Großbrand in Ludwigsburg Feuerwehr lässt Halle abbrennen
pol; Fotos: Benjamin Beytekin, 10.03.2010 17:05 Uhr
 Foto: ddp
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Ludwigsburg - Beim Brand einer ehemaligen Lagerhalle in Ludwigsburg ist am Mittwoch Sachschaden in Millionenhöhe entstanden. Die Halle in der Rheinlandstraße, die derzeit zu einem Bürotrakt renoviert werden sollte, geriet in der Nacht gegen 3.00 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache in Brand, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Nach Angaben der Stadt Ludwigsburg sollte im Juli in der umgebauten Halle ein Kompetenzzentrum für Energie, Umwelttechnik und Ökodesign eröffnet werden. Geplant war, in der Halle etwa zehn Firmen unter einem Dach zusammenzufassen. Dieses Projekt muss die Stadt nun verschieben, bis ein neuer Standort gefunden ist.

Die Feuerwehr rückte mit rund 180 Einsatzkräften an, um den Brand zu löschen. Allerdings konnten die Feuerwehrleute nur verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übergreift. Die Einsatzkräfte ließen die Halle "kontrolliert abbrennen". Da Teile der ausgebrannten Lagerhalle einzustürzen drohen, muss die Ruine abgerissen werden.

Bei den Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt, einer davon schwer. Wegen des starken Funkenflugs mussten der benachbarte Einkaufsmarkt und ein Küchenmöbelhaus bis 9.30 Uhr für die Kunden gesperrt bleiben.

Der Verkehr rund um das Industriegebiet wurde umgeleitet. Im morgendlichen Berufsverkehr kam es vor allem auf der Schwieberdinger Straße zu starken Behinderungen. Der Stau auf der Ausfallstraße reichte bis auf die Autobahn 81 zurück. Eine Gefahr für die Bürger von Ludwigsburg bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt.

Um Bakterienbefall und Schmutzablagerungen nach dem Löscheinsatz vorzubeugen, ließen die Stadtwerke Ludwigsburg die Kanalisation vorsorglich durchspülen. Kurzzeitig trat deshalb aus einem Kanalrohr unter der Keplerbrücke sehr viel Wasser aus, dass auf ein Bahngleis in Richtung Stuttgart floss. Der Zugverkehr wurde jedoch nicht beeinträchtigt.

Das Feuer brach im Inneren des Gebäudes aus, in dem ab Juli ein Energiekompetenzzentrum unter dem Namen "Energetikom" eröffnet werden sollte. Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt, hatte der Innenausbau in der ehemaligen Lagerhalle bereits begonnen. Die Stadt Ludwigsburg hatte das mit EU-Mitteln geförderte Projekt initiiert. Eine Werbeagentur, die sich ebenfalls im Gebäude niederlassen wollte, plante sogar schon in den kommenden Wochen den Einzug.

Der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec (CDU) sprach angesichts der durch den Brand verloren gegangenen Innenarchitektur der umgewandelten Industriehalle von einem "dramatischen Verlust". Die Stadt werde kurzfristig eine alternative Gebäudelösung suchen, fügte er hinzu. Ein Abruf der EU-Fördergelder sei dann möglich, wenn sich für das "Energetikom" ein neuer, förderfähiger Standort gefunden habe. Die Firmen des "Energetikoms" werden vorerst an ihren bisherigen Standorten verbleiben.
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