Belgrad - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat den ersten Matchball zum Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft in Serbien vergeben. Das Team von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag am Montagabend Vizeweltmeister Dänemark in Belgrad 26:28 (14:17) und muss nun zum Abschluss der Hauptrundengruppe 1 am Mittwoch (16.15 Uhr) gegen den WM-Achten Polen gewinnen, um sicher unter den letzten vier Mannschaften des Turniers zu sein. Gegen Dänemark hätte der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht.
Damit ist auch der Kampf um die beiden verbliebenen Tickets für die drei olympischen Qualifikationsturniere im kommenden April weiter äußerst offen. Beste deutsche Werfer gegen Dänemark waren Uwe Gensheimer, Lars Kaufmann, Michael Haaß und Christoph Theuerkauf mit jeweils vier Toren.
Belgrad Arena nur spärlich gefüllt
Ein „heißes Tänzchen“ hatte der deutsche Torhüter Silvio Heinevetter den Dänen vor der Partie versprochen - zumindest von den Rängen sprang der Funke jedoch nicht über. Nur rund 3.000 Zuschauer hatten sich im riesigen Rund der 20.000 Plätze zählenden Belgrad Arena verloren. Die Deutschen kamen mit der Atmosphäre zunächst besser zurecht und zogen bereits nach fünf Minuten mit vier Toren Vorsprung davon. Danach verlor das deutsche Team allerdings den Faden.
Heuberger hatte seine Anfangsformation gegenüber den vergangenen Partien umgebaut und für Überraschungen gesorgt: Neben Christian Sprenger, der Patrick Groetzki auf Rechtsaußen ersetzte, erhielt auch Kapitän Pascal Hens eine neue Bewährungschance. Der Hamburger hatte im bisherigen Turnierverlauf auf ganzer Linie enttäuscht und war noch am Sonntag von Magen-Darm-Problemen geplagt worden. Offenbar vollständig genesen ersetzte Hens nun den zuletzt vor allem in der Defensive so starken Kaufmann.
Kapitän Hens beginnt und bleibt blass
Heubergers Schachzug ging nicht auf. Die Dänen glichen nach 13 Minuten aus - auch weil Hens sich in dieser Phase zwei Fehlwürfe geleistet hatte und bis zu seiner Auswechslung acht Minuten vor der Pause kein Tor zustande brachte. Stattdessen wurden die Dänen stärker und witterten ihre Chance. Superstar Mikkel Hansen & Co. gelang es immer häufiger, Heinevetter zu überwinden. Nach dem ersten Durchgang lag der WM-Zweite schließlich mit drei Treffern in Führung.
Die Deutschen schworen sich in der Pause auf eine erneute Aufholjagd ein - schließlich war es beim 21:21 zwei Tage zuvor gegen Gastgeber Serbien gelungen, gar einen Rückstand von sieben Toren wettzumachen. „Jetzt wissen wir, dass wir bei diesem Turnier niemals aufgeben müssen“, hatte Spielmacher Haaß anschließend erklärt. Tatsächlich bemühte sich die DHB-Auswahl, das Spiel noch zu drehen und steckte selbst nicht auf, als die Dänen nach 38 Minuten mit 21:16 vorn waren. Immer wieder kämpften sich Haaß & Co. heran. In den entscheidenden Situationen fehlte es dann aber an der letzten Konsequenz im Angriff.


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