Hotel Silber
Neue Initiative zur Erhaltung
Thomas Borgmann,
06.08.2010 09:53 Uhr
Das einstige Hotel Silber (links) dient heute dem Innenministerium. Foto: factum/Weise
Stuttgart - Wenn der Gemeinderat Mitte September aus den Sommerferien ins Rathaus zurückkehrt, findet er auf seinen ersten Tagesordnungen sogleich ein brisantes Thema: Was soll mit dem Haus Dorotheenstraße 10 geschehen, der ehemaligen Gestapozentrale für Württemberg? Eigentlich kann das Stadtparlament "nur" darüber entscheiden, ob es den für die städtebauliche Neuordnung am Karlsplatz notwendigen neuen Bebauungsplan gutheißt oder ablehnt - in Wahrheit aber bildet das reine Baurecht, das dem Gemeinderat obliegt, den kommunalpolitischen Hebel, mit dem das durchzusetzen ist, was die Mehrheit im Stadtrat will.
Kurz vor den Ferien haben die Grünen, wie berichtet, eine neue Initiative in Sachen Hotel Silber gestartet. Ihr Kultursprecher Michael Kienzle sagte dazu jetzt: "Wir möchten, dass das Land und das Haus Breuninger als Bauherren der Ministerien, des Hotels, der Läden und Restaurants ihren Architekten Stefan Behnisch dazu auffordern, sich Gedanken darüber zu machen, wie zumindest ein Teil des Hotels Silber erhalten bleiben könnte."
Einen offiziellen Antrag in diese Richtung, so betonte Kienzle, werde seine Ratsfraktion allerdings nicht stellen, vielmehr gehe es ihm darum, eine neue Debatte anzuregen, die am Ende auf einen Kompromiss abziele. Nach wie vor stünden die Grünen im Gemeinderat den Plänen für das Quartier am Karlsplatz positiv gegenüber.
Auch aus der SPD-Gemeinderatsfraktion kommen in diesen ersten Ferientagen neue Signale, die in die Richtung eines teilweisen Erhalts des im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörten Gebäudes weisen. Der Stadtrat Andreas Reißig, Kreisvorsitzender seiner Partei, sagte dazu: "Unsere interne Meinungsbildung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber auch in unseren Reihen mehren sich die Stimmen gegen einen totalen Abriss." Leider beharrten die Vertreter des Landes, mit denen die SPD-Gemeinderatsfraktion gesprochen habe, auf dem Abriss; dies erschwere der neuen Ratsmehrheit aus Grünen, SPD sowie SÖS/Linke die Zustimmung zu dem Bebauungsplanentwurf.
Kurz vor den Ferien haben die Grünen, wie berichtet, eine neue Initiative in Sachen Hotel Silber gestartet. Ihr Kultursprecher Michael Kienzle sagte dazu jetzt: "Wir möchten, dass das Land und das Haus Breuninger als Bauherren der Ministerien, des Hotels, der Läden und Restaurants ihren Architekten Stefan Behnisch dazu auffordern, sich Gedanken darüber zu machen, wie zumindest ein Teil des Hotels Silber erhalten bleiben könnte."
Neue Signale von der SPD
Einen offiziellen Antrag in diese Richtung, so betonte Kienzle, werde seine Ratsfraktion allerdings nicht stellen, vielmehr gehe es ihm darum, eine neue Debatte anzuregen, die am Ende auf einen Kompromiss abziele. Nach wie vor stünden die Grünen im Gemeinderat den Plänen für das Quartier am Karlsplatz positiv gegenüber.
Auch aus der SPD-Gemeinderatsfraktion kommen in diesen ersten Ferientagen neue Signale, die in die Richtung eines teilweisen Erhalts des im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörten Gebäudes weisen. Der Stadtrat Andreas Reißig, Kreisvorsitzender seiner Partei, sagte dazu: "Unsere interne Meinungsbildung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber auch in unseren Reihen mehren sich die Stimmen gegen einen totalen Abriss." Leider beharrten die Vertreter des Landes, mit denen die SPD-Gemeinderatsfraktion gesprochen habe, auf dem Abriss; dies erschwere der neuen Ratsmehrheit aus Grünen, SPD sowie SÖS/Linke die Zustimmung zu dem Bebauungsplanentwurf.
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Auf keinen Fall abreißen!
... wird bestimmt bald wieder für seinen ursprünglichen Zweck gebraucht. - Sonst gibt's nur wieder Proteste, wenn dann ein teures Gestapo21 gebaut werden muss. Die Zeichen der Zeit.
Hotel Silber
Meines Erachtens gibt es genug Gedenkstätten in der Stadt an dennen das Grauen dieser Zeit gedacht werden kann und muss. Das Hotel Silber entspricht in keiner Weise dem Gebäude vor dem Krieg. Das geplante Projekt würde der gesamten Umgebung eine neues Gesicht geben und zur Atraktivität der Stadt beitragen. Viel wichtiger ist, das das geschehene Unrecht in den Köpfen der Menschen ankommt. Was bringen unzählige Gedenkstätten wenn es niemanden juckt!? Ausserdem keine 100 Meter entfernt gibt es die Staufenberggenkstätte und das Denkmal gegen den Faschismus!
Hotel Silber
Haus Dorotheenstraße 10 ist ein Denkmal für sich. Komplett erhalten spiegelt es die ganze Dimension des 3. Reiches wieder. Ein lebendiges, begehbares wahres Geschichtsdokument soll ersetzt werden durch einen Konsumtempel. Da kann man sich so manche Passage anschliessend in den Lehrbüchern ersparen, wenns mal weg sein sollte. Dieses Haus und die Strasse Dorotheenstraße 10 sind ein echter Ort zum Innehalten, der NICHT verlorengehen sollte. ERHALT des GANZEN Hauses wäre im Sinne einer kompletten Betrachtung angebracht!