Glosse zum Bahnprojekt Lord Kefer

Erik Raidt, 19.02.2013 11:08 Uhr

Stuttgart - Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Mitten im Winterfahrplan dringt die Deutsche Bahn in Galaxien vor, die noch kein Vorstandsvorsitzender zuvor gesehen hat. In Stuttgart ist eine Abordnung des universellen Konzerns eingetroffen, um über den Anschluss der Stadt an eine intergalaktische Magistrale zu verhandeln, die Stuttgart mit den Monden des Saturns verbinden soll. Beim spektakulären Erdeintritt des Konzernbevollmächtigten Lord Kefer sind vor einigen Tagen Teile seines Raumschiffs über dem Ural verglüht, was einiges Aufsehen verursacht hat.

Lord Kefer versicherte jedoch, alles sei dabei problemlos abgelaufen, man sei pünktlich gewesen und die Heizung an Bord habe tadellos funktioniert. In Stuttgart sei das Raumschiff planmäßig auf einer gewaltigen innerstädtischen Brache gelandet, die man schon vor einiger Zeit von störendem Wildwuchs habe befreien lassen. Er, Lord Kefer, halte es für eine kluge Entscheidung, dass die Hülle des Raumschiffs dem bekannten Stuttgarter Planetarium nachempfunden wurde. So seien die Bürger nicht beunruhigt.

Ein Spitzentreffen mit den grünen Männchen

In diesen Tagen trifft sich Lord Kefer mit mehreren grünen Männchen, die sich vor langer Zeit unauffällig unter die Erdbevölkerung gemischt haben, um den Rückbau des Planeten in seinen Urzustand voranzutreiben. Einer der Außerirdischen, der unter dem Tarnnamen Commander Hermann inzwischen ein Ministerium führt, verbrachte seine Jugendzeit in den Marx’schen Wolken. Manchmal träumt er noch heute davon.

Bei einem ersten Treffen streuten sich Lord Kefer und das grüne Männchen so lange Sternenstaub in die Augen, bis ihnen die Tränen kamen. Angeblich ging es um einen Kostendeckel, der auf irgendeiner Umlaufbahn um die Erde schwirrt und ins Trudeln geraten ist. Der Streit rief den bekannten Weltraumschlichter Meister Yoda auf den Plan: Jetzt müsse endlich der gesunde Menschenverstand regieren! Daraufhin lachten Lord Kefer und Commander Hermann lange und herzlich.