Gutachten zu Stuttgart 21 Wäre der Kopfbahnhof leistungsfähiger?

Von Jörg Nauke 

Ein neues Gutachten bringt Befürworter von Stuttgart 21 in Erklärungsnot. Der Kopfbahnhof soll leistungsfähiger sein als S 21.  

 Foto: dpa
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Stuttgart - Der Stuttgarter Kopfbahnhof kann mit minimalen Korrekturen für wenige Millionen Euro in der Spitzenstunde 56 Zugankünfte bei guter Betriebsqualität bewältigen. Zu dieser Erkenntnis kommt das Münchner Gutachterbüro Vieregg & Rössler. Dem gegenüber steht die Aussage der Deutschen Bahn, sie habe mit dem Stresstest nachgewiesen, den in der Schlichtung geforderten Wert von 49 Zügen in der Spitzenstunde zu erreichen – wenn auch nur mit der zweitbesten Qualitätsnote. „Somit ist die Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofes um 14 Prozent höher“, bilanzierten Vieregg & Rössler in dem Gutachten, das am Donnerstagt an Landtagsabgeordnete und Gemeinderäte verschickt wurde und auf einer Analyse des aktuellen Fahrplans basiert. Das bis zu 4,5 Milliarden Euro teure Neubauprojekt „stellt somit zweifellos einen Rückschritt dar“.

Schadet S 21 dem Regionalverkehr?

Das Duo war vom Kaufmann Alexander Keck und den „Ingenieuren 22“, die die Tieferlegung des Bahnhofs ablehnen, mit der Bewertung beauftragt worden. Die Gruppe schlussfolgert, dass sich das Land finanziell nicht an S 21 beteiligen dürfe, da es dem Regionalverkehr nicht nütze, ja sogar schade. Der ehemalige Leiter des Stuttgarter Hauptbahnhofs, Egon Hopfenzitz, bezeichnete die Expertise als „überzeugend und gekonnt gemacht“. Der Pensionär und engagierte Projektgegner hatte bereits in der Schlichtung dem heutigen Kopfbahnhof 54 Züge attestiert.

Selbst bei den 56 Ankünften blieben noch Fahrtrassen frei – und zwar vor allem auf den S-Bahnstrecken von Bad Cannstatt und von Feuerbach zum Hauptbahnhof, haben Martin Vieregg und Karl-Heinz Rössler am Donnerstag dargelegt. Würden alle Trassen genutzt, käme man bei einer allerdings schlechteren Betriebsqualität sogar auf 67 Ankünfte. Ein wesentlicher Unterschied zu S 21 sei dass der Kopfbahnhof an die S-Bahn-Gleise angeschlossen sei. Wären Nah- und Fernverkehr erst einmal sauber getrennt, könnten zusätzliche Züge auf heute überlasteten Linien wie die S 6 von Weil der Stadt aufgenommen werden.

 

 

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442 Kommentare Kommentar schreiben

@mal nachdenken: leider muss ich sie enttäuschen - ICH Habe nie Mathematiklehrer ausgebildet, sondern immer der 'reinen Lehre gefrönt', allerdings 'bundesweit'.Nach Stgt hat es mich beruflich verschlagen, wobei ich nie vergessen werde, was mir der Personalreferent beim Einstellungsgespräch gesagt hat: Was sie an der Uni an Mathematik gelernt haben, können sie bei uns sofort vergessen. Ich garantiere ihnen, dass sie nie in die Verlegenheit kommen werden, etwas davon anzuwenden. Wir stellen sie ein, weil nach unserer Erfahrung Mathematiker eine gewisse Denkweise gelernt haben, die sie besser als etwa ein VWLer oder BWLer prädestiniert, die bei uns ansthenden Aufgaben zu lösen. Nach dem, was sie mir von ihren beruflichen Erfahrungen bisher erzählt hasben, müsste Ihnen das doch SEHR bekannt vorkommen?

@erwin Kober: Sie haben offensichtlich Matehmatik studiert, sind im Ruhestand und leben im heiligen Land, mh, wenn Sie nun auch noch im Rahmen Ihrer Tätigkeit Mathematiklehrer ausgebildet haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns von früher kennen, sehr groß. Viele Grüße mal nachdenken ;-))

@mal nachdenken: gratuliere zu ihrer Ortskenntnis!! Natürlich sind sie hier von “Heiligen umzingelt“, aber auf eine erfreulich unaufdringliche Art . Vielleicht können wir über diesen Artikel „anonym“ lose in Kontakt bleiben. Ihnen schon aufgefallen,? Hier gibt es noch einen Phil55 der den Befürwortern mit Gebrauchswertsmatrizen zusetzt Interessant etwas über die Sprache der Wiprü’s zu erfahren. „In der Kürze der zeit ..“, „nach Angaben der DB .. „ ist mir natürlich auch aufgefallen, hielt ich bisher immer für eine selbsterteilte Generalabsoution – offenbar wieder einmal zu kurz gedacht. Mathematik – ja, da komme ich ins schwärmen. Ich erinnere mich noch an den “Schlusspunkt“ der 4-semestrigen Analysisvorlesung: EINE Formel mit FÜNF Symbolen, davon ein Gleichheitszeichen

@Erwin Kober: '..... der im Umland von Stgt im heiligen Land wohnt ...' ============================================================== Hört sich sehr nach Korntal an ;-)). Ihre Formulierungen ahben mich gefreut, vorallem die Sache mit Mathematik, ich war mal früher als Schüler leidenschaftlicher Matheanhänger, Logik ist etwas Wunderbares und Reines, leider von vielen nicht verstanden. Mich hat es dann später aus mathematischer Sicht in die einfacheren Gefilde verschlagen, wobei mir die logischen Grundlagen aus dem Matheuntericht heute noch in meinem disziplinenübergreifenden Job sehr hilft. Von Beobachtung bin ich etwas enttäuscht, nach so viel gackern hätte ich wenigstens ein klitzkleines Eichen erwartet, aber so gar keinen Inhalt ist schon eher '6, setzen' (ist aber bei den anderen Hardlinern ohne Fachwissen auch so). Leider bin ich das von einigen Befürortern so gewohnt, dort kommt aber wenigstens in Sachen Technik einiges, was die Entschädigungen angeht, glaube sie aber auch, dass interen Ausstiegskosten den Entschädigungsleistungen entsprächen, weil es ja ein WP gesgat hat. Es gibt zum Glück ein paar in den Runden, die WPs schon live erlebt haben und deshalb die Zahl nicht glauben. Die CDU-Anhänger hatten ja auch Mappus geglaubt, dass der ENBW-Deal rechtens gewesen wäre, der Staatsgerichtshof hat diese Meinung dann korrigiert. Leider ist nicht bei allen Menschen angekommen, dass die meisten Sachverhalte nicht so einfach sind, wie es manche 'Fürsten' glauben machen wollen. Übrigens haben weder Susat, PWC noch Märkische in Verbindung mit den 1,5 Mia EUR das Wort Entschädigung erwähnt, es wäre ja auch unzutreffend gewesen. Die WPs sind nicht so blöd, sich juristisch verbindlich hinter die DB AG zu stellen (diese könnte bei Nichterhalt dieser Summe möglicherweise sonst eine Schadensersatzklage einreichen), es wird immer darauf wert gelegt, dass die DB AG behauptet, dass.... und am Ende wird lapidar gesagt, dass aufgrund der kürze der Zeit keine eigene Prüfung gemacht werden konnte (auf deutsch bedeutet das, dass die WPs selbst nicht daran glauben, ist eben eine eigene Sprache). Ach ja, PWC konnte auch nie auf einen anderen Betrag kommen, sonst wären sie den lukrativen Prüfungsuaftrag bei der DB AG los geworden, würde der zuständige Partner aus Karrieregründne niemals zulassen, deshlab ja die wachsweichen Formulierungen.

@Beobachtung kein Spamer!: Ein ungemein sachdienlicher Beitrag, warum haben sie sich auf die Diskussion mit @mal nachdenken überhaupt eingelassen? Das war dann doch aktive Spamwerbung.

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