zum Thema
Stuttgart - Es hätte uns eine Warnung sein können. Zur besten Abendessenszeit sind alle Stühle frei, kein Gast weit und breit in der kleinen Eckkneipe, die so wunderbar gelegen ist zwischen Feuerwache und Bordellen, ganz am Rande des Rotlichtbezirks. Ihr Betreiber ist einer, der die Stuttgarter Gastroszene mitgeprägt hat: Glenn Bisaki. Ein Grenzgänger, der Vater stammt aus Kalabrien, die Mutter aus Belgrad, er ist in Böblingen geboren. Im Bohnenviertel hat er 2003 die L-Bar aufgemacht, "weil's dort zu wenig Platz gibt", hat er Glenn's Corner eröffnet.
Das Lokal hat Charme mit seiner großzügigen Fensterfront, den dunklen Holzmöbeln - alles stilvoll eingerichtet, die Tische blütenweiß eingedeckt, duftende Lilien am Eingang. Erst mit der Speisekarte kommt das Unheil. Ein DIN-A4-Blatt voller Schreibfehler und Flecken, ganz in die Ecke gequetscht ein paar Kugelschreiberzeilen mit dem Angebot aus der Küche. "Wir haben keine Speisekarte", entschuldigt sich die Kellnerin, die uns den Zettel reicht, "es gibt jeden Tag etwas anderes." Ein Restaurant voller Überraschungen - und die kommen Schlag auf Schlag.
Die Kellnerin versucht sich im Weglächeln der Makel
Der Pfaffmann-Riesling aus der Pfalz sei leider aus, der frisch gepresste Orangensaft auf der Getränkekarte ein Druckfehler. Die Kellnerin versucht sich im Weglächeln der Makel. Ihre Weinkenntnis endet bei der Farbe. "Wollen Sie einen Roten oder einen Weißen?" Den fruchtigen Sizilianer Calanica verkauft sie als Franzosen und mit Chardonnay kann sie gar nichts anfangen. Unser Misstrauen wächst, der Hunger aber auch und so steigen wir ein mit einem gemischten Salat. Eiskalt ist er, die Tomate geschmacklos.
Noch schlechter schneidet das Thunfischsteak mit Kapern und Oliven (für 19,50 Euro) ab. Von Kapern nichts zu sehen, dafür reichlich Tomaten. Der Fisch bringt den Bauch zum Grummeln, doch das soll erst der Auftakt sein für einen Großangriff auf den gesamten Verdauungstrakt. Eine Attacke, die sich weder mit Grappa noch mit einer Wärmeflasche abmildern lässt. Die schon halb vergorenen, zerdrückten Johannisbeeren auf der Panna Cotta geben dem Magen den Rest. Es fühlt sich an, als ob er Schiffschaukel fährt. Da hilft es nicht, dass der Koch versichert, die Beeren könnten frischer nicht sein. Die Kellnerin trägt das Dessert ab und wird es später nicht berechnen, der Koch schaut grimmig.
Das Tiramisu lässt sich loben
Uns tröstet, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Immerhin waren die Tagliolini mit fein gehobeltem schwarzem Trüffel (14,40 Euro) tadellos. Ein erdiger Genuss, leicht süß. Auch das Tiramisu lässt sich loben, an Luftigkeit ist es kaum zu überbieten - wäre da nicht der Magen, der protestiert.
Ein zweiter Tisch hat sich im Laufe des Abends gefüllt, ein Gast hockt an der Bar. Draußen schlendern die Prostituierten, in der Feuerwache ist es ruhig geblieben, kein Blaulicht, keine Rettungseinsätze. Nur wir haben es plötzlich eilig.
Glenn's Corner, S-Mitte, Katharinenstraße 15, Telefon 0173/6811348
Geöffnet: Montag bis Donnerstag von 11 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag 11 bis 2 Uhr
Die Bewertung
Küche *
Service **
Ambiente ****
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>
Allgemeibestiemungen
Sehr geehrte Herren,es ist ausdrucklich beschrieben im ,,Gutscheinbuch" wie es zu nutzen ist: 1.Telef.voranmelldung -haben wir es nicht in frage gestellt,es gab ja freien tisch 2.dehn Gutschein ausdrucken und übereichen,damit der Kellner abrechnen kann und es wird steuer.geltend gemacht.Worde es Ihnen angeboten als datei auf unsere e-mail zu versenden, Sie hielten den Kellner auf von seine arbeit in dem Sie ihm bellehrten und keine einsicht zeigten,er trägt ja schliesslich ne verantwortung und obwohl er cullanz zeigte, nur von sich aus ihnen gegenüber,er hätte die entsch.rec
Nicht zu empfehlen
Schade, zu dem Neuen Gutscheinbuch gibt es nun ja auch ein App, das uns bisher schon wirklich leckere Restaurantsbesuche beschert hat in Lokalen, die wir sonst nicht gefunden hätten und wo wir gerne wiederkommen. Ein Erlebnis wie heute Abend hatten wir allerdings noch nie: Die Umgebung ist nicht die Beste, aber ausgesehen hat das Lokal wirklich klasse. Auch die Speisekarte klang lecker. Dass es nur ein kopierter Zettel war störte uns nicht. Allerdings: Als wir unseren Gutschein mit dem App einlösen wollten beruft sich der Kellner darauf, dass er einen Beleg braucht, anders funktiojniert das nicht. Jeder Hinweis, dass er nur die Gutschennummer notieren muss hilft nicht. Wir bieten an, den Gutschein vom Handy aus zu kopieren. Das funktioniert sogar. Anschließend beleht uns der Kellner allerdings, dass er dies nun nur aus Kulanz akzeptiert. Jeder wüsste ja, dass man auch im Internet bestellte Fahrkarten ausdrucken muss. Der Gipfel war dann der Satz: Dank Ihrer Bequemlichkeit müssen nun andere Gäste leiden. Wir wollten daraufhin bezahlen, ließen uns durch eine erste Entschuldigung nochmal zu einem "gemeinsamen Neuanfang" überreden. Allerdings ging dann die ganze Belehrung nochmal von vorn los. Also doch bezahlen und nichts wie weg. Auf nimmer wiedersehen. Absolut nicht zu empfehlen. Zumindest würde uns das Essen bei der Bedienung nicht mehr schmecken. Nun ja, lt. den meisten Kommentaren in Internet haben wir nicht allzu viel verpasst.
schöner Abend
ein kleines plätzchen war noch frei, der rest besetzt. zum glück haben wir noch einen platz bekommen. alles super schön hergerichtet, das gemütliche ambiente mit passender musik und auch die karte war nicht schmuddelig! Das essen kam: vorspeise etwas klein, aber unglaublich lecker! die hauptgänge super gut und schön serviert. alles hat gestimmt, preis leitung einfach gut. sehr weiterzuempfehlen.