Stuttgart - Im Sommer 2011 hat die neue Landesregierung entschieden, die frühere Gestapo-Zentrale – das Hotel Silber – in der Dorotheenstraße 10 nicht abzureißen, sondern in eine Gedenkstätte umzuwandeln . Gerade wird hinter den Kulissen gerungen, welche Größenordnung das Haus haben soll und wer wie viel bezahlt. Dass es dabei nicht um einen kleinen Gedenkort, sondern um ein sehr gewichtiges Projekt in Stuttgart gehen könnte, zeigt ein Blick nach Berlin und Köln. Dort wurden an authentischen Orten eine Ausstellung, eine Forschungsstelle, ein Archiv und ein Veranstaltungsort vereinigt. Ob die Stätte in Stuttgart je eine solche Dimension erhält, steht aber in den Sternen. Das ist der aktuelle Stand in Sachen Hotel Silber.
Das Land positioniert sich langsam
Jürgen Walter, grüner Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, hat die Fäden in die Hand genommen. Er bittet am 9. Februar alle Akteure zu einem ersten Gespräch – das Treffen diene der Vorbereitung eines Runden Tisches, der an einer Konzeption mitarbeiten soll, heißt es im Ministerium. Auch soll es spätestens Anfang März ein Gespräch mit OB Wolfgang Schuster geben.
Angeblich soll die Hälfte des Hauses genutzt werden
Inhaltlich ist bisher wenig geschehen, außer dass das Haus der Geschichte einen Historiker abgestellt hat, der die Geschichte des Hauses und der Gestapo-Zentrale wissenschaftlich aufarbeiten soll – diese Arbeit könnte zur Grundlage für eine spätere Ausstellung werden. Zumindest aber sind jetzt einige Daten durchgesickert, die zwar niemand bestätigt, die aber doch anzeigen, in welche Richtung die Überlegungen gehen. Denkbar sei, so wird kolportiert, die Hälfte des Hauses in der Dorotheenstraße 10 für die Gedenkstätte zu nutzen. Bisher hatte es erhebliche Zweifel gegeben, ob das große Gebäude mit vier Etagen plus Keller überhaupt „bespielt“ werden könnte. Eine Eröffnung im Jahr 2015 sei möglich, heißt es weiter. Zumindest müssen die Planungen nicht mehr mit dem großen Nachbarprojekt von Breuninger am Karlsplatz abgestimmt werden. Der Umbau des Hotels Silber kann frei erfolgen.
Die Stadt Stuttgart soll ins Boot
Bis jetzt weigert sich Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) standhaft, einen finanziellen Beitrag zur Gedenkstätte zu leisten: „Das Projekt ist Aufgabe des Landes“, betonte Schusters Sprecher Markus Vogt jetzt erneut. Doch bröckeln die Fronten zunehmend, und die bisherige Haltung muss wohl als Teil des derzeitigen Pokerspiels um die Kosten gesehen werden.
SPD-Gemeinderatsfraktion will Beteiligung der Stadt
Denn tatsächlich haben immer mehr Stadträte ein hohes Interesse daran, dass in diesem Zentrum auch die Stuttgarter NS-Geschichte aufgearbeitet wird. Die SPD-Gemeinderatsfraktion fordert dies mittlerweile vehement. Stadträtin Monika Wüst sagt: „Wir wollen, dass die Stadt Stuttgart beim Betrieb mit ins Boot geht – und das bedeutet natürlich, dass sie sich auch finanziell beteiligt.“
Mehrheitsfähig ist diese Position noch nicht. Stadtrat Michael Kienzle (Grüne) hält ein finanzielles Engagement der Stadt für richtig: „Aber ich würde nicht so weit gehen, dass wir beim Betrieb mitmachen.“ Ins Feld geführt wird oft, dass es doch mit Stadtarchiv, Haus der Geschichte und bald dem Stadtmuseum drei Stätten gebe, die sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzten. Zumindest hat eine Mehrheit in den städtischen Etatberatungen im Herbst Planungsmittel bewilligt, wenn auch nur 20 000 Euro. In die Richtung einer Kooperation scheinen auch die Gedankenspiele des Landes zu gehen: Das Land könnte den Umbau bezahlen, beim Betrieb teilen sich Stadt und Land die Kosten.
Die Bürger wollen mitbestimmen


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nutzung
erst wenn man weiß, wer was wo wie machen will, kann man sich über die ausgestaltung und die finanzierung unterhalten. aber das wird nach der zeit von herrn dr. schuster sein.
Beteiligt sich die Stadt doch an der Gedenkstätte?
Antwort: es ist ein verdammte Pflicht, sich daran zu beteiligen!
Wär ein Wunder, wenn Schuster hülfe, dieses Stück Geschichte zu wahren!
Denn auch das würde zeigen, woraus "quadratisch - praktisch - unnütz" entsteht!