Grundwassermanagement bei Stuttgart 21 Grundwasser: Bahn informiert live im Internet

Von Markus Heffner 

Die Deutsche Bahn will beim Thema Grundwasser neue Wege gehen: Auf einer Veranstaltung, die live ins Internet übertragen wird, soll am Sonntag über Fragen der Geotechnik und die Baumaßnahmen berichtet werden.

Bis zu 6,8 Millionen  Kubikmeter Grundwasser und damit mehr als doppelt so viel wie geplant müssen beim Bau des Tiefbahnhofs möglicherweise umgewälzt werden. Foto: Achim Zweygarth
Bis zu 6,8 Millionen Kubikmeter Grundwasser und damit mehr als doppelt so viel wie geplant müssen beim Bau des Tiefbahnhofs möglicherweise umgewälzt werden.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Nach dem von Heiner Geißler moderierten Schlichtungsverfahren und dem Filderdialog, bei dem Bürger und Experten über die beste Trassenführung zwischen Rohrer Kurve und Flughafen sowie einen neuen Fernbahnhof diskutiert haben, will die Deutsche Bahn nun auch beim Thema Grundwasser neue Wege gehen: Auf einer Informationsveranstaltung, die live ins Internet übertragen und später über den regionalen Sender Regio TV ausgestrahlt wird, soll diesen Sonntag über das brisante Thema berichtet werden.

Die Bahn will dabei nach eigenem Bekunden zentrale Bürgeranliegen beantworten und über das formelle Anhörungsverfahren hinaus informieren, so der Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Dietrich. Auf diese Weise hätten alle Bürger die Möglichkeit, so Dietrich, sich über die Punkte zu informieren, an denen sie interessiert sind. Geplant ist, dass dazu Experten und Gutachter der Bahn über die Fragen der Geotechnik, den Umgang mit dem Mineralwasser, die Auswirkungen auf die Vegetation sowie das Planänderungsverfahren selbst und die geplanten Baumaßnahmen Anfang nächsten Jahres berichten.

Die Stadt Stuttgart als einer der Projektpartner der Bahn hatte zum Thema Grundwasser eigentlich ein breit angelegtes Bürgerforum geplant, das der Stuttgarter Soziologieprofessor Ortwin Renn moderieren sollte. Nach dem Vorbild der Debatte im Rathaus über die unterschiedliche Verwendung der gefällten Bäume im Mittleren Schlossgarten sollten dabei Experten von Stadt und Bahn das Thema öffentlich diskutieren, begleitet von Dialogveranstaltungen. Die Bahn hatte sich aber für ein anderes Format entschieden, was hinter den Kulissen für einigen Zwist zwischen den Projektpartnern gesorgt hatte.

Kritiker sehen ein Risiko für Geologie und Mineralquellen

Begründet hatte die Bahn ihre Wahl des neuen Formats mit dem Argument, dass sich die Prämissen geändert hätten und das zwischenzeitlich offiziell eröffnete Planänderungsverfahren zum Grundwassermanagement anders als angenommen nun ohnehin durch die Auslegung der Unterlagen und der anschließenden öffentlichen Anhörung mit Beteiligung der Bürger durchgeführt werde.

Bis zu 6,8 Millionen Kubikmeter Grundwasser und damit mehr als doppelt so viel wie geplant müssen beim Bau des Tiefbahnhofs möglicherweise umgewälzt werden. Die Kritiker sehen darin ein nicht unbeträchtliches Risiko für die Geologie und die Mineralquellen im Talkessel. Zudem fürchten unter anderem auch die Anwohner des Kernerviertels für den Fall um ihre Häuser, wenn durch die Entnahme des Wassers der Hang rutscht.

Übertragung
Die Veranstaltung am Sonntag dauert von 18 bis 20 Uhr und kann unter www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de sowie bei Regio TV live verfolgt werden. Regio TV zeigt die Sendung zudem am 17. September, 20 Uhr.

116 Kommentare Kommentar schreiben

Re Angelika Fink 20.09.23.48°°:drop down or step up: Werte Angelika,Sie haben natürlich recht,daß Wohneigentum immer einer sehr subjektiven Beurteilung unterliegt.Daß Sie in der glücklichen Lage sind,entsprechend Ihren Bedürfnissen eine Veränderung vom Haus zur Altbauwohnung vorzunehmen(drop down),zeugt von stattgehabter Lebensleistung.Die Käuferzielgruppe für 'S21-Kesselgrund-Nord' kann m.E. nur die von Ihnen bereits erwähnte sein(step up),die genügend'Spielgeld' hat und aus Mangel an Nachwuchs oder Zukunftsvorsorgedenken bis zu 9000.-Euro /qm Gestellungspreis 'verbraten' kann.Als Mieter ist die 'nach mir die Sintflut'-Denke verbreitet,als Eigner und Käufer sollte man sich aber schon Gedanken machen,ob ich bei der Veräußerung einer solchen 'Toplage' plötzlich einen Wertverlust verkraften muß,der mich von der 4-Zimmer- in die 1-Zimmerwohnung zwingt. So denkt aber wohl nur noch meine scheinbar 'austerbende Art 'gemeinwohlorientierter Staatsbürger,welche die Grundlagen Bismarckscher Sozialgesetzgebung verstanden hatte.Subsidiaritäts -und Solidaritätsprinzip. In diesem-unserem UgS21-Wahlspruch gemäßen -Sinne:Weil wir rechnen können-OBEN BLEIBEN mit dem Bhf und mit beiden Beinen in der Realität. Alter Demokrat-einer der Unternehmer-gegen-S21.

an: Alter Demokrat, 15:30 Uhr: Mit Ihrem Kommentar treffen Sie voll in's Schwarze - vor allem auch, was die unbedarfte Hoffnung auf günstige Wohnungen im 'Neubaugebiet' angeht. // Für die Qualitätskriterien betr. eines Immobilienstandorts: 'Lage, Lage,Lage' gebe ich Ihnen zwar Recht aber auch zu bedenken, dass dies ein sehr subjektiver Gesichtspunkt ist. Emporkömmlinge, Juppies etc. mögen sich u.U. durchaus dort wohl fühlen und es für eine 'gute Lage' halten. // Ich selbst habe vor einiger Zeit mein Haus in Halbhöhenlage ( gute Lage ) verkauft, um eine großzügige Altbau-Wohnung im Zentrum dessselben Stadtteils Stuttgarts zu erstehen als meine Kinder aus dem Haus gingen. Finanzpolitisch vielleicht nicht so dolle - aber die bevorzugte Lage einer ( zumindest selbstbewohnten ) Immobilie ist immer eine Sache der subjektiven Priorität. Grüße von ebenfalls einer UgS21.

@ SEP 18 Veritas, 15:15 Uhr: ich verweise auf meinen Kommentar von SEP 17 23:58 Uhr

Es wird immer enger für die Bahn: Jeden Tag Negativ-Schlagzeilen - das verkraftet kein Unternehmen. Im Umkehrschluss kann es für die Bahn nur heissen: Zerstören wo immer es geht. Wie die kleinen Kinder im Sandkasten - kriege ich nicht das Schäufele sollst Du es auch nicht kriegen. Also macht das Kind das Schäufele kaputt, damit es kein anderer bekommt. Infantilismus hoch 21.

Zerrbild und Wirklichkeit: Ich glaube nur, wer viel schreibt - der bleibt, oder kann bei der S21-Thematik nicht kurz und überzeugend auf den Punkt kommen. So gibt es also immer reichlich zu tun. _________________________________________________________ Übrigens, ich bin mit Herrn Engelhardt weder Verwandt oder Verschwägert. Auch bin ich kein registrierter Nutzer der 'wikireal'-Plattform. Ich habe zum Thema Verspätungen in der S21-Simulation nur mal kurz recherchiert.

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