Gutachten zur Neubaustrecke Kosten und Nutzen in Frage gestellt
Jörg Nauke, 08.09.2010 06:46 Uhr
 Foto: Zweygarth
Foto: Zweygarth


Die Bahn nannte für einen Durchschnittstag 2009 gerade einmal 209 Züge, davon waren nur 50 Güterzüge - täglich 80 weniger als geplant. Die Güterzüge fahren vermehrt über Würzburg und Gemünden, weil diese Trasse komfortabler ist als die über die Geislinger Steige.

Kaum ein Bedarf in Sicht


Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Neubaustrecke sind die prognostizierten "schnellen, leichten Güterzüge". Für diese Transportart ist zwar kaum ein Bedarf in Sicht, doch sie stehen in der Kosten-Nutzen-Rechnung. Die im Netzwerk Privatbahnen (NP) vereinte Konkurrenz glaubt, die DB kalkuliere diese Züge nur ein, um über die magische Grenze von täglich 150 Zügen zu kommen und die Deklaration als Mischbetriebsstrecke zu vermeiden. Diese ließe nur 1,2 Prozent Steigung zu - die Neubaustrecke ist bis zu 3,5 Prozent steil.

Dass die Bahn nicht die Absicht habe, dort Güterzüge fahren zu lassen, zeigt laut NP die Überleitung von der Neckartalbahn auf die Neubautrasse. Die Nutzlänge für haltende Züge betrage nur 482 Meter - für einen langen Güterzug sei das zu wenig, so dass er Züge von Tübingen aufhalten werde. Die Antwort der Bahn: Man wisse um die Möglichkeiten, die Nutzlänge zu erhöhen, verzichte jedoch darauf. Bei Bedarf könnte sie das nachholen.
Kommentare (73)
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SEP
15
Y. Berger, 00:09 Uhr

@StuttgartII oder Ulmer oder im Maulwurf?

Klingt alles so ähnlich was die drei Niknames schreiben. Danke für ihre Aufklärung. Freut mich, daß ich ihr Wissen ausbauen konnte. Es war meine Absicht mal zu testen ob die S21 Befürworter auch recherchieren können oder nur leere Worthülsen einwerfen. Sie waren große Klasse, hatte die gleichen Ergebnisse auch rausbekommen. Bis zum nächsten Tests grüßt sie lieber Herr StuttgartII-Ulmer-imMaulwurf ihr/ihre Y. Berger

SEP
10
Jemand, 12:12 Uhr

@Sauerwasser

Was würde das an der Tatsache ändern, dass das Papier von Vieregg und Rössler Schrott ist? Das einzige, was die Gegner dann machen könnten, wäre zu schreiben, dass die Bahn doch auch keine Gutachten schreiben kann. Aber warum sollte die Bahn ein Gutachten schreiben? Die Zahlen die die Bahn angegeben hat, stammen garantiert aus ihren Planungssystemen. In einfachster Form liegen die Zahlen in Excel-Tabellen in Verbindung mit einem gigantisch großen Projektplan mit mehreren Detailstufen. Die Bahn wäre ziemlich dumm, diese Daten offenzulegen. Nicht wegen irgendwelchen Theorien, dass die Zahlen gelogen sind, sondern schlicht wegen der aufkommenden Konkurrenz. Außerdem würde die Aufbereitung viele Manntage, wenn nicht sogar Mannwochen benötigen. Man bedenke: die internen Zahlen der DB bilden die Grundlage zum Bau des gesamten Projektes. Von diesen Zahlen sind also konkrete Entscheidungen abhängig, weshalb die Bahn nicht einfach mal schätzen, unterstellen oder vermuten kann, was Vieregg und Rössler in ihrem Gutachten alle Nase lang machen. Weiterhin wäre die Bahn ziemlich dumm, wenn sie hier irgendwas schönrechnen würde. Und noch einmal: das Ganze hat ändert nicht im geringsten die Tatsache, dass das Gutachten von Vieregg und Rössler einfach nur eines ist: unglaublich schrottig.

SEP
10
Sauerwasser, 10:41 Uhr

@Jemand

Da Sie das V+R Gutachten so zerreissen, können Sie mir sicherlich sagen wo ich das Papier mit den 2,85 Mrd der Bahn für die NBS finden kann. Da stehen dann ja sicher Kalkulationen drin die mit dem V+R verglichen werden können.

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