Glosse zum Bahnprojekt Lord Kefer

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Der Streit um den Bahnhof ist in Wahrheit nicht unterirdisch – er ist außerirdisch. Die Darsteller: Lord Kefer, Commander Hermann – und natürlich Meister Yoda.

Meister Yoda beschwört den gesunden Menschenverstand Foto: dpa
Meister Yoda beschwört den gesunden MenschenverstandFoto: dpa

Stuttgart - Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Mitten im Winterfahrplan dringt die Deutsche Bahn in Galaxien vor, die noch kein Vorstandsvorsitzender zuvor gesehen hat. In Stuttgart ist eine Abordnung des universellen Konzerns eingetroffen, um über den Anschluss der Stadt an eine intergalaktische Magistrale zu verhandeln, die Stuttgart mit den Monden des Saturns verbinden soll. Beim spektakulären Erdeintritt des Konzernbevollmächtigten Lord Kefer sind vor einigen Tagen Teile seines Raumschiffs über dem Ural verglüht, was einiges Aufsehen verursacht hat.

Lord Kefer versicherte jedoch, alles sei dabei problemlos abgelaufen, man sei pünktlich gewesen und die Heizung an Bord habe tadellos funktioniert. In Stuttgart sei das Raumschiff planmäßig auf einer gewaltigen innerstädtischen Brache gelandet, die man schon vor einiger Zeit von störendem Wildwuchs habe befreien lassen. Er, Lord Kefer, halte es für eine kluge Entscheidung, dass die Hülle des Raumschiffs dem bekannten Stuttgarter Planetarium nachempfunden wurde. So seien die Bürger nicht beunruhigt.

Ein Spitzentreffen mit den grünen Männchen

In diesen Tagen trifft sich Lord Kefer mit mehreren grünen Männchen, die sich vor langer Zeit unauffällig unter die Erdbevölkerung gemischt haben, um den Rückbau des Planeten in seinen Urzustand voranzutreiben. Einer der Außerirdischen, der unter dem Tarnnamen Commander Hermann inzwischen ein Ministerium führt, verbrachte seine Jugendzeit in den Marx’schen Wolken. Manchmal träumt er noch heute davon.

Bei einem ersten Treffen streuten sich Lord Kefer und das grüne Männchen so lange Sternenstaub in die Augen, bis ihnen die Tränen kamen. Angeblich ging es um einen Kostendeckel, der auf irgendeiner Umlaufbahn um die Erde schwirrt und ins Trudeln geraten ist. Der Streit rief den bekannten Weltraumschlichter Meister Yoda auf den Plan: Jetzt müsse endlich der gesunde Menschenverstand regieren! Daraufhin lachten Lord Kefer und Commander Hermann lange und herzlich.

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13 KommentareKommentar schreiben

No Star Wars no Yoda.: Nun will da jemand witzig sein und das für die Stadt todernste Problem Stuttgart 21 pseudo-historisierend mit einer Lachnummer auf die Science-Fiction-Ebene verlagern. Es darf vermutet werden, dass viele Leute so sehr darüber lachen werden, bis sich eine Diarrhö einstellt und sie eingeliefert werden müssen. Im Übrigen hat Schlichter Geisler nach seinen letzten Aussagen sein Yoda-Image endgültig verloren.

Korrektur: Die Überschrift sollte heißen 'Stuttgart 21 das Wars'

Die Heldentaten der 7 Schwaben.....: feiern fröhliche Urständ. Die 7 Schwaben fürchten nix, außer S21! Darum haben sie sich entschlossen gegen dieses ganz Baden-Würtemberg bedrohende Ungeheuer in den Kampf zu ziehen. Ganz vorne weg der Tapferste, der weithin gefürchtete Krädschman, gleich darauf sein oberster Spiesgeselle Winfried von Hereman der Kahle, es folgen die beiden Schildbürgermeister Kuno und Palme und in ihrem Schlepptau die Wächter der Schloß- und sonstigen Gärten und allem was darin greucht und fleucht.

nicht Meister Y. Keefer: sondern es handelt sich bei dem Abgesandten höchstens um Darth Keefer, und da ohne schwarzen Helm reicht es nicht mal zu Lord Helmchen.

Sehr schön....: man kann es nur noch mit Humor nehmen was da gerade läuft. Auch Berichte wie dieser gehören zu einer kreativ kritischen Begleitung dieses Spektakels. Wer weiß ob am Ende nicht der Kostendeckel in unbekannte Galaxien geschleudert wird und sich an seiner Stelle ein schwarzes Loch auftut das sämtliche Steuergelder die in seine Nähe kommen aufsaugt.....Hausfrauen, haltet Euer Hefezöpfle gut fest...sonst fehlt das auch noch. Und dann wirds bös ;-)

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