Höhenpark Killesberg in Stuttgart Aus der Steinwüste wird ein grüner Park

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Das Spannungsfeld von Wirtschaft und Vergnügen hat die Geschichte des Höhenparks Killesberg über ein halbes Jahrhundert lang mit bestimmt. Zum 75. Geburtstag wirft das Stadtarchiv Stuttgart einen Blick auf die Geschichte des Gartens.

Nach dem Wegzug der Messe ist ein Teilbereich des Parks neu gestaltet worden. Eindrücke  vom Killesbergpark sehen Sie in der Fotostrecke. Foto: Werner Kuhnle 5 Bilder
Nach dem Wegzug der Messe ist ein Teilbereich des Parks neu gestaltet worden. Eindrücke vom Killesbergpark sehen Sie in der Fotostrecke.Foto: Werner Kuhnle

Stuttgart - Fast jeder Stuttgarter verbindet mit dem Höhenpark Killesberg persönliche Erinnerungen: als Kind war man fasziniert von den Tieren im Streichelzoo und vom Karussell, als Jugendlicher feierte man rauschende Partys im Perkins Park, als Erwachsener schätzt man womöglich eher die Aussicht vom Schlaich-Turm oder die unendliche Pracht der Dahlien. Ja, und dann waren und sind da noch der Tazzelwurm, die Seilbahn, die Freilichtbühne, das Sommerfest – viele kommen richtig ins Sprudeln beim Erzählen.

Es gab aber auch einen anderen, sehr viel nüchterneren Blick auf das Gelände: Früher lag der Park in der Verantwortung der Messe-Gesellschaft, die sich vergrößern und schwarze Zahlen schreiben wollte. Dieses Spannungsfeld von Wirtschaft und Vergnügen hat die Geschichte des Parks mehr als 50 Jahre lange mit bestimmt: Schon 1950 sei für die Stadt Stuttgart nämlich klar gewesen, dass der Killesberg der zentrale Veranstaltungs- und Messeort werden sollte, sagt Maria Christina Zopff, die gerade eine Ausstellung zum 75. Jubiläum des Parks im Stadtarchiv vorbereitet. Erst Mitte der 1990er Jahre ging die Leitung des Parks auf das Garten- und Friedhofsamt über. Und 2007 endete mit der Eröffnung der Landesmesse auf den Fildern die doppelte Funktion des Areals.

Aber der Reihe nach. Allgemein bekannt ist, dass das Gebiet öd und wüst lag, als es in den 1930er Jahren für die Reichsgartenschau auserkoren wurde. Weniger im Gedächtnis ist allerdings geblieben, dass nicht das gesamte 50 Hektar große Gelände Steinbruch, Heide und Wildnis war, sondern es existierte bereits ein Eisenbahnerwaldheim, das schon ein Ausflugsziel war – und das bereits ein Bähnchen besaß, den Vorläufer des legendären Tazzelwurms.

Symbol der Schreckensherrschaft

Doch bis zur Eröffnung der Reichsgartenschau am 22. April 1939 blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Eine halbe Million Kubikmeter Erde sind angeblich bewegt, richtige Täler sind geschaffen, 15 Kilometer Wege angelegt und mehr als eine Million Blumen gepflanzt worden. Interessant ist für Roland Müller, den Leiter des Stadtarchivs, dass der Landschaftsarchitekt Hermann Mattern und der Hochbauarchitekt Gerhard Graubner keine Anlage geschaffen haben, die dem völkischen Gedankengut der Zeit entsprach. Es sei vielmehr ein sehr individualistischer Entwurf realisiert worden, so Müller – statt streng axialer Wege mäandern die Pfade durch den Park, statt übersichtlicher Plätze gibt es schattige Täler und beinahe wilde Bereiche. Zum Symbol der Schreckensherrschaft ist der Killesberg für Stuttgart dennoch geworden: 1941 haben die Nazis dort die jüdischen Mitbürger Württembergs zusammengeführt, um sie dann in den Osten zu deportieren. Die meisten sind dort ermordet worden.

Wahrscheinlich hat es die Distanz von Matterns Entwurf zum Dritten Reich ermöglicht, dass der Architekt nach dem Krieg ein zweites Mal auserwählt worden ist, den Killesberg zu gestalten. Rund 180 Bombeneinschläge hatten den Park in eine Wüstenei zurückkatapultiert – zur Deutschen Gartenschau im Jahr 1950 erstrahlte er neu.

Ein Tief-, aber auch Wendepunkt des Parks waren für die Ausstellungsmacher die 1970er Jahre. „Das Gelände war damals nur noch als Dispositionsfläche für weitere Messehallen betrachtet worden“, sagt Zopff. Doch dann regte sich erstmals Widerstand: Viele Bürger wollten keine noch größere Messe, die Anwohner hatten die Nase voll vom Verkehr – und vor allem rückte der Garten plötzlich wieder ins Bewusstsein der Menschen. Erstmals kam die Idee auf, den Park mit seiner historischen Anlage unter Denkmalschutz zu stellen, was 1986 auch gelang.

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Und wie man aus einem einmaligen wunderschönen Stück Natur eine Wüste macht...: ...das darf der geneigte Leser im Stuttgarter Schlosspark und Rosensteinpark bewundern. Zitat:" Mitten in Stuttgart: bedeutendster Park Südwestdeutschlands Der Rosensteinpark gilt als der bedeutendste Landschaftspark Südwestdeutschlands, als eine der letzten klassischen "englischen" Gartenanlagen, die nach dem Vorbild der Natur gestaltet wurden. Angelegt wurde er in den Jahren 1824-1840 auf Anordnung des Königs Wilhelm nach Plänen des Hofgärtners Johann Bosch. Parkerweiterung - ohne jeden Nutzen für die Stuttgarter Dafür, dass große Teile des Rosensteinparks für den Tiefbahnhof Stuttgart21 fallen sollen, verspricht man den Stuttgartern eine "Parkerweiterung". Die soll die Verluste an Grün- und Naturflächen kompensieren. Das hört sich erst einmal gut an. Moment - der Planfeststellungsbeschluss schreibt vor, dass eine weitere Ausgleichsmaßnahme im Mussenbachtal zu treffen sei. Mussenbachtal? Wo liegt denn das? Na, weit außerhalb der Stadtgrenzen Stuttgarts! Toll. Dann setzen wir uns halt ins Auto und fahren weit hinaus ins Mussenbachtal um unter einem Baum zu lesen, einen Familiennachmittag einzulegen oder Sport treiben. Denn für die Landeshauptstadt Stuttgart führt Stuttgart21 definitiv zur Reduzierung der Park- und Naturflächen, für die Innenstadt wird es gar einen großen, nicht kompensierbaren Verlust an Park- und Naturfläche bedeuten, mitsamt der bekannten Auswirkungen auf das Stadtklima. Quelle: http://rosenstein-park.de/index.php?page=Rosenstein_Geschichte

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