Immobilienkrise
"Die Banken sind halt Schurken"
Andreas Geldner,
31.08.2010 13:50 Uhr
For Sale - eine derzeit typische amerikanische Straßenszene. Foto: dpa
""Amerika mag die Erfolgreichen. Aber was ist Erfolg? Leute auszubeuten?" "
Carlos Rincon-Mautner, Hausbesitzer
Verzocken gehört zum Geschäft. Und falsch gewettet haben hier auch ein paar Investoren. Bei Hochhaus eins und zwei auf dem Grundstück war die Welt noch in Ordnung. "Die Leute haben sich 2005 und 2006 mit den Fäusten um die besten Immobilien geprügelt. Nach 60 Tagen konntest du ein Appartement, das du für 500.000 Dollar gekauft hattest, für fast eine Million wieder losschlagen", erzählt Preus. Doch das teuerste von drei Gebäuden wurde zum Börsencrash im Herbst 2008 fertig. Nun sind die Apartments für weniger als die Baukosten zu haben. Vier von fünf Immobilienbesitzern in Las Vegas haben heute mehr Schulden, als ihr Eigentum wert ist. Einer von fünfzehn Hausbesitzern schlitterte 2010 bisher in den Bankrott - ein amerikanischer Rekord.
Zerknirschung? Fehlanzeige!
Doch drei Jahre nach Ausbruch der globalen Krise, die auf überhitzten Immobilienmärkten wie in Las Vegas begann, ist bei denen, die das Geschäft betrieben haben, wenig Zerknirschung zu spüren. Sicher habe es Exzesse gegeben, sagt Preus: "Aber wir haben unsere Lektion gelernt." Kein Job? Kein Einkommen? Beim Hypotheken-Glücksspiel gab es vor dem Crash trotzdem für jeden einen Kredit. Angebliche Sachverständige schätzten den Wert von Häusern vom Gehweg aus. Die Preise brachen angesichts von so viel Nonchalance total zusammen.
Nun sind Häuser Schnäppchen - wenn man bei 14,5 Prozent Arbeitslosenquote einen Job hat. "Als der Aktienmarkt 2009 runterging, haben viele nur ,Oh Gott!' gerufen. Wer cool blieb und kaufte, hat das Geld seines Lebens gemacht. So schnell es bei den Häusern runtergegangen ist, so rasch wird die Party wieder losgehen", sagt Preus. Statt der ruinierten jungen Familien sind die Käufer nun solvente Vierzig- bis Sechzigjährige, die ihr Schäfchen vor der Krise ins Trockene gebracht haben. Auch viele Neureiche aus Russland, China und Hongkong greifen zu. "Die Hälfte der Häuser wird bar verkauft. Wann hat es das je gegeben?", sagt George McCabe, der für den Maklerverband die Öffentlichkeitsarbeit macht: "Alle haben mit dem Finger auf uns gezeigt. Aber wisst ihr was? Ihr habt schon seit hundert Jahren den Untergang von Las Vegas prophezeit und euch immer geirrt."
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