Historische Fernfahrt
Abenteurer auf großer Fahrt
Klaus Zintz,
23.07.2010 12:21 Uhr
Der berühmte "Motorwagen" von Carl Benz als Nachbau. Foto: dpa
Mannheim - Wer weiß, was aus dem Automobil ohne zwei unternehmunglustige Jungs im Alter von 15 und 13 Jahren geworden wäre - und ohne ihre Mutter, die sie tatkräftig bei ihrem abenteuerlichen Plan unterstützt hat, mit einer Motorkutsche von Mannheim nach Pforzheim zu fahren. Was aber soll an einer solchen Fahrt abenteuerlich sein?
Nun, das Auto, mit dem sich Bertha Benz - so hieß die Mutter - zusammen mit ihren Söhnen Eugen und Richard auf den Weg gemacht hat, war erst zwei Jahre zuvor erfunden worden. Und der Erfinder Carl Benz hätte es nie zugelassen, dass sich seine Familie allein auf eine so lange Strecke wagt - darauf war das Vehikel mit seinem drei PS schwachen Motörchen und den mickrigen Bremsen gar nicht ausgelegt.
Damit der Vater auch ja nichts mitbekommt, holen die drei Abenteurer zu Beginn der Sommerferien 1888 ganz früh morgens den "Motorwagen" leise aus der Scheune ihres Hauses in Mannheim. Und dann schieben sie ihn noch ein ganzes Stück weit, bevor sie mit einer großen Kurbel den lärmenden Motor anwerfen. Jetzt kann es losgehen, wobei sich die 106 Kilometer lange Fahrt aber doch als ziemlich hindernisreich erweist. Bei steileren Bergen wird das Automobil zum "Schiebemobil" - da müssen die Passagiere kräftig Hand anlegen. Getankt wird in der Dorfapotheke, es gibt es ja noch keine Tankstellen.
Als der Motor streikt, stochern die drei technikbegeisterten "Fernfahrer" die verstopfte Spritzufuhr mit einer Hutnadel wieder frei. Die defekte Zündung reparieren sie mit Mutters Strumpfband. Und die abgeschliffenen Bremsen werden vom Dorfschuster neu mit Leder benagelt. So kommen die drei schließlich spät abends zwar hundemüde, aber heil und glücklich bei der Großmutter in Pforzheim an.
Nun, das Auto, mit dem sich Bertha Benz - so hieß die Mutter - zusammen mit ihren Söhnen Eugen und Richard auf den Weg gemacht hat, war erst zwei Jahre zuvor erfunden worden. Und der Erfinder Carl Benz hätte es nie zugelassen, dass sich seine Familie allein auf eine so lange Strecke wagt - darauf war das Vehikel mit seinem drei PS schwachen Motörchen und den mickrigen Bremsen gar nicht ausgelegt.
Der Vater darf's nicht merken
Damit der Vater auch ja nichts mitbekommt, holen die drei Abenteurer zu Beginn der Sommerferien 1888 ganz früh morgens den "Motorwagen" leise aus der Scheune ihres Hauses in Mannheim. Und dann schieben sie ihn noch ein ganzes Stück weit, bevor sie mit einer großen Kurbel den lärmenden Motor anwerfen. Jetzt kann es losgehen, wobei sich die 106 Kilometer lange Fahrt aber doch als ziemlich hindernisreich erweist. Bei steileren Bergen wird das Automobil zum "Schiebemobil" - da müssen die Passagiere kräftig Hand anlegen. Getankt wird in der Dorfapotheke, es gibt es ja noch keine Tankstellen.
Als der Motor streikt, stochern die drei technikbegeisterten "Fernfahrer" die verstopfte Spritzufuhr mit einer Hutnadel wieder frei. Die defekte Zündung reparieren sie mit Mutters Strumpfband. Und die abgeschliffenen Bremsen werden vom Dorfschuster neu mit Leder benagelt. So kommen die drei schließlich spät abends zwar hundemüde, aber heil und glücklich bei der Großmutter in Pforzheim an.
Seite
1
2
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>
