Hilfe für den Nachbarn Fall 34 Das Mädchen ist fast verblutet

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Die 20-jährige hat keinen Rückhalt von zuhause. Die Probleme mit den Eltern eskalierten so, dass sie anfing, sich zu ritzen. Heute lebt sie alleine.

Die Jugendliche hatte schon als kaum Ansprache bei ihren Eltern. Foto: dpa
Die Jugendliche hatte schon als kaum Ansprache bei ihren Eltern. Foto: dpa

Stuttgart - Fall 34: „Ich bin sehr einsam aufgewachsen“, sagt die junge Frau P. Wenn sie nach der Grundschule aus der Kernzeit nach Hause kam, seien die Eltern erst Stunden später heim gekommen. „Das Kind meiner Mutter ist ihre Arbeit“, so charakterisiert sie das Verhältnis zu den Eltern. „Wir haben selten zusammen gegessen. Wenn, dann nur am Wochenende.“ Andererseits verlangten die Eltern von ihrem Kind gute Noten und Mitarbeit im Haushalt.

Ritzen mit dem Bleistiftspitzer

Als Teenager begann sie sich zu ritzen, aber keiner bemerkte es. „Ich habe einen Bleistiftspitzer auseinander genommen und die Klinge benutzt“, berichtet sie. Nach einem Riesenkrach mit den Eltern wäre die damals 16-jährige in ihrem Zimmer bei laut aufgedrehter Musik fast verblutet. In ihrer Wut und Verzweiflung alarmierte sie schließlich eine Freundin, die sie sich Einlass ins Haus verschaffte, obwohl der Vater von Frau P. dies verhindern wollte. Mit dem Krankenwagen kam sie in die Klinik.

Ein Fahrrad wäre hilfreich

Es folgten eineinhalb Jahre psychologische Behandlung und die räumliche Trennung vom Elternhaus. Frau P. hat jetzt die Berufsausbildung gefunden, die ihr liegt. Die Eltern bezahlen einen Teil ihrer kleinen Wohnung. Außerdem erhält sie das Kindergeld. „Wir haben uns mit Hilfe des Jugendamts so geeinigt“, sagt sie. Ihren Lebensunterhalt finanziert sich die junge Frau selbst durch einen Aushilfsjob neben der Schule. Das reicht knapp. Nicht aber für einen Drucker, den sie für ihre Ausbildung benötigt. Außerdem hätte Frau P. gerne ein Fahrrad. Das würde bares Geld für die öffentlichen Verkehrsmittel sparen. „Damit kann ich zur Schule fahren und könnte günstiger einkaufen, weil ich dann zum Discounter radeln könnte.“

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