Hilfsaktion Kreatives Kunstlabor

Gemeinsam mit Flüchtlingskindern wird die Initiative Arthelps kreativ: Was dabei entsteht, wird am 19. Dezember für einen guten Zweck zum Verkauf angeboten.

Mira Carstens  von der Initiative Arthelps wird mit bunten Tapes kreativ. Foto: Fritzsche
Mira Carstens von der Initiative Arthelps wird mit bunten Tapes kreativ.Foto: Fritzsche

S-Mitte - Momentan ist der Eckraum im oberen Stockwerk des Einkaufszentrums „Das Gerber“ noch relativ schmucklos. „Aber wir wollen den Raum komplett verändern“, sagt Thomas Lupo, der Gründer der Initiative Arthelps. Und zwar mit Kunst und Kreativität: Arthelps ist eine Gruppe von Künstlern, Designern und anderen Kreativen, die ihren Schaffensdrang mit anderen teilen wollen, genauer gesagt, mit sozial benachteiligten Menschen. Für dieses Projekt, „Artvent“ betitelt, sind es Flüchtlinge.

„Jeder Mensch ist kreativ“, sagt Thomas Lupo. „Diese Kreativität wollen wir herauskitzeln, die Angst davor abbauen.“ Und so arbeitet die Arthelps-Initiative – gegründet vor sechs Jahren – mit jungen Flüchtlingen direkt in den Unterkünften, aber auch mitten in der Stadt, im Gerber. „Jeder von uns bringt Talente und Fähigkeiten aus seinem Beruf mit ein und ist hier ehrenamtlich mit dabei“, erklärt Lupo. So sitzen die kleineren Flüchtlingskinder gemeinsam mit den Künstlern an einem Tisch und malen oder kleben bunte Federn auf Papier. Die Älteren sind mit Collagen und Grafiken beschäftigt, schneiden Formen aus und arrangieren sie neu, oder arbeiten mit Betonplatten, in die sie Buchstaben oder Symbole ritzen.

Lupo ist Designdirektor bei der Stuttgarter Niederlassung der Werbeagentur Jung von Matt. „Arthelps ist mein Herzensprojekt“, erklärt er. „Ich will nicht nur kommerziell künstlerisch tätig sein, sondern auch nachhaltig.“

„Sich ohne Sprache zu verständigen, ist gut“

Am Samstag waren es junge Flüchtlinge aus einer Unterkunft in Korntal, die mit der Initiative kreativ geworden sind. „Sich ohne Sprache zu verständigen, nur über die kreative Betätigung, ist gut für die Jugendlichen“, erklärt Carina Erlenmayer von der Jugendhilfe, die als Betreuerin mit von der Partie ist. „Obwohl sie langsam Deutsch lernen, ist die Sprachbarriere das größte Problem, und hier müssen sie nicht reden, um mitzumachen.“

An den beiden kommenden Samstagen, 5. Dezember und 12. Dezember, ist die Arthelps-Initiative ebenfalls im Gerber. „Und das Angebot richtet sich auch an alle, die im Gerber vorbeikommen und mitmachen wollen“, erklärt Lupo, dessen Kinder ebenfalls dabei sein werden. „Es ist eine Art Kunstlabor – da Kreativität nicht planbar ist, wissen wir selbst noch nicht, welche Werke dabei entstehen.“

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