Hans-Olaf Henkel zur Währungsunion
"D-Mark als Drohung"
Michael Heller,
13.03.2010 13:50 Uhr
Henkel, der Kritiker des Politikbetriebs, zeigt Verständnis für die Politik. Foto: dpa
""Von Inflation profitiert immer nur der Schuldner, und der größte Schuldner ist der Staat.""
Henkel zum seiner Ansicht nach großen Inflationsrisiko
Herr Henkel, Sie haben die Entwicklung in Politik und Wirtschaft schon in der Vergangenheit eher in düsteren Farben gemalt. Wird jetzt im Zuge der globalen Krise alles noch schlimmer? Erst haben wir mit unvorstellbar viel Geld unsere Banken gerettet, jetzt müssen wir womöglich unsere Nachbarländer retten.
Ich war damals als BDI-Präsident mit einer Wirtschaftsdelegation in Italien; natürlich in Abstimmung mit der Bundesregierung, als es um die Frage ging, ob die Italiener den Euro einführen dürfen oder nicht. Wir waren bei Ministerpräsident Romano Prodi, seinem Finanzminister und auch beim Chef der Staatsbank, Carlo Ciampi, dem späteren Staatspräsidenten.
Mit einer weiteren Delegation war ich auch in Spanien, beim damaligen Ministerpräsidenten José María Aznar. Wir kamen zurück und haben gesagt, okay, die Länder betreiben inzwischen eine solide Politik, sie sind reif für den Euro. Aber wir waren leider nicht in Griechenland. Wenn ich damals gewusst hätte, was heute bekannt ist, hätte ich mich niemals für die Einführung des Euro starkgemacht.
Nur wegen Griechenland?
Nein. Es gab auch andere Enttäuschungen, zum Beispiel durch die eigenen Bundesregierungen. Wenn ich gewusst hätte, dass ausgerechnet Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel die Konvergenzkriterien verletzen - und zwar ohne Wirtschaftskrise -, dann hätte ich der Sache so nicht meinen Segen gegeben. Natürlich war der BDI-Präsident nur einer von vielen, die gefragt wurden, aber mit dem Wissen von heute hätten die Bedingungen damals wesentlich schärfer und verbindlicher gesetzt werden müssen.
Nun ist der Euro aber Realität.
So ist es. Wir sind damals leider nicht nach Griechenland gefahren, und heute können wir nicht mehr so einfach raus. Was die Zukunft des Euro betrifft, so mache mir große Sorgen.
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Amnesie
Der Mann war schon in früheren Zeiten ein eitler, arroganter und autistischer Selbstdarsteller. Ausgerechnet der Prophet der nicht hinterfragten staatlichen Deregulierung will heute die verfehlte Sozialpolitik der USA als Ursache der Bankenkrise ausgemacht haben. Das ist ja wohl nur noch mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu beschreiben. Da kann er sich ja gleich mit Guido W. zusammen in die Gruppentherapie begeben und auf den "linken Zeitgeist" schimpfen.
Der Henkel droht: Soll doch der Topf zerbrechen....
Spekulanten attackieren Griechenland. Dem Land droht der Staatsbankrott. Und Henkel droht ...... Wo liegen die Ursachen der griechischen Tragödie? Sicher: In Griechenland herrscht Korruption und der Staatshaushalt wurde manipuliert. Nebenbei: Die US-Bank Goldman Sachs hat dabei auch noch geholfen. Herr Henkel hat einige Duz-Freunde dort..... Außerdem drücken sich Besserverdienende, Unternehmer und Reiche vor dem Steuerzahlen. Die tatsächlichen Steuern auf Gewinne und Vermögen in Griechenland entsprechen nur der Hälfte der Eurozone. Etwa 30 Milliarden Euro werden jährlich an Steuern hinterzogen. Herr Henkel sollte auch bei uns den Hof kehren und den CD-Ankauf begrüßen..... Seit Jahren wird dort weniger exportiert als das Land importiert. Von 2000 bis 2008 summiert sich das Außenhandelsdefizit auf rund 270 Milliarden Euro. Handelsdefizite führen zu steigender Staatsverschuldung. Auch die Stagnation deutscher Löhne hat zu diesem Desaster beigetragen, denn die griechischen Arbeiter verloren auch dadurch ihre Arbeitsplätze. Insgesamt hat dieses Dumpingverhalten in Deutschland mit zu einem europäischen Desaster beigetragen, dass nämlich immer die Binnenwirtschaft zurückging. Weiß das Herr Henkel überhaupt.... Wollen wir mit weiter schrumpfenden Löhnen China als Exportweltmeister wieder ablösen? Diese Dummheit können nur gekaufte Redner penetrant behaupten, die auf der Lohnliste von INSM und dem Konvent für Deutschland stehen und die weiter zur Verblödung der Bevölkerung beitragen. Die Arbeitgeber, die ihre Propagandamaschine teuer bezahlen, sollten diese Millionen für bessere Löhne und zur Verbesserung der Stimmung in ihren Betrieben verwenden. Denn das ist auf die Dauer besser als jede tölpelhafte Propaganda.....Herr Henkel! Wir haben - auch mit einem riesigen Waffenexport - Griechenlands Misere mitverschuldet. Wenn sich einer beim Auslöffeln der fatalen Suppe weigert, die er mit eingebrockt hat, ist er doppelt schuldig!
Das Ross wurde von hinten her aufgezäumt !
Jetzt, wo es so aussieht, dass das "Europäische Haus" in sich zusammenbrechen könnte, kommen auf einmal die, die vor 10 Jahren die Einführung des Euro hauptsächlich gepusht haben mit Bedenken - etwas zu spät, Herr Henkel! Für das Gelingen des gemeinsamen Europa wäre es notwendig gewesen, zuerst einmal politische (Außenpolitik - zB. gegenüber der USA) Gemeinsamkeiten und das vernünftige Zusammenspiel der unterschiedlichen Regionen (Nationen) zu entwickeln und zu organisieren. Die Einführung des Euro wäre eigentlich der letzte Schritt auf diesem Weg gewesen - dass wir diesen Schritt hektisch vorgezogen (mit arrogantem Kohl - Dampf) und eigentlich Notwendige weitgehend vernachlässigt haben, rächt sich nun auf fatale Weise. Aber damals wurden die Kritiker dieser falschen Vorgehensweise nicht gehört, öffentlich mit Hohn und Spott bedacht und als Feinde des gemeinsamen Europa verunglimpft.