Grün-Rot bei Twitter Die Regierung zwitschert mit

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Grün-Rot startet einen eigenen Twitterkanal und stellt sich kritischen Fragen der Bürger. Das erfordert Mut, vor allem beim Thema Stuttgart 21.

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Stuttgart - Die Landesregierung öffnet sich auf allen Kanälen: von Montag an wird sich Grün-Rot auch über den Kurznachrichtendienst Twitter an die Bürger wenden. Unter dem Account @RegierungBW informiert die Regierung künftig über Neuigkeiten aus dem Landtag und beantwortet die Fragen der Nutzer. Am Samstagmittag gab es sogar schon den ersten Tweet: "Auf die Plätze".

Tilo Berner, der Online-Kommunikationschef der Regierung, betreut den Twitter-Account zusammen mit seinem Team. Den Vorteil der sozialen Netzwerke sieht Berner darin, dass die Bürger die Regierungsbotschaften nicht nur konsumieren, sondern direkt darauf reagieren können. So gut es geht sollen die Anfragen der Twitter-Anwender beantwortet werden. „Der Rückkanal bietet beim Dialog mit den Bürgern eine ganz neue Qualität“, sagt er. Auch, weil man sich dabei auf Augenhöhe begegne. Ganz neu ist diese Form der Kommunikation nicht für Tilo Berner und seine Kollegen, sie haben bereits Erfahrungen auf anderen Portalen gesammelt, aber nicht nur positive.

Vor allem ein Thema interessiert die Nutzer

Die Kommunikations-Experten betreuen schon seit längerer Zeit einen eigenen Kanal auf der Videoplattform Youtube, außerdem pflegen sie das Facebook-Profil des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Mit Erfolg: 5000 Fans hat die Seite mittlerweile. Über das Profil erfahren die Nutzer, wo Winfried Kretschmann gerade geschäftlich unterwegs ist, wem er Interviews gibt und in welchen Talkshows er auftritt.

Doch vor allem für ein Thema interessieren sich die Nutzer: Stuttgart 21. Immer wieder stellen sie Fragen zum Bahnhofsprojekt – und äußern teilweise heftige Kritik an der Landesregierung. Zwar seien die Kommentare überwiegend positiv, dennoch erfordere es einen gewissen Mut, sich über die sozialen Netzwerke zu öffnen, sagt Berner. „Das bedeutet einen gewissen Kontrollverlust.“ Der seiner Meinung nach aber einen großen Vorteil mit sich bringt: „Wir gewinnen dadurch an Glaubwürdigkeit.“

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