Google Street View Hohenlohe protestiert gegen Fotos
dpa, 16.05.2010 16:33 Uhr
 Foto: AP
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Stuttgart - Der Widerstand gegen "Google Street View" in Baden-Württemberg erreicht einen Höhepunkt: Zum ersten Mal versucht eine ganze Region, gegen den US-Konzern Google vorzugehen. Die 16 Städte und Gemeinden des Hohenlohekreises forderten das Unternehmen in einem Brief auf, zuerst die Einwilligung der jeweiligen Grundstückseigentümer einzuholen, bevor Häuser fotografiert und deren Bilder ins Internet gestellt werden.

Der Bürgermeister von Bretzfeld Thomas Föhl (parteilos), der als Koordinator fungiert, berichtet, die Sorgen der Bürger reichten von der Angst vor Einbrüchen bis hin zum allgemeinen Unbehagen, dass jeder die Bilder abrufen könne. Die Aktion des Kreises sei bei den Bürgern auf überwiegend positives Echo gestoßen. In vier von fünf Rückmeldungen werde das Vorgehen befürwortet. Google habe in einer ersten Stellungnahme erklärt, man werde die Ängste der Bürger im Hohenlohischen ernst nehmen.

Der Konzern ist nach Angaben von Google deutschlandweit mit 24 Autos unterwegs, um die digitale Straßenansicht zu erstellen. Man wolle alle öffentlichen Plätze und Straßen fotografieren. Auf seiner Internetseite veröffentlicht das Unternehmen, welche Städte und Landkreise aktuell von Fahrzeugen mit den Kameras in 2,90 Meter Höhe auf dem Dach erfasst werden. Im April und Mai fahren die Autos unter anderem durch neun Städte und mehrere Landkreise im Südwesten, darunter auch durch den Hohenlohekreis. Alle dort betroffenen Städte und Gemeinden informierten ihre Bürger in den örtlichen Amtsblättern über die Möglichkeiten, gegen den Online-Dienst "Street View" vorzugehen.

Unterdessen geriet der Konzern wegen der Sammlung persönlicher Daten aus offenen WLAN-Funknetzwerken unter Beschuss. Dabei wurden ebenfalls mit Kamera-Autos beispielsweise Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Webseiten erfasst und gespeichert. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte eine lückenlose Aufklärung und eine sofortige Löschung der Daten. Der Konzern sprach von einem technisch bedingten "unabsichtlichen" Ausspähen.

Der Einzelhandelsverband Baden-Württemberg sieht "Street View" ambivalent: So könne ein bestimmtes Geschäft schneller gefunden werden, meint Geschäftsführerin Sabine Hagmann. Manche Geschäftsleute machten sich Sorgen um Diebe. Kunden oder Mitarbeiter dürften aber auf den Bildern nicht erkennbar sein. "Grundsätzlich könnte aber Google Street View den Einzelhandel befördern", fügt sie hinzu. Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA erwartet Vorteile für Ferienorte, Restaurants, Biergärten oder Straßencafés, "wenn sie sozusagen weltweit rund um die Uhr über das Internet sichtbar gemacht werden können".

Kommentare (7)
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MAI
17
Eingebürgerter Schwabe, 12:43 Uhr

Unterschied zwischen Google und Bing

Für den Laien ist das zwar schwer zu verstehen, wo da der Unterschied liegt. Beide liefern Suchergebnisse, beide zeigen Werbung. Der große Unterschied ist die Verknüpfung zu Anderen Seiten. Nehmen wir z.B. mal an, ich habe mit Google nach dem Begriff "Schwabe" gesucht. Wenn ich nun auf irgend eine Seite gehe, die um sich zu finanzieren die ominösen Google-Anzeigen éingebunden hat, dann werden dort nicht zufällig irgendwelche Anzeigen angezeigt, oder auch nicht Anzeigen die zu dieser Seite passen, sondern ganz rein zufälligerweise Anzeigen, die zum Begriff "Schabe" passen. Wenn ich nun einen anderen Dienst von Google in Anspruch nehme, werden die Ergebnisse, die dann per Anzeige kommen noch verfeinert, je mehr desto genauer. Das bedeutet, Google weis ziemlich genau, wie mein Surf-Verhalten ist - natürlich nur, um mir "für mich interessante Werbung" anzubieten. Und genau deshalb macht es Sinn, verschiedene Anbieter zu verwenden. Als Suchmaschine z.B. BING von Microsoft oder Yahoo! Die von der Straße aus fotografierten "Streetview"-Bilder sind mit Abstand das kleinste Problem dabei!

MAI
17
Sammelt, 11:42 Uhr

Bing.com auf der Strasse unsere Daten ein?

War mir bisher nicht bewusst! Aber von IT-Spezialisten kann noch lernen: den Unterschied zwischen "0" und "1", nämlich. Aber Oha!

MAI
17
volker s., 10:22 Uhr

google

Auch in ein unverschlossenes Haus einzubrechen ist zumindest mal Hausfriedensbruch. Auch eine Postkarte zu lesen ist Verletzung des Briefgeheimnisses. Dass es Menschen gibt, die es den anderen sehr leicht machen ist kein Grund es trotzdem zu tun.

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