Gewerbegebiet Freie Wähler: Kehrtwende beim Einzelhandel im Köller

Von Jens Noll 

Die Fraktion lenkt beim Einzelhandelskonzept ein. Sie spricht sich jetzt auch dafür aus, das Sortiment im Sielminger Gewerbegebiet Köller zu beschränken.

Freie Wähler und die Werbegemeinschaft „Bernhausen Aktiv“ sind wegen der Weiterentwicklung des Gebiets Köller heftige aneinander geraten. Foto: Archiv Häusser
Freie Wähler und die Werbegemeinschaft „Bernhausen Aktiv“ sind wegen der Weiterentwicklung des Gebiets Köller heftige aneinander geraten.Foto: Archiv Häusser

Sielmingen - Der Vortrag einer Rechtsreferentin und eine Stellungnahme der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) haben auch die stärkste Gemeinderatsfraktion überzeugt. Die Freien Wähler stimmen künftig für die Einhaltung des Einzelhandelskonzepts, wenn es um die Weiterentwicklung des Gebiets Köller im Norden Sielmingens geht.

Die Fraktion hat eine Haltung überdacht, die für eine heftige Auseinandersetzung mit der Werbegemeinschaft „Bernhausen Aktiv“ gesorgt hatte. Im November hatten die Freien Wähler im Verwaltungsausschuss beantragt, eine Entscheidung zur Umsetzung des Einzelhandelskonzepts im Gewerbegebiet Köller zu vertagen. Ihr Argument: Mit der erhofften S-Bahn-Haltestelle könnte dort ein neues Zentrum entstehen. Deshalb sollte in dem Gebiet, anders als im Beschlussvorschlag vorgesehen, auch der Verkauf zentrenrelevanter Waren zugelassen werden.

Zum einen haben rechtliche Bedenken zum Einlenken der Freien Wähler geführt. Das Konzept zum Schutz der Ortszentren kommt nämlich in mehreren Plangebieten zum Tragen. Vor Vertretern von Stadt, Bund der Selbständigen und Gemeinderat habe eine Rechtsreferentin davon abgeraten, einzelne Gebiete aus dem Einzelhandelskonzept herauszunehmen, berichtet Fraktionschef Rolf Kurfess auf Rückfrage.

Gutachter: Kein Grund, vom Konzept abzurücken

Zum zweiten hat die Verwaltung auf Antrag der Fraktion prüfen lassen, welche Auswirkungen eine S-Bahn-Haltestelle im Köller hätte. Die Gutachter der GMA sehen dabei keinen Grund, von den Vorgaben des Einzelhandelskonzepts abzurücken. Die in einer aktuellen Bauvoranfrage vorgesehenen Märkte für Schuhe, Textilien und Sonderposten seien „eher untypisch für die Ansiedlung im Umfeld von S-Bahn-Haltestellen“, heißt es in dem Schreiben.

Außerdem weisen die Gutachter auf den langen Zeithorizont hin: „Sollte sich der S-Bahn-Anschluss bis zum Jahr 2019 konkretisieren, besteht zum gegebenen Zeitpunkt die Möglichkeit, das Einzelhandelskonzept gegebenenfalls fortzuschrei-ben.“

Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker ergänzt: „Wenn der S-Bahn-Halt kommt, dann muss das Konzept noch einmal überprüft werden.“ Bürgermeister Reinhard Molt drängt auf eine rasche Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet Köller. Dem werden sich die Freien Wähler nun nicht mehr verschließen. „Grundsätzlich erachten wir das Einzelhandelskonzept auch für richtig“, sagt Kurfess.

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