Graffiti-Workshop Schüler sprayen Lebensfreude auf

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Ein Graffiti-Projekt des Kulturagentenprogramms macht die Sporthalle der Berger Schule zum Hingucker. Drei Tage lang haben Schüler Motive entworfen und gesprayt, bis kein grauer Beton mehr zu sehen war.

Martin Daams hat auf die  obere Mauer das Motto „Unit-Ost“ gesprayt. Foto: Sybille Neth
Martin Daams hat auf die obere Mauer das Motto „Unit-Ost“ gesprayt.Foto: Sybille Neth

S-Ost - Die tristen Winkel rund um die Sporthalle der Berger Schule sind jetzt knallbunt. Drei Tage lang haben Schüler Motive entworfen und gesprayt bis kein grauer Beton mehr zu sehen war. Der Graffiti-Workshop unter dem Titel „Wände ohne Ende“ stand im Rahmen des bundesweiten Programms Kulturagenten für kreative Schulen, zu dem die Berger Schule seit 2012 gehört. Zur Spraydose haben auf dem Schulhof aber nicht nur die Schüler der Berger Schule, sondern auch die der Realschule Ostheim und der Grund- und Werkrealschule Ostheim gegriffen. Alle drei Schulen benutzen die Turn-und Schwimmhalle an der Schwarenbergstraße, deren Betonfassade samt Eingangsbereich und Aufenthaltsflächen verschönert wurden.

Freiluftvernissage zum Abschluss

Am 24. April haben Schüler, Lehrer, Eltern, Schulsozialarbeiter und die beiden Graffiti-Künstlern Jan-David Ducks und Steffen Göddel, die das Projekt betreut haben, mit einer Freiluftvernissage den erfolgreichen Abschluss gefeiert. Mit dabei waren auch die Rektoren der Realschule Ostheim, Wolfgang Schlosser, und der Grund-und Werkrealschule Ostheim, Gerhard Menrad. Die Gäste hatten Gelegenheit, sich selbst an Leinwänden und auf Papier künstlerisch zu betätigen.

„Die Graffiti sind außergewöhnlich gut geworden“, lobte der Künstler Steffen Göddel die Ergebnisse. „Die Schüler waren mit viel Energie und Hingabe dabei. Zum Teil wollten sie abends gar nicht mehr gehen“, erzählt er lachend. Nicht alle waren so versiert im Umgang mit der Sprühfarbe wie Martin Daams. „Ich spraye seit einem Jahr an der Hall of Fame beim Wasen“, sagt der 16-jährige Realschüler stolz. Dort können Jugendliche ganz legal ihren Sprayerfantasien freien Lauf lassen. Beim Graffiti-Projekt an der Berger Schule hat er „Unit Ost“ – das Motto der Aktion für die drei Schulen – in runden bunt schattierten Buchstaben auf eine Mauer geschrieben. „Die Konturen habe ich mit der Dose vorgesprüht“, erklärt er. An zwei darauffolgenden Nachmittagen hat er daran gearbeitet. „Die Kunst macht Spaß“, sagt der Realschüler. Zum Graffiti-Sprayen ist er durch einen Freund gekommen. „Der hat eine Dose gekauft und ich war zuerst sehr erstaunt, wie preiswert die sind.“ Klar, dass Martin Daams sich sofort zum Workshop des Kulturagentenprogramms gemeldet hatte.

Kunst gegen unflätige Parolen

Die Leiterin der Berger Schule, Nicola Witt, machte bei der Begrüßung zur Vernissage kein Hehl daraus, dass sie nicht nur die bunten Motive auf dem Beton schätzt, sondern auch Hintergedanken hat. „Die Wände wurden vorher immer wieder mit Dingen beschrieben, die wir nicht so gerne dort haben wollten“, sagte sie. Die Rektorin hofft jetzt, dass die künstlerischen Verzierungen der Schüler-Sprayer von den Mitschülern so sehr geschätzt werden, dass niemand mehr auf die Idee kommt, unflätige Parolen darüber zu schreiben.

Der Künstler Steffen Göddel sieht den Reiz der Aktion darin, „dass außerhalb des Unterrichts etwas verwirklicht werden konnte“. Jeweils vier Schüler von jeder der drei beteiligten Schulen machten mit. Jeder konnte seinen eigenen Entwurf vorlegen und mit Göddel diskutieren, was machbar ist und was nicht. „Manche Vorschläge waren zu schwierig, um sie zu realisieren“, berichtet der Künstler, der schon mehrfach mit Jugendlichen zusammen gearbeitet hat. Er hat die zwölf Schüler aus den Klassen sechs bis acht beraten, wie sie ihr Wunschmotiv auf die Mauer bringen. Jede Fläche – Wände, Pfeiler, Wände – ist so ein abgeschlossenes Werk von einem oder mehreren Sprayern geworden. Die Namen derer, die das jeweilige Motiv realisiert haben, stehen ebenfalls in mehr oder weniger graffititypischen Schriftzügen dabei.

Das Kulturagentenprogramm, an dem die Berger Schule und die Grund-und Werkrealschule Ostheim teilnehmen, fördert die Kooperation mit Kulturinstitutionen sowie den Austausch zwischen Schulen und Künstlern. So sollen sich Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur begeistern und ihre Persönlichkeit entfalten.

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Unity-Ost: Das heißt aber doch eher "Unity-Ost", wenn ich das auf dem Foto richtig sehe, oder?

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