Abseits des Spielfeldes Fußballer streckt Kontrahenten mit Faustschlag nieder

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Ein ehemaliger Spieler des VfB Stuttgart hat nach dem Besuch einer Sportsbar in Bad Cannstatt randaliert. Im Berufungsverfahren am Landgericht wurde der 24-Jährige erneut zu einer Haftstrafe zur Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte ist erneut verurteilt worden Foto: dpa
Der Angeklagte ist erneut verurteilt wordenFoto: dpa

Stuttgart - Dass Fußballspieler bei einer Partie die Nerven verlieren, ausrasten und auf einen Gegenspieler losgehen, lässt sich immer wieder beobachten. Dass Profis aber auch abseits des Platzes losschlagen, ist indes deutlich seltener der Fall. Doch wegen gefährlicher Körperverletzung ist am Mittwoch am Landgericht ein ehemaliger Spieler des VfB Stuttgart zu einer neunmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, die unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wird. Zudem muss er 15 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, dem Opfer wurden 1250 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Bereits im vergangenen Sommer war der 24 Jahre alte Mann, der mittlerweile im Kader eines Zweitligisten steht, wegen der gefährlichen Körperverletzung, bei der er einen Kontrahenten mit dem Fuß ins Gesicht getreten haben soll, am Amtsgericht Bad Cannstatt zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Da sich der Mann aber im Unrecht sah, beschloss er, in Berufung zu gehen. Der Prozess wurde nun am Landgericht erneut aufgerollt.

Auslöser der Attacke war ein Wortgefecht

Das Schöffengericht kam in diesem Verfahren zu dem Schluss, dass der Tritt dem Mann nicht nachweisbar sei. Allerdings habe der Fußballspieler das Opfer mit einem Faustschlag zunächst niedergestreckt und anschließend gemeinsam mit weiteren Bekannten auf den Mann eingeschlagen. Die Tritte konnten in dem Prozess trotz der Befragung von zehn Zeugen keinem der Beteiligten zugeordnet werden.

Der Schlägerei im Sommer 2010 vor der Sportsbar im Carl-Benz-Center neben dem Fußballstadion war zunächst ein Wortgefecht vorausgegangen. Beim Verlassen des auch bei VfB-Profis beliebten Treffpunkts wurde der Fußballspieler von zwei anderen Gästen angepöbelt. Schließlich schlugen die beiden Männer auf den 24-Jährigen ein, der ging zu Boden.

Schlichtender Zeuge wird Opfer

Die Situation schien bereinigt, als der Fußballspieler, der damals bei einem anderen Erstligisten unter Vertrag stand und zu Besuch bei Freunden in Stuttgart war, sich danach aufrappelte und von Bekannten in das Auto eines befreundeten, damaligen VfB-Spielers gezogen wurde. Der Wagen fuhr auch los. Doch der 24-Jährige war außer sich – vielleicht auch daher, weil seine Begleiterinnen die Schläge beobachtet hatten. Der Fußballer bewegte den VfB-Profi schließlich dazu, vor die Sportsbar zurückzukehren. Dort sprang der 24-Jährige aus dem Wagen und streckte einen 21-Jährigen mit einem Faustschlag nieder – offenbar blind vor Wut. Denn er schlug auf den Mann ein, der bei der ersten Auseinandersetzung zwischen den Streithähnen noch geschlichtet hatte.

Spieler ist sich keiner Schuld bewusst

Der Faustschlag war indes lediglich der Auftakt eines Gewaltausbruchs: Der Fußballer und mehrere Freunde des Fußballspielers schlugen und traten auf den 21-Jährigen ein, der dabei Brüche und schwere Hämatome im Gesicht erlitt. Doch von wem die Tritte stammten, konnte im neuen Prozess nicht geklärt werden.

Der Fußballspieler hatte die Vorwürfe abgestritten: „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen.“ Ob er nach dem Urteil mit disziplinarrechtlichen Folgen seines Vereins rechnen muss, ist offen.

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3 KommentareKommentar schreiben

Alko: Wenn da nicht, wie so oft beim Thema Fußball, der Alkohol mit im Spiel war....

Berichterstattung vom Landgericht: Man mag zu dem Prozessstoff, über den Herr im Masche berichtet unterschiedliche Standpunkte vertreten Eines sollte jedoch bei seriösem Journalismus gewähleistet sein, dass der Bericht sachlich richtig ist. Das Schöffengericht ist gesetzlich dem Amtsgericht zugewiesen. Beim Landgericht entscheiden in Berufungssachen zumeist kleine Strafkammern. Im Rahmen der Berichterstattung sollten die Zuordnungen zutreffen und nicht Anlass zu irrigen Meinungen geben. Das Schöffengericht gehört nicht zum Landgericht, wie uns der Verfasser glauben machen will. Entschieden hat jetzt eine kleine Strafkammer des Landgerichts Stuttgart. Man mag sich vor dem Bericht entsprechend informieren.

Wenn dich einer auf die Wange schlägt....: .... dann halte ihm die andere hin.

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