Giacometti-Fälschungen Kunsthändler legt Geständnis ab
Günter Scheinpflug, 18.02.2011 07:10 Uhr
Horst Haug vom LKA zeigt im August 2009 eine gefälschte Skulptur des Schweizer Künstlers Giacometti. Foto: dpa
Horst Haug vom LKA zeigt im August 2009 eine gefälschte Skulptur des Schweizer Künstlers Giacometti. Foto: dpa
Stuttgart - Im Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht um gefälschte Skulpturen des schweizerischen Künstlers Alberto Giacometti hat ein mutmaßlicher Drahtzieher ein Geständnis abgelegt. Der Anwalt des 62-jährigen Kunsthändlers aus Mainz erklärte vor Gericht, sein Mandant habe es billigend in Kauf genommen, dass es sich bei den von ihm verkauften Figuren um wertlose Fälschungen handle. Der Kunsthändler war bereits Anfang 2010 wegen Betrugs mit gefälschten Giacometti-Skulpturen zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden. Dem 62-Jährigen wird nun vorgeworfen, seit 2003 beim Verkauf von zahlreichen Fälschungen rund neun Millionen Euro kassiert zu haben.

Neben dem 62-Jährigen muss sich noch ein 59-Jähriger, der sich Reichsgraf nennt, wegen Betrugs vor Gericht verantworten. Er soll ebenfalls einen schwunghaften Handel mit den gefälschten Bronzefiguren betrieben haben, sagt die Pressestaatsanwältin Claudia Krauth. Um Echtheit vorzutäuschen, waren die Figuren mit einer nachgeahmten Signatur des Künstlers und gefälschten Stempeln der Gießerei versehen worden, mit der der Künstler zusammenarbeitete. Allerdings waren sie in einem anderen Gussverfahren hergestellt worden.

Mitangeklagte zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt


Das Geständnis des 62-Jährigen könnte den Prozess beschleunigen. Bisher wurde das Urteil im Juli erwartet.

Im Februar sind drei Mitangeklagte zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht hat zwei von ihnen, eine Lehrerin und den 69-jährigen Ex-Chef eines Auktionshauses, wegen Betrugs und Urkundenfälschung schuldig gesprochen. Wegen Beihilfe wurde auch der Neffe des 69-Jährigen verurteilt.
Kommentare (1)
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FEB
19
bekien, 11:03 Uhr

Ich hätte da noch einen Dali im Angebot!

Tja, wenn Reichtum sich was leisten will, dann fliegt es auf die Schnauze! Noch nen Dali gefällig?