Gesangswettbewerb der Albertville-Realschule Musik mit "Winnender Botschaft"
Frank Rodenhausen, 23.01.2010 12:51 Uhr
Live statt Konserve: De-Tention, die Band der Neustädter Friedensschule, hat bei der Pressekonferenz einen Spontanauftritt. Foto: Stoppel
Live statt Konserve: De-Tention, die Band der Neustädter Friedensschule, hat bei der Pressekonferenz einen Spontanauftritt. Foto: Stoppel
Winnenden - Amelie Meindl schießt die Farbe ins Gesicht. Soeben ist ihr Lied "Bei dir fühl' ich mich geborgen" angespielt worden, und die zehnjährige Schülerin des Lessing-Gymnasiums in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) erntet donnernden Applaus. "Das Stück hätte gute Chancen beim Chanson d'Eurovision", sagt Hans Derer. Der Musikpromoter und Elternbeirat hat eine Pressekonferenz moderiert, bei der sich die zwölf Finalisten des "Win-win-Songcontests" an der Winnender Albertville-Realschule vorgestellt haben.

Der Wettbewerb unter Jugendlichen aller weiterführenden Schulen des Rems-Murr-Kreises war vom Waiblinger Rotary-Club angestoßen worden und wird zusammen mit der Schule und der Popakademie Baden-Württemberg durchgeführt. Der Hintergrund der Initiative ist der Amoklauf vom 11. März, bei dem ein ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule 15 Menschen und sich selbst tötete.

Gemeinschaft und Gewaltfreiheit


Man habe nach dem schrecklichen Ereignis etwas tun wollen, um der Schule aus ihrer Stigmatisierung herauszuhelfen, sagt Arndt Grosch vom Rotary-Club. Die Rektorin Astrid Hahn ist schon jetzt begeistert: Das Musikprojekt zeige, wie einzigartig jeder Mensch sei, welche Talente in jedem schlummerten. Der Wettbewerb solle eine "Winnender Botschaft" verbreiten, Gemeinschaft und Gewaltfreiheit sind deren zentrale Themen.

Insgesamt 33 Interpreten, Solisten und Schülergruppen haben ganz unterschiedliche Beiträge abgegeben. Man sei von der ungeheuren Originalität der Einsendungen überrascht worden, sagt Axel Schwarz von der Mannheimer Popakademie. Ein Teil der Stücke arbeite Gedanken und Erlebnisse rund um den 11.März auf. Die Musik helfe, schlimme Geschichten in Worte zu fassen, sie richte den Blick aber auch nach vorn, verleihe Selbstvertrauen und Sozialkompetenz, verbreite Optimismus, Gemeinsinn oder einfach nur gute Laune.

Die Popakademie hilft bei den Vorbereitungen


Das große Ziel ist jetzt ein Abschlusskonzert am Donnerstag, 18. März, in der Hermann-Schwab-Halle. Alle zwölf Finalteilnehmer dürfen dort auftreten. Auf das Ereignis werden sie von Mitgliedern der Popakademie vorbereitet. "Ich verspreche Ihnen, dass Sie einige der Songs nicht wiedererkennen werden", sagt Hans Derer bei der Pressekonferenz. Zumal einige der Schüler, die zehn bis 19 Jahre alt sind, ihre Beiträge mit bescheidensten technischen Mitteln erstellt haben.

Amelie Meindl wird er vielleicht nicht gemeint haben - und ganz sicher nicht Debo und Mona. Die beiden Schwestern aus Marktoberdorf, die als Gesangsduo Sternblut gerade von der Musikszene entdeckt werden, haben sich als Paten des Projekts und als Gastinterpreten beim Konzert zur Verfügung gestellt. "Hören Sie gut zu", sagt Hans Derer, bevor die Teenager auf der Pressekonferenz ihr Lied "Komm, wir malen uns das Leben" anstimmen. "Es wird das letzte Mal sein, bevor es in den Charts durchstartet." Als danach wieder donnernder Applaus ausbricht, ist Amelies gesunde Gesichtsfarbe zurückgekehrt-diesmal vor purer Begeisterung.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.winwin-ars.de »
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