In neun Jahren zum Abi 22 weitere Gymnasien kehren zu G9 zurück

Von dpa/lsw 

Weitere 22 Gymnasien dürfen zu G9 zurückkehren, doch der neue Kultusminister Stoch stellt auch klar: Mit den mittlerweile 44 Schulen ist jetzt erst einmal eine Grenze erreicht.

In neun statt acht Jahren zum Abitur: Das geht in Baden-Württemberg jetzt in 44 Gymnasien. Foto: dpa
In neun statt acht Jahren zum Abitur: Das geht in Baden-Württemberg jetzt in 44 Gymnasien.Foto: dpa

Stuttgart - Trotz des Drucks von Eltern und Schülern sollen definitiv nicht mehr als 44 Gymnasien zum neunjährigen Abitur zurückgehen dürfen. Der neue Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sagte am Donnerstag in Stuttgart: „Ich halte es für unrealistisch, im Zeitrahmen bis 2016 von weiteren G9-Schulen auszugehen.“

Derzeit bieten bereits 22 Gymnasien den längeren Weg zum Abitur an. Die Namen von 22 weiteren Schulen gab Stoch am Donnerstag bekannt. „Für die Regierungsfraktionen kann ich sagen: Für uns ist damit geliefert“, sagte er. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel hatte für eine großzügigere Genehmigung von G9-Schulen geworben. Damit konnte er sich aber gegen den grünen Koalitionspartner nicht durchsetzen.

Stoch verwies darauf, dass es weitere Möglichkeiten im Südwesten gibt, in neun Jahren zum Abitur zu kommen. So könnten Schüler erst die Realschule und dann ein berufliches Gymnasium, eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe oder erst eine Gemeinschaftsschule und dann ein berufliches Gymnasium besuchen. Die Kritik an dem achtjährigen Weg zum Abitur will Stoch bei den Verhandlungen zur Reform des Bildungsplanes berücksichtigen. Er hoffe, dass es nach der Reform eine höhere Akzeptanz der G8-Züge gebe und damit der Druck, weitere G9-Gymnasien zu schaffen, sinke.

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22 KommentareKommentar schreiben

G9: Bin von BW nach Sachsen umgezogen und kann gut vergleichen. Der Anspruch in Sachsen ist zur Zeit höher. In Dresden geht es nicht um 8 oder 9 Jahre, sondern ob die Kinder ihr Abitur auf Französisch machen oder eine Schule mit naturwisschenschaftlichem Schwerpunkt besuchen. Heute muss aus ideologischen Gründen JEDER Abitur machen und JEDER 'irgendwas mit...' studieren. Hätte man genug Geld zur Verfügung und würde den Unterricht besser gestalten, Leistungskontrollen bei Lehrern und Schülern strenger durchführen, könnte man bald über G7 diskutieren. Ich bin mir nicht sicher, ob es uns allen bewusst ist, wie wir die Zukunft dieser Gesellschaft an die Wand fahren. Vermutlich ist das vielen Menschen egal. Hier und jetzt.

Lehrpläne mal ausmisten: Man müsste sich vielleicht an oberster Stelle Gedanken machen, was ist noch von Nöten und was alter Mist von 1894! Aber die Politik bringt weder neue Gesetze noch eine Erleichterung für die Millionen von Schülern und Lehrern. Wofür werden die eigentlich bezahlt? Mir kommen die Kinder vor, wie Hennen in der Versuchsstation. Man müsste mal über den Schatten springen können. Nun ja, vielleicht wird ganz einfach ne ganz neue Rechtschreibreform aus dem Ärmel geschüttelt. Hatte damals auch was. Volksverarsche in bester Form!

Bundesdeutsche Bildungspolitik ist ein Desaster...: Wo ist die politische Elite, die den Mut hat einen eingeschlagenen Weg einmal konsequent weiter zu gehen? Grundbildung kann und darf nicht weiter ein Experiment der jeweiligen Politik-Ideologie sein. Die Abkehr von G8 spiegelt die Unfähigkeit wieder, Lerninhalte konsequent auf Ihre Bedeutsamkeit hin zu entrümpeln. Die bundespolitische Bildungspolitik ist ein Desaster. Schon wieder wird die nächste Schülergeneration um ihre ehrlichen Chancen und Ansprüche gebracht!

Warum nur 44 und nicht alle die wollen?: Ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn Eltern und Schüler G9 wollen, dann sollte das auch gemacht werden. Warum die Landesregierung hier nicht einfach den Willen der Bevölkerung respektiert und alle Wünsche nach G9 akzeptiert ist mir ein Rätsel. Oder möchte man Politikverdrossenheit züchten? Möchte man wieder abgewählt werden? Oder glaubt man tatsächlich alles besser zu wissen als das dumme Volk?

KM Stoch und Grün-Rot zu G9: Der alten CDU/FDP-Regierung wurde oft eine Arroganz der Macht vorgeworfen, bedingt auch durch jahrzehntelange Regierungsbeteiligung. Ich stelle fest: Grün-Rot ist jetzt schon ganz trunken, denn 'Gehört werden' tut das Volk auch hier nicht. Tja, was wurde den Bürgern nicht alles versprochen - vor der Wahl ...

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