Glosse zu Exoplaneten Harmlos

Alexander Mäder, 08.11.2012 13:55 Uhr

Stuttgart - Laserschwert, Communicator und vielleicht auch ein Handtuch gepackt? Dann kann es ja losgehen. Eine Reise zum Wüstenplaneten Tatooine steht an, vielleicht kommen wir auch beim heruntergekommenen Weltraumbahnhof Mos Eisley vorbei, wo der Abschaum der Galaxie abhängt. Das mag nach Abenteuerurlaub klingen, aber so ist es nicht gemeint. Wir sind in wissenschaftlicher Mission unterwegs, und wissenschaftlich betrachtet ist Tatooine ist ein Planet in der habitablen Zone. Er mag kaum lebenswert erscheinen, aber was zählt, ist, dass dort Wasser – wenn es welches gäbe – flüssig wäre. Und wie viele Planeten können das schon von sich behaupten?

Nun gut, zugegeben, es sind sechs. Deshalb überrascht uns die Nachricht, dass der jüngst entdeckte Planet HD 40307 g die Liste erweitert. Auch er könnte eine zweite Erde sein – oder ein zweites Tatooine, also prinzipiell bewohnbar. In einer Mitteilung der Universität Göttingen, die an der Entdeckung beteiligt war, ist die Rede von einem „Juwel“. Vielleicht sollten wir unser Reiseziel überdenken?

Lesen wir nach im Katalog des astronomischen Reisebüros: HD 40307 g ist nur 42 Lichtjahre entfernt, siebenmal so schwer wie die Erde und man darf dort mit etwas Abwechslung rechnen: nämlich Tag und Nacht. Der Planet braucht rund 200 Tage, um seinen Stern zu umkreisen – ein „ruhiger, älterer Stern“, wie es im Übrigen heißt. Und nicht zuletzt besteht Hoffnung auf eine stabile Atmosphäre. Kurzum: Verglichen mit Tatooine ist HD 40307 g Urlaub in der Region – überwiegend ungefährlich.