Immobilienwirtschaft Noch viel Nachholbedarf
olm, 27.01.2012 15:34 Uhr
Netzwerken ist ein wichtiger Aspekt bei der Mitgliedschaft im Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft. Die Bezirksgruppe Stuttgart wird in diesem Jahr den Bundeskongress ausrichten. Foto: Cultura Creative RF/ F1online
Netzwerken ist ein wichtiger Aspekt bei der Mitgliedschaft im Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft. Die Bezirksgruppe Stuttgart wird in diesem Jahr den Bundeskongress ausrichten. Foto: Cultura Creative RF/ F1online

Der bundesweit agierende Verein „Frauen in der Immobilienwirtschaft” besteht derzeit aus acht Regionalgruppen mit rund 600 Mitgliedern. Fast alle Bereiche, die zur Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft gehören, sind hier vertreten: Stadtplanung, Architektur, Tragwerksplanung, Projektsteuerung und -entwicklung, Finanzierung, Recht, Verwaltung, Technik, Fonds und Investment. Noch gehört die Stuttgarter Regionalgruppe mit einem Anteil von sieben Prozent und 40 Mitgliedern zu den kleineren Gruppen.

Das könnte sich aber bald ändern. Denn die Stuttgarter Regionalgruppe wird im kommenden September den Bundeskongress des Vereins in der Landeshauptstadt ausrichten. Erwartet werden dazu rund 100 Immobilienexpertinnen aus dem ganzen Bundesgebiet, freut sich die Regional- und Projektleiterin der Visionale 2012, Susanne Ertle-Straub. Bei der Frage, wie denn die Männerwelt den Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft so aufnehme, muss sie allerdings schmunzeln. Die Frage habe sie schon häufiger gehört. Bis vor wenigen Jahren habe sie noch großes Stirnrunzeln bei der Vorstellung des Vereins ausgelöst. „Vor allem Männer hatten vielfach ein falsches Bild von unserem Netzwerk.” Dabei ginge es den Immobilienfrauen von Anfang an um die Aus- und Weiterbildung der weiblichen Immobilien-Professionals. Aber auch der Austausch untereinander stand beim monatlichen Netzwerken von Anfang an im Vordergrund.

Susanne Ertle-Straub weiß, wovon sie spricht. Als Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden hat sie eine Studie verfasst, die sich auch mit der Frage auseinandersetzt, warum sich Frauen nach wie vor beim beruflichen Fortkommen schwerer tun als Männer. Das Ergebnis: Frauen sind eher bescheiden, und Männer können eher besser netzwerken. „Wenn zum Beispiel in einem Immobilienunternehmen eine Position zu besetzen ist, denken Männer in der Regel zuerst an einen Mann”, so die Erfahrung der Professorin. Die Diskussion um eine Frauenquote in Führungspositionen wird natürlich auch immer mal wieder im Verein der „Immobilienfrauen” diskutiert. Bundesweit sprechen sich übrigens 56 Prozent der Mitglieder dabei für die Einführung einer solchen Quote aus. Die Begründung: „Weil sich sonst nichts ändert.” Vor allem beim Gehalt gebe es noch viel Nachholbedarf. Frauen würden im Gegensatz zu den Männern ihr Licht immer noch unter den Scheffel stellen, anstatt klar zu artikulieren, was sie können und welches Gehalt sie dafür beanspruchen”, so Ertle-Straub.

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