Herbststurm in Norddeutschland Fußgänger von Baugerüst erschlagen

Von AFP, dpa, red 

Sturmtief „Sebastian“ fegt mit heftigen Windböen über Norddeutschland hinweg. In Hamburg ist ein 38-jähriger Fußgänger von einem umfallenden Baugerüst erschlagen worden. Für Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus.

Ein Passant wird unter einem umstürzenden Baugerüst begraben. Die Polizei ist vor Ort an der Unglücksstelle in Hamburg. Foto: dpa 9 Bilder
Ein Passant wird unter einem umstürzenden Baugerüst begraben. Die Polizei ist vor Ort an der Unglücksstelle in Hamburg. Foto: dpa

Offenbach - Mit heftigen Windböen und Starkregen ist das Sturmtief „Sebastian“ am Mittwoch über Teile West- und Norddeutschlands hinweg gezogen. Ein Passant ist in Hamburg bei starkem Wind von einem umfallenden Baugerüst erschlagen worden. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Windböen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. Der 38 Jahre alte Mann sei von den Gerüstteilen getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Am Nachmittag sei er dann seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern. Auch im Binnenland von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen brachte „Sebastian“ verbreitet Sturm, Gewitter und Regen. Für die Nordseeküsten gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. An der ostfriesischen Küste wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von rund einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Für Nordfriesland wurde mit anderthalb bis zwei Metern über dem mittleren Hochwasser gerechnet.

Gefahr durch entwurzelte Bäume und herabstürzende Dachziegel

Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel. In der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern.

Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen von Straßen und Erdrutsche möglich. Im Odenwald und im Schwarzwald wurde mit Niederschlägen von mehr als 50 Litern pro Quadratmeter gerechnet, im Saarland von bis zu 30. Im nordrhein-westfälischen Duisburg riss der Sturm zahlreiche Bäume aus dem Boden. Nach Angaben der Polizei kippten zudem Bauzäune und Beschilderungen um. Auch eine Ampel wurde abgeknickt. Durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume wurden mehrere Autos beschädigt. Verletzt wurde aber niemand.

Kitas vorübergehend geschlossen

Auch die niedersächsische Polizei meldete zahlreiche Einsätze. So sorgte „Sebastian“ etwa in den Landkreisen Verden und Osterholz für entwurzelte Bäume und umherfliegende Gegenstände. Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden. „Die Polizei, die Feuerwehren und die Straßenmeistereien haben zur Zeit alle Hände voll zu tun“, hieß es. Die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein riet ihren Bürgern, sich in den Nachmittagsstunden nicht im Freien aufzuhalten. Städtische Kindertagesstätten wurden geschlossen, auch den Schulen wurde eine Schließung empfohlen. Städtische Veranstaltungen mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurden abgesagt.