Ingenieurswissenschaften
Land will Diplom wieder einführen
dpa/lsw,
11.06.2010 17:17 Uhr
Der Titel des Diplom-Ingenieurs soll wieder eingeführt werden. Jeder Absolvent eines ingenieurwissenschaftlichen Studienganges soll künftig automatisch mit dem Master of Science oder Engineering auch den Titel Diplom-Ingenieur führen können. Foto: dpa
Stuttgart - Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg will den Titel des Diplom-Ingenieurs wieder einführen. "Wir arbeiten derzeit einen entsprechenden Vorschlag aus, der bei der Kultusministerkonferenz (KMK) in den kommenden Monaten vorgestellt wird", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Jeder Absolvent eines ingenieurwissenschaftlichen Studienganges soll künftig automatisch mit dem Master of Science oder Engineering auch den Titel Diplom-Ingenieur führen können.
Im Zuge des "Bologna-Prozesses" hatten die Hochschulen vor zehn Jahren damit begonnen, die Studiengänge auf Bachelor- und Master- Abschlüsse umzustellen. Eine Rückkehr zum "alteingeführten Label" erfülle einen Wunsch der neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland (TU9), darunter das Karlsruher Institute of Technology und die Universität Stuttgart, sagte Frankenberg. Aus der Wirtschaft sei der Ruf nicht so dringend gekommen wie aus dem Wissenschaftsbetrieb. Auch die Fachhochschulen hätten keinen Änderungsbedarf.
"Es geht darum, ein bewährtes Markenzeichen zu erhalten; an den Studienstrukturen und -inhalten wird sich aber nichts ändern", erläuterte der 62-Jährige. Am Bologna-Prozess werde nicht gerüttelt. Stimme die KMK dem Vorstoß aus Baden-Württemberg zu, könne schon im kommenden Jahr das Label Diplom-Ingenieur wieder verwendet werden. Für andere Studiengänge sei dies nicht in der Diskussion.
Derzeit verbietet nicht nur das Landeshochschulgesetz, für einen Abschluss zwei Titel zu vergeben, sondern auch eine Vorgabe der Kultusministerkonferenz. Er rechne aber mit guten Chancen für seine Initiative bei seinen Amtskollegen, sagte Frankenberg. "Wir wollen gemeinsam mit der KMK eine Lösung finden, die sachlich vernünftig ist."
Im Zuge des "Bologna-Prozesses" hatten die Hochschulen vor zehn Jahren damit begonnen, die Studiengänge auf Bachelor- und Master- Abschlüsse umzustellen. Eine Rückkehr zum "alteingeführten Label" erfülle einen Wunsch der neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland (TU9), darunter das Karlsruher Institute of Technology und die Universität Stuttgart, sagte Frankenberg. Aus der Wirtschaft sei der Ruf nicht so dringend gekommen wie aus dem Wissenschaftsbetrieb. Auch die Fachhochschulen hätten keinen Änderungsbedarf.
"Es geht darum, ein bewährtes Markenzeichen zu erhalten; an den Studienstrukturen und -inhalten wird sich aber nichts ändern", erläuterte der 62-Jährige. Am Bologna-Prozess werde nicht gerüttelt. Stimme die KMK dem Vorstoß aus Baden-Württemberg zu, könne schon im kommenden Jahr das Label Diplom-Ingenieur wieder verwendet werden. Für andere Studiengänge sei dies nicht in der Diskussion.
Derzeit verbietet nicht nur das Landeshochschulgesetz, für einen Abschluss zwei Titel zu vergeben, sondern auch eine Vorgabe der Kultusministerkonferenz. Er rechne aber mit guten Chancen für seine Initiative bei seinen Amtskollegen, sagte Frankenberg. "Wir wollen gemeinsam mit der KMK eine Lösung finden, die sachlich vernünftig ist."
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>


Wettbewerb
Dass die deutschen Unis in den europäischen/internationalen Wettbewerb treten müssen, ist weder neu noch ein Problem. Wenn man sich einfach genauer ansieht, wie die tatsächliche Qualifikation der Absolventen ist, so müssen sich die im Diplomstudiengang ausgebildeten sicher nicht verstecken. Es stimmt einfach nicht, daß das Masterstudium international anspruchsvoller wäre. Das Gegenteil ist richtig, z.B. in den USA dauert die Promotion länger als in D, weil die Leute aus dem (Bachelor/Master-) Studium zu wenig Vorkenntnisse mitbringen. Mit dem Bologna-Konzept wurde ein hinsichtlich Studieninhalten sicher reformbedürftiges, aber in den Grundstrukturen wertvolles System, komplett zerstört.
Schmalspur
Und mit diesem Vorgehen wird der Titel Diplom-Ingenieur langfristig entwertet da ja alle nachkommenden Ingenieure ein Bachelor-Studium absolviert haben und eben nicht das allgemein bekannte Studium welches zum entsprechenden Ingeniertitel geführt hat. Zudem darf sich auch kein "alter" Dipl.-Ing. mit dem Mastertitel schmücken obwohl ja der ach so hoch angesehene deutsche Ing. eigentlich schon immer auf Niveau des internationalen Masterabschlusses lag (laut Meinung der Unis). Das Problem das die deutschen Unis haben ist in den europäischen/internationalen Wettbewerb treten zu müssen.
Diplom ja bitte
Sachlich richtig wäre es, den Bologna-Prozeß zurückzudrehen. Das ist ein typisches Wichtigtuerprojekt von Leuten, die keine Ahnung haben. Also von Politikern.