Glück als Schulfach
Die Sinnsuche auf der Schulbank
Antje Hildebrandt,
15.08.2010 13:21 Uhr
Ernst Fritz-Schubert möchte mit seinem Fach Schülern dabei helfen, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Foto: dpa
Stuttgart - Glück als Schulfach? Als Ernst Fritz-Schubert 2007 Mitstreiter zur Verwirklichung dieser Idee suchte, wurde er belächelt. Inzwischen wird das Fach in vier Bundesländern unterrichtet. Der Pionier findet immer mehr Anhänger. Ein Gespräch über Schulverweigerer, verständnislose Pädagogen und die Suche nach dem inneren Gleichgewicht.
Glück bedeutet für mich, in einer Gemeinschaft geborgen zu sein, gefordert zu werden und dabei so kontemplativ bleiben zu können, um mich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen. Wenn ich das Glück suche, bin ich auf der Suche nach dem Sinn.
Ich denke schon. Allen Jugendlichen gemeinsam ist, dass sie auf der Suche nach Selbstverwirklichung, Orientierung und Geborgenheit in der Gruppe sind. Was jedem einzelnen Freude bereitet, muss er selbst herausfinden. Das ist nicht einfach in einer Zeit, da die Verlockung des Konsums an jeder Ecke lauert und vermeintlich Glück verspricht.
Es waren Schüler, die im Unterricht nicht funktionierten. In der Regel überlegt man dann: wie kriege ich die wieder auf die Schiene? Das ist ein problemorientierter Ansatz. Ich habe einen lösungsorientierten Ansatz gesucht. Ich wollte den Schülern zeigen, wie sie für sich selbst Verantwortung übernehmen können.
In dem Fach lernen die Schüler, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Dazu gehört herauszufinden: woher komme ich? Welche Stärken habe ich? Welche Ziele habe ich? Und wie kann ich sie erreichen? Die Schüler lernen auch, Frust auszuhalten und sich selbst zu motivieren, zum Beispiel durch körperliche Wahrnehmung, Bewegung und Konzentrationsübungen.
Ich denke da an den Schüler Eduard. Er wog 120 Kilo, fühlte sich als Kind russischer Auswanderer als Außenseiter und hatte die Lust an der Schule verloren. Im Fach Glück musste er einmal über einen Balken laufen, der von Mitschülern gehalten wurde. Das war ein einschneidendes Erlebnis. Er hätte nie gedacht, dass ihn die anderen halten können. Erst da wurde ihm bewusst, dass er dazugehört.
Herr Fritz-Schubert, was verstehen Sie unter Glück?
Glück bedeutet für mich, in einer Gemeinschaft geborgen zu sein, gefordert zu werden und dabei so kontemplativ bleiben zu können, um mich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen. Wenn ich das Glück suche, bin ich auf der Suche nach dem Sinn.
Ihre Schüler würden wohl anders antworten: mit "erste Liebe" oder "Führerschein". Können Sie als 62-Jähriger darüber urteilen, was Schüler glücklich macht?
Ich denke schon. Allen Jugendlichen gemeinsam ist, dass sie auf der Suche nach Selbstverwirklichung, Orientierung und Geborgenheit in der Gruppe sind. Was jedem einzelnen Freude bereitet, muss er selbst herausfinden. Das ist nicht einfach in einer Zeit, da die Verlockung des Konsums an jeder Ecke lauert und vermeintlich Glück verspricht.
Wen wollten Sie mit dem Fach erreichen?
Es waren Schüler, die im Unterricht nicht funktionierten. In der Regel überlegt man dann: wie kriege ich die wieder auf die Schiene? Das ist ein problemorientierter Ansatz. Ich habe einen lösungsorientierten Ansatz gesucht. Ich wollte den Schülern zeigen, wie sie für sich selbst Verantwortung übernehmen können.
Wie geht das?
In dem Fach lernen die Schüler, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Dazu gehört herauszufinden: woher komme ich? Welche Stärken habe ich? Welche Ziele habe ich? Und wie kann ich sie erreichen? Die Schüler lernen auch, Frust auszuhalten und sich selbst zu motivieren, zum Beispiel durch körperliche Wahrnehmung, Bewegung und Konzentrationsübungen.
Haben Sie ein Beispiel, wie das funktioniert?
Ich denke da an den Schüler Eduard. Er wog 120 Kilo, fühlte sich als Kind russischer Auswanderer als Außenseiter und hatte die Lust an der Schule verloren. Im Fach Glück musste er einmal über einen Balken laufen, der von Mitschülern gehalten wurde. Das war ein einschneidendes Erlebnis. Er hätte nie gedacht, dass ihn die anderen halten können. Erst da wurde ihm bewusst, dass er dazugehört.
Wie hat sich das auf seine Einstellung zum Lernen ausgewirkt?
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