Gewaltvideo aus Tübingen Die Reaktionen der Jugendlichen im Netz

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Nicht nur die Medien reagieren auf das Video von einer Prügelattacke auf eine 13-jährige Tübingerin, auch unter den Jugendlichen ist das ein großes Thema. „Wir reden in der Pause viel darüber, jeder hat das Video gesehen“, sagt eine Schülerin. Die meisten seien schockiert, besonders darüber, dass Mädchen so etwas machen. Das gilt nicht für die Verbreitung: „Die, die das Video teilen, tun das nicht, weil sie es gut finden, sie wollen zur Selbstjustiz aufrufen“ erklärt die Schülerin. Auf Facebook wird darüber breit diskutiert – wo das Video zuvor verbreitet wurde, wird nun in Kommentaren das Geschehene zu verarbeiten.

Die Community ist sich nicht einig darüber, ob die Verbreitung eines solchen Videos eher den Täterinnen oder dem Opfer schadet. Davon abgesehen ist es nicht einfach ein solches Video zu löschen. Zunächst einmal muss das bei Facebook gemeldet werden. Der Ex-Tübinger Filmemacher Alexander Schnapper veröffentlichte in seinem Blog eine Anleitung dafür. Mit dem Melden des Beitrages ist das Video jedoch noch nicht aus dem Netz entfernt. Facebooknutzer beschweren sich auch über die Antwort des Internetportals auf eine solche Meldung: „Wir haben das von dir wegen der Darstellung von drastischer Gewalt gemeldete Video geprüft und festgestellt, dass es nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt.“ Man darf also nicht hoffen, dass das Video in nächster Zeit gelöscht wird. Darüber hinaus fungiert Facebook mittlerweile auch als Plattform, auf der die Nutzer gegen die Täterinnen mobil machen. Es finden sich Posts, die zur Selbstjustiz aufrufen, Hunderte von Menschen formulieren teilweise heftige Beleidigungen oder erschreckende Forderungen zur Bestrafung der Jugendlichen.

Der Vorfall wirkt auch in einem anderen Forum nach: Dort muss die Täterin den Vorwürfen anderer Jugendlicher Rede und Antwort stehen. Sie beteuert ihre Reue, doch das nehmen ihr nicht alle ab. Der Täterin scheint es bewusst zu sein, dass alle dieses Video gesehen haben. „Dass wir unseren Ruf in Tübingen kaputt gemacht haben ist uns klar“, schreibt sie auf ihrer eigenen Seite in diesem Portal. Die Hintergründe der Tat lässt sie im Dunkeln.