""Sachwerte sind in der Krise durchaus gefragt, daraus resultiert auch ein Teil des Preisanstiegs.""
Stadtdirektor Karlheinz Jäger
Stuttgart - Der Stuttgarter Wohnungsmarkt hat sich auch 2009 in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise als stabil erwiesen. Dagegen sind die Umsätze und Zahlen beim Verkauf gewerblicher Immobilien gegenüber dem Vorjahr erneut zurückgegangen. Dies ist das Fazit des Grundstücksmarktberichts, den der Vorsitzende des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten, Stadtdirektor Karlheinz Jäger, am Dienstag im Rathaus vorgestellt hat.
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Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 6300 Immobilien (Grundstücke und Häuser) in der Stadt veräußert, ein minimaler Anstieg um rund ein Prozent gegenüber dem Vorjahr (6253). Der Gesamtumsatz ging gleichwohl von 2,15 Milliarden um rund 407 Millionen auf etwa 1,74 Milliarden Euro zurück - was laut Jäger ausschließlich auf den Umsatzrückgang im Bereich der gewerblichen Immobilien zurückzuführen ist. "Der Trend aus dem Jahr 2008 setzt sich fort", bilanzierte der Vorsitzende des Gutachterausschusses. Die Zahl der verkauften gewerblichen Objekte ging um 29 Prozent zurück, der Umsatz verringerte sich von 520 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 200 Millionen Euro - das entspricht einem Rückgang von knapp 60 Prozent.
Jäger: der gewerbliche Bereich wird sich stabilisieren
Dagegen legte der Wohnungsmarkt bei der Anzahl der Verkäufe um vier Prozent und beim Umsatz sogar um acht Prozent gegenüber 2008 zu. Die Zahl der Verkäufe von Einfamilienhäusern stieg um 20 Prozent, die der Mehrfamilienhäuser immerhin um 16 Prozent. Auch beim Wohnungs- und Teileigentum - traditionell der zahlenmäßig größte Teilbereich des Stuttgarter Immobilienmarktes - gab es bei den Verkaufszahlen einen Zuwachs um vier Prozent gegenüber 2008.
Die Preise für Bestandswohnungen im Eigentumsbereich blieben 2009 weitgehend stabil, vereinzelt gab es Preissteigerungen von etwa einem Prozent. Die Preise für Neubaueigentumswohnungen erhöhten sich 2009 um durchschnittlich bis zu zwei Prozent. Der Durchschnittspreis für eine neue Eigentumswohnung lag bei 2980 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche; in bevorzugter Wohnlage mussten Käufer bis zu 7400 Euro pro Quadratmeter für einen Neubau berappen.
Bei Bestandswohnungen liegt die Preisspanne beim Kauf zwischen 800 Euro (Baujahr vor 1925) und 5385 Euro (Stuttgart-Süd). "Sachwerte sind in der Krise durchaus gefragt, daraus resultiert auch ein Teil des Preisanstiegs", sagt Jäger, der für das kommende Jahr eine weitere Stabilisierung auch für den gewerblichen Immobilienbereich prognostiziert.