haferbeck aus der Peta-Rechtsabteilung, dass die Tiere im Stall verendet sind. „Herr Müller gibt damit zu, dass er gelogen hat“, sagt Haferbeck. Peta werde es darauf beruhen lassen und keinen Widerruf fordern. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat jedoch eine Anzeige Petas vom Januar 2016 an das Landratsamt Ludwigsburg weitergeleitet. Darin geht es um den Verdacht, der Landwirt habe gegen das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz verstoßen.

Konkret heißt das: Peta glaubt Beweise zu haben, dass der Gerlinger Landwirt Tierkadaver nicht ordnungsgemäß entsorgt. Statt über die reguläre Tierkörperbeseitigung vergrabe Müller die verendeten Tiere auf freiem Feld. Peta kann das nach eigenen Aussagen mit Fotos dokumentieren. Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige, da es das Vergehen als Ordnungswidrigkeit einstuft, inzwischen an das Landratsamt Ludwigsburg weitergeleitet. Müllers Anwalt Günter Göppl will zu diesen neuerlichen Vorwürfen auf Anfrage nichts sagen.