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Hochschule Esslingen Die Hochschule lebt auf großem Fuß
Thomas Schorradt, 02.02.2012 15:07 Uhr
Pendlerverkehr und Gebäudezustand belasten die Umweltbilanz der Hochschule Foto: Rudel
Pendlerverkehr und Gebäudezustand belasten die Umweltbilanz der Hochschule Foto: Rudel

Esslingen - Im Jahr 2010 hat die Hochschule Esslingen 10 757 Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid ausgestoßen. Um diesen ökologischen Fußabdruck auszugleichen, müsste ein 1000 Hektar großer Wald angelegt werden. Das entspricht der Fläche von 1500 Fußballfeldern. Die Hochschule, an der rund 5500 Studierende eingeschrieben sind, lebt auf großem Fuß. Allerdings fehlt der Vergleich: Der „Stall“, wie die traditionsreiche Bildungsstätte in der Stadt auch genannt wird, hat mit der detaillierten Umweltbilanz landesweit Neuland beackert.

Wichtigste Erkenntnis der im Rahmen einer studentischen Masterarbeit erstellten Fleißarbeit ist die Tatsache, dass 60 Prozent des Gesamtausstoßes der individuellen Mobilität geschuldet sind. „Mit diesem Ergebnis haben wir im Vorfeld nicht gerechnet. Wir hatten eigentlich erwartet, dass wir die größte Belastung über den Energieverbrauch unserer Gebäude produzieren“, sagt Professor Markus Tritschler, der die im Studiengang Energie- und Gebäudemanagement verfasste Arbeit als Dozent betreut.

Hochschule muss sich dem Thema stellen

Gemessen an den beiden großen Problemfeldern Mobilität und Gebäudebewirtschaftung spielen der Papierverbrauch und die Abfallentsorgung in der Umweltbilanz der Hochschule nur eine untergeordnete Rolle. Dass beim täglichen Pendlerverkehr von Studenten und Dozenten, bei den Dienstreisen, aber auch bei den weltweit unterhaltenen Wissenschaftsbeziehungen doppelt so viele Schadstoffe in die Luft geblasen werden wie sie bei der Energiebereitstellung für die von der Hochschule belegten rund 100 000 Quadratmeter Lehr- und Lernflächen entstehen, ist für Tritschler „ein Thema, dem wir uns als Hochschule stellen müssen“.

Ausgangspunkt der Untersuchungen war die Absicht der Hochschule, sich einem freiwilligen Umweltmanagement und einer Umweltbetriebsprüfung zu unterziehen. „Das setzt voraus, dass wir wissen, wo die größten Emissionsbereiche liegen“, sagt Anja Kordowich, die das Projekt als Umweltmanagerin der Hochschule in Zusammenspiel mit Tritschler koordiniert.

Anpreisung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln

Unabhängig von diesem gemeinsam mit dem Beratungsbüro Dress & Sommer erarbeiteten und vom baden-württembergischen Umweltministerium geförderten Zertifizierungsprozess wollen Tritschler und Kordowich die Ergebnisse der Arbeit in das Umweltprogramm der Hochschule einfließen lassen. „Wir werden uns schon in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses damit befassen“, sagt Anja Kordowich, die allerdings auch um die Grenzen der Einflussnahme weiß. „An den Mobilitätsgewohnheiten der Studenten und Dozenten können wir nur wenig ändern“, sagt sie. Trotzdem sollen Busse, Bahnen und das Fahrrad als umweltfreundliche Verkehrsmittel künftig an der Hochschule stärker beworben werden.

An der zweiten Umweltbaustelle, dem Zustand der Hochschulgebäude, arbeitet sich Tritschler schon seit Längerem ab. Im vergangenen Jahr hat er eine Masterarbeit betreut, die das in den 1970er Jahren errichtete Hochschulgebäude an der Flandernstraße unter die energetische Lupe genommen hatte. Das Ergebnis hat den Versorgungs- und Umwelttechniker Tritschler nur mäßig überrascht: Würde das Gebäude von Grund auf saniert, dann ließen sich mehr als 30 Prozent der Heizenergie einsparen. „Wir haben das Ergebnis dem Land als Eigentümer vorgestellt. Dort ist es wohlwollend zur Kenntnis genommen worden“, sagt Tritschler.

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