Göppingen Skatepark: Verrückte Ideen sind erwünscht

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Der Skatepark in Göppingen soll sich nach Ideen des Skatevereins in einen „Ort der Vielfalt“ für alle Bürger verwandeln. Am Samstag werden die Ideen öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Die Skater wollen hoch hinaus und einen Platz für alle Bürger schaffen . Foto: Horst Rudel
Die Skater wollen hoch hinaus und einen Platz für alle Bürger schaffen .Foto: Horst Rudel

Göppingen - Von wegen Jugendliche denken nur an sich selbst: Die Mitglieder des Vereins für Skateboard, Inline und Snakeboard (SIS) überzeugten den Göpppinger Gemeinderat im Dezember prompt mit ihren Ideen für die Zukunft des Skateparks. Denn obwohl der Um- und Ausbau des Geländes rund 350 000 Euro kosten soll, wird sich die Investition nach der Überzeugung des Gremiums für alle Bürger lohnen. Am Samstag können sich die Göppinger selbst ein Bild von den Plänen der jungen Leute machen.

Die Skater haben bei ihrer Planung nicht nur an ihre eigenen Bedürfnisse gedacht. In dem neuen Skatepark ist neben einer sogenannten Bowl und Rampen für die Skater auch eine Kleinkunstbühne geplant, außerdem Freiluftfitnessgeräte, die auch die Bewohner des benachbarten Seniorenheims nutzen können, und Geräte für weitere Trendsportarten wie etwa eine Slackline und ein Parcours für Cityläufer. Der Skatepark soll sich in einen „Ort der Vielfalt“ verwandelt, wo Trendsportarten, Kultur und Erholung Platz finden.

Die Jugendlichen waren sprachlos von ihrem Erfolg

Am Samstag wird das Projekt von 14.30 Uhr an im Alten E-Werk vorgestellt. Die Bürger haben dort die Möglichkeit, mit den Mitgliedern des Skatevereins zu diskutieren und selbst Vorschläge einzubringen. Auch verrückte Ideen sind willkommen – immerhin haben die Jugendlichen es bis Ende des vergangenen Jahres selbst nicht für möglich gehalten, die Stadtverwaltung und den Gemeinderat von ihren Vorschlägen überzeugen zu können. „Wir waren, ehrlich gesagt, alle sprachlos“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Michael Stegmaier, von der positiven Abstimmung im Gemeinderat. Am „Tag der Vielfalt“ gibt es neben den Diskussionen ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, einem Poetry-Slam, einem Café für alle Generationen und Kurzfilme.

Der Skatepark soll in mehreren Etappen wahr werden: In diesem Jahr steht die Planung im Vordergrund, dafür stehen rund 50 000 Euro bereit. Der erste Bauabschnitt auf dem Gelände zwischen dem Alten E-Werk, der Stadthalle und dem Pflegeheim der Wilhelmshilfe ist für das kommende Frühjahr geplant. Dafür sind rund 150 000 Euro eingeplant, weitere 150 000 Euro sollen im Folgejahr verbaut werden. Die Skater wollen sich mit 20 000 Euro aus der Vereinskasse an den Kosten beteiligen. Zur Debatte steht außerdem, dass die Jugendlichen selbst mit anpacken. Sie wollen außerdem Sponsorengelder für das Projekt sammeln. Immerhin hat sich die Skate-Open, die der Verein jedes Jahr auf dem Platz veranstaltet, zu einem Ereignis gewandelt, dass junge Leute aus einem weiten Umkreis nach Göppingen lockt.

Das Projekt Stadtoasen bringt die Akteure zusammen

Auf den Gedanken, sich mit der Zukunft des Skateparks auseinanderzusetzen, waren die jungen Sportler unter anderem im Rahmen des Projekts Stadtoasen gekommen. Dabei werden Plätze in der Stadt für eine beschränkte Zeit von verschiedenen Gruppen umgestaltet und mit verschiedensten Projekten belebt. Im vergangenen Jahr fand die Aktion vor dem Schloss statt. Die Skater hatten sich mit Vorführungen beteiligt. Im Gespräch mit Vertretern der Stadt, Sozialarbeitern und anderen Gruppen entstanden dabei die ersten Ideen für eine Erweiterung des Parks, aus denen die Jugendlichen dann ein Modell bastelten.

In diesem Jahr wird im Rahmen der Stadtoasen vom 28. Juni bis 6. Juli der Park unter den Kastanien in der Vordere Karlstraße aufgewertet. Dort wird es unter anderem Hip-Hop-Workshops, Live-Musik, einen Jazz-Abend und Open Air-Kino geben, sowie Plätze zum Relaxen und Spielen.