Großbanken-Pleite
KfW wappnet sich
Martin Dowideit,
17.06.2010 12:30 Uhr
Die staatliche Förderbank KfW setzt nach Informationen der Stuttgarter Zeitung kein vollständiges Vertrauen in eine Genesung des deutschen Finanzsektors. Foto: dpa
Stuttgart - Die staatliche Förderbank KfW setzt nach Informationen der Stuttgarter Zeitung kein vollständiges Vertrauen in eine Genesung des deutschen Finanzsektors. Das Frankfurter Institut wappnet sich derzeit gegen die Pleite einer deutschen Großbank, da dies im Fall der Fälle ihre Geschäftsabläufe kräftig durcheinanderwirbeln würde. "Die Erfahrungen aus der Finanzkrise zeigen, dass auch vormals undenkbare Szenarien qualifiziert und intensiv vorbereitet werden müssen", so eine Sprecherin.Wie aus einer europaweiten Ausschreibung hervorgeht, sucht die KfW derzeit nach einem Dienstleister, der Förderkredite im Fall der Pleite eines ihrer Vertragspartner abwickeln kann. Denn ihre Darlehen gewährt die KfW stets über eine "Durchleitungsbank" an Kreditnehmer wie Hauseigentümer, Studenten oder Unternehmen. Geht eines dieser zwischengeschalteten Institute pleite, müsste sich die KfW um die Verwaltung der Darlehen selbst kümmern. Über die Kapazitäten dazu verfügt sie aber nicht und hat sich bisher auch keine Gedanken gemacht, was in solch einem Fall passieren würde.
In den Ausschreibungsunterlagen führt die Bank an, dass die Diskussion über ein "spezielles Bankeninsolvenzrecht zeigt, dass die Insolvenz einer deutschen Bank von spürbarer Größenordnung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann". Daher werde "die Einschaltung eines externen Dienstleisters als eine wesentliche Handlungsoption zur Krisenbewältigung" gewünscht. Dem Schritt lägen aber "keinerlei konkrete Bonitätsbedenken gegenüber unseren Durchleitbanken zugrunde", so die Sprecherin. Die KfW ist vor einer Insolvenz geschützt, da ihr Geschäft durch Garantien des Bundes abgesichert ist.
Je nachdem, welches private Institut von einer Insolvenz betroffen wäre, könnten bis zu hunderttausend Darlehen auf einmal einen Verwalter suchen, womit die Staatsbank schlicht überfordert wäre. Der Auftragnehmer der KfW soll daher bis "zur vollständigen Rückführung aller Darlehen" die Kreditsachbearbeitung übernehmen. Dazu zählen unter anderem der Einzug der regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen sowie das Mahnwesen. Der Sieger der Ausschreibung müsste für die kommenden fünf Jahre nach Vertragsschluss bereitstehen, Kreditportfolien abzuwickeln. Für diese Art des Versicherungsschutzes gegen Arbeitsüberlastung der KfW soll der Auftragnehmer eine pauschale jährliche Vergütung erhalten.
Hinzu kommt ein weiterer Betrag bei tatsächlicher Inanspruchnahme, der von der Zahl der tatsächlich übertragenen Darlehen abhängt. Insgesamt fünf Bieter will die KfW maximal zulassen, die bis zum 9.Juli ihre Angebote einreichen müssen.In den vergangenen Jahren hatte die KfW schlechte Erfahrungen gemacht und unter anderem mit Anlagen in Island, bei der Mittelstandsbank IKB und bei Geschäften mit der im September 2008 in die Pleite gerutschten US-Investmentbank Lehman Brothers Verluste gemacht.
In den Ausschreibungsunterlagen führt die Bank an, dass die Diskussion über ein "spezielles Bankeninsolvenzrecht zeigt, dass die Insolvenz einer deutschen Bank von spürbarer Größenordnung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann". Daher werde "die Einschaltung eines externen Dienstleisters als eine wesentliche Handlungsoption zur Krisenbewältigung" gewünscht. Dem Schritt lägen aber "keinerlei konkrete Bonitätsbedenken gegenüber unseren Durchleitbanken zugrunde", so die Sprecherin. Die KfW ist vor einer Insolvenz geschützt, da ihr Geschäft durch Garantien des Bundes abgesichert ist.
Es droht eine Überforderung der Staatsbank
Je nachdem, welches private Institut von einer Insolvenz betroffen wäre, könnten bis zu hunderttausend Darlehen auf einmal einen Verwalter suchen, womit die Staatsbank schlicht überfordert wäre. Der Auftragnehmer der KfW soll daher bis "zur vollständigen Rückführung aller Darlehen" die Kreditsachbearbeitung übernehmen. Dazu zählen unter anderem der Einzug der regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen sowie das Mahnwesen. Der Sieger der Ausschreibung müsste für die kommenden fünf Jahre nach Vertragsschluss bereitstehen, Kreditportfolien abzuwickeln. Für diese Art des Versicherungsschutzes gegen Arbeitsüberlastung der KfW soll der Auftragnehmer eine pauschale jährliche Vergütung erhalten.
Hinzu kommt ein weiterer Betrag bei tatsächlicher Inanspruchnahme, der von der Zahl der tatsächlich übertragenen Darlehen abhängt. Insgesamt fünf Bieter will die KfW maximal zulassen, die bis zum 9.Juli ihre Angebote einreichen müssen.In den vergangenen Jahren hatte die KfW schlechte Erfahrungen gemacht und unter anderem mit Anlagen in Island, bei der Mittelstandsbank IKB und bei Geschäften mit der im September 2008 in die Pleite gerutschten US-Investmentbank Lehman Brothers Verluste gemacht.
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