Handball-Manipulationsskandal Das Urteil rückt näher
dapd, 24.01.2012 07:38 Uhr
Der ehemalige Manager des Handball-Bundesligisten THW Kiel, Uwe Schwenker (links) und Kiels Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic. Foto: dpa
Der ehemalige Manager des Handball-Bundesligisten THW Kiel, Uwe Schwenker (links) und Kiels Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic. Foto: dpa
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Kiel - Der Verhandlungssaal 232 der 5. Strafkammer des Landgerichtes Kiel ist randvoll gewesen. Dutzende Medienvertreter, Mitarbeiter des THW Kiel sowie Anhänger des Vereins kamen am Montag zum 18. Verhandlungstag im Handball-Manipulationsskandal. Es war der Tag der Verteidiger des ehemaligen Managers Uwe Schwenker und des Ex-Trainers Zvonimir Serdarusic, die 2007 vor dem Champions-League-Finale die Schiedsrichter bestochen haben sollen.

"Die Hauptverhandlung hat keinen Beweis zur Schuld des Herrn Schwenker erbracht", begann der Verteidiger Michael Gubitz sein knapp einstündiges Plädoyer. Wiederholt griff der Schwenker-Verteidiger den Oberstaatsanwalt Axel Goos an, sprach von einer "lückenhaften Beweislage" und "einseitigen Ermittlungen" seitens der Staatsanwaltschaft, die "in schmutziger Wäsche gewühlt" habe, nach dem Motto: Man müsse nur "mit genügend Dreck werfen, irgendetwas wird schon hängen bleiben".

Entscheidende Widersprüche nicht aufgeklärt

Fehlende Beweise seien zudem durch "Andeutungen, Halbwahrheiten und Gerüchte" ersetzt worden. Alles spräche gegen eine Verurteilung, nicht zuletzt die Tatsache, dass unabhängige Sachverständige im Rahmen der Verhandlung bestätigt hätten, dass das angeblich verschobene Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt nicht verpfiffen wurde. "Die Staatsanwaltschaft kann nicht den Beweis erbringen, dass es eine Straftat gab", sagte Gubitz. Zudem sei es ihr nicht gelungen, "entscheidende Widersprüche aufzuklären".

Daher endete er mit den Worten: "Wir beantragen, Herrn Schwenker in allen Anklagepunkten freizusprechen." Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am vergangenen Mittwoch überraschend hohe Freiheitsstrafen von 18 Monaten für Schwenker und 17 Monaten für Serdarusic, jeweils auf Bewährung, gefordert. Der Urteilsspruch durch den Richter Matthias Wardeck wird bereits für diesen Donnerstag erwartet.

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