Handy am Steuer benutzt 21-Jährige wegen versuchten Mordes verurteilt

Von red/dpa 

Vor dem Landgericht Stuttgart ist eine 21-Jährige wegen versuchten Mordes zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die junge Frau während des Fahrens ihr Handy benutzt, dadurch einen tödlichen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen hat.

Telefonieren oder Nachrichten tippen am Steuer: Für eine 21-Jährige wurde das Handy am Steuer zum Verhängnis. Sie erfasste zwei Radfahrer, einer starb. (Symbolfoto) Foto: dpa
Telefonieren oder Nachrichten tippen am Steuer: Für eine 21-Jährige wurde das Handy am Steuer zum Verhängnis. Sie erfasste zwei Radfahrer, einer starb. (Symbolfoto)Foto: dpa

Stuttgart - Weil sie am Steuer mit ihrem Handy hantiert, bei einem Unfall einen Fahrradfahrer getötet und nicht angehalten hat, ist eine 21-Jährige in Stuttgart wegen versuchten Mordes und Fahrerflucht verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart verurteilte die Frau zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Die Richterin sah es am Donnerstag auch als erwiesen an, dass die Frau beim Fahren Nachrichten auf ihrem Handy tippte. Dabei verursachte sie im August 2014 auf der Bundesstraße zwischen Weil der Stadt und Renningen (Kreis Böblingen) den Unfall. Ein Fahrradfahrer starb, ein anderer wurde schwer verletzt. Die Frau flüchtete.

Das Urteil erging unter anderem wegen versuchten Mordes in einem Fall, weil die Frau nach Angaben des Gerichts billigend in Kauf genommen hatte, dass durch ihre unterlassene Hilfeleistung jemand stirbt. Sie musste demnach wegen des starken Aufpralls annehmen, dass sie mindestens einen Menschen mit ihrem Fahrzeug erfasst hatte. Weil einer der beiden Radfahrer verletzt wurde, erging das Urteil auch wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen drei Jahre Haft als Jugendstrafe beantragt. Die Verteidigung hatte für höchstens zwei Jahre auf Bewährung plädiert. Die Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses gesagt, sie sei in Panik davongefahren und habe nicht bemerkt, dass Menschen zu Schaden kamen. Das Handy habe sie nicht in der Hand gehabt.