Hotel Silber
CDU stellt Antrag zur NS-Zeit
Thomas Borgmann,
22.03.2010 10:18 Uhr
Die CDU-Fraktion verlangt, dass Experten Auskunft darüber geben, welche historische Authentizität das Hotel Silber am Karlsplatz noch besitzt. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Wenn der Technikausschuss des Gemeinderats Am Montag früh (8.30 Uhr) zusammentritt, wird der Stuttgarter Architekt Stefan Behnisch seinen preisgekrönten Entwurf für die städtebauliche Neuordnung am Karlsplatz präsentieren. Weil es in diesem Zusammenhang demnächst einen weiteren Wettbewerb über die Gestaltung einer NS-Gedenkstätte am heutigen Platz des ehemaligen Gestapogefängnisses Hotel Silber geben wird, hat sich die CDU-Ratsfraktion jetzt mit einem umfangreichen Antrag zum Thema Stuttgart im Dritten Reich zu Wort gemeldet. Sie fordert die Planung einer Gedenkstätte an der Dorotheenstraße, deren Konzept überzeugen müsse - die Größe allein sei nicht entscheidend.
Zugleich verlangen die Christdemokraten im Gemeinderat, dass die Stadt, namentlich das Kulturressort, in absehbarer Zeit eine zentrale Veranstaltung ausrichtet, auf der es "um eine grundsätzliche Auseinandersetzung über den aktuellen Stand und die weitere Entwicklung einer Erinnerungskultur in Stuttgart geht". Zu diesem Hearing, so die CDU, sollen auch externe Experten hinzugezogen werden.
Im Vorfeld dieses Hearings, so verlangt es die CDU-Fraktion, soll die Kulturverwaltung umfassend darlegen, was die Stadt in den vergangenen 65 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die historische Aufarbeitung der Nazizeit unternommen hat. Außerdem soll aufgelistet werden, welche öffentlichen und privaten Institutionen sich mit der NS-Vergangenheit beschäftigen. Schließlich sollen Experten Auskunft darüber geben, welche historische Authentizität das Hotel Silber am Karlsplatz noch besitzt.
Zugleich verlangen die Christdemokraten im Gemeinderat, dass die Stadt, namentlich das Kulturressort, in absehbarer Zeit eine zentrale Veranstaltung ausrichtet, auf der es "um eine grundsätzliche Auseinandersetzung über den aktuellen Stand und die weitere Entwicklung einer Erinnerungskultur in Stuttgart geht". Zu diesem Hearing, so die CDU, sollen auch externe Experten hinzugezogen werden.
Im Vorfeld dieses Hearings, so verlangt es die CDU-Fraktion, soll die Kulturverwaltung umfassend darlegen, was die Stadt in den vergangenen 65 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die historische Aufarbeitung der Nazizeit unternommen hat. Außerdem soll aufgelistet werden, welche öffentlichen und privaten Institutionen sich mit der NS-Vergangenheit beschäftigen. Schließlich sollen Experten Auskunft darüber geben, welche historische Authentizität das Hotel Silber am Karlsplatz noch besitzt.
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Gedenkstätte
oder authentischer Ort als Gedenkort Hotel Silber? Ich bezweifle, dass eine Ausstellung in einem noch zu schaffenden Museum den gleichen Effekt hat wie die Begehung eines Ortes des Grauens. 2007 hat Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger seine zu Recht umstrittene Trauerrede über Filbinger gehalten. Man erinnere sich auch an seine Weigerung diese Aussage zurückzunehmen. Er bedauerte lediglich die "Missverständnisse". Später dann doch eine halbherzige "Entschuldigung", dass er es nie behauptet hätte. ??? http://www.readers-edition.de/2007/04/23/filbinger-oettinger-und-kein-ende Das war 62 (zweiundsechszig) Jahre nach 1945! Die Landesregierung und Stuttgart wären gut beraten, das Hotel Silber zum Gedenkort zu machen!
Hotel Silber / Ort des Gedenkens an den dt.Widerstand
@volker s. Man kann darüber streiten, ob in die ehemalige Gestapozentrale ein Dokumentationszentrum nach Kölner Vorbild kommen könnte (ich würde das begrüßen), aber einige "Gedenkstätten" herzubeten mit dem Stammtisch-Tenor "das sollte reichen" ist furchtbar billig. Genausogut könnten Sie in Weimar die Vielzahl literarischer Gedenkstätten beklagen (drei Goethegedenkstätten dort müssten "reichen"...). Was soll das? Es geht darum, dass die ehemalige Gestapozentrale in Stuttgart dem Kommerz zuliebe ABGERISSEN werden soll - die Überlegung "Gedenkstätte" resultiert aus dem daraus folgenden schlechten Gewissen. Eine "Gedenkstätte" als Mäntelchen fürs schlechte Gewissen brauchen wir tatsächlich nicht. Hier soll etwas BESEITIGT werden!Wo wird in Stuttgart didaktisch an die NS-Zeit erinnert? 65 Jahre nach Kriegsende hat es nicht mal zu einem Stadtmuseum gereicht. @Herr Hofmann Zum geplanten Abriss der Gestapozentrale. Man sollte nicht den Fehler machen, das Gebäude ausschließlich als Haus der deutschen Schande zu sehen. Es ist gleichzeitig auch Dokument mutigen Widerstands. Zwei der ganz Großen im deutschen Widerstand (so wenige waren es insgesamt gar nicht) waren hier eingekerkert. Grotesk, dass gerade die beiden Parteien, die stolz auf ihre heldenhaften Widerständler sein müssten (Eugen Bolz, Kurt Schumacher) dazu tendieren, dem Abriss zuzzustimmen. Das ist für mich eigentlich unglaublich.
gedenkstätte
Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ an die Deportationen (mehr als 2.000 Juden aus Stuttgart und Württemberg) am Nordbahnhof. Stauffenberg-Gedenkstätte im alten Schloss Gedenkstätte am Flughafen Stolpersteine Gedenkbuch im Landtag von Baden-Württemberg Mahnmal für die Opfer am Karlsplatz Meiner Meinung reicht es, wenn es im Haus der Geschichte das nach dem Umzug der Bibliothek im Wilhelmspalais eingerichtet wird eine Abteilung NS-Zeit gibt in der auch ausführlich auf das Hotel Silber eingegangen wird.