Intergastra
Zurück zur Natur liegt im Trend
Matthias Ring,
08.02.2010 08:21 Uhr
Foto: Zweygarth
Stuttgart - Im Gegensatz zur CMT ist die Intergastra keine Publikums-, sondern eine Fachmesse. Weniger Rummel ist deswegen noch lange nicht. Schon beim Rundgang am Samstagmorgen kann man sehen, wie viele Menschen in der Gastronomie und Hotelbranche beschäftigt sind. Bis zum letzten Messetag am Mittwoch sollen mehr als 80.000 Besucher durch die acht Ausstellungshallen geströmt sein. Eine davon ist als Neuheit der "Gelatissimo" gewidmet: einer komplette Messehalle rund ums Speiseeis! Was darf’s denn sein, bitte? "Es soll etwas Süßes sein und glücklich machen", meint Heidi Lucchetta, Inhaberin von Bruno Gelato, die nichts von Trends wie Eis mit Tomaten- oder Olivengeschmack hält.
Mit ihrem venezianischen Mann, der wirklich Bruno heißt, stellt die Ostfriesin Eis ohne Aromastoffe her und baut auf die Klassiker Schoko, Vanille, Erdbeere. Wenngleich auch sie erst in ihrem Eiscafé, dann in der Produktion für Gastronomie und Einzelhandel immer wieder Neues ausprobieren muss – die Sorten Omas Apfelkuchen und Marshmallow zum Beispiel. Der eigentliche Trend aber ist auch bei Bruno Gelato zuckerfreies, glutenfreies, laktosefreies, milcheiweißfreies Eis. Irgendwann gibt es vermutlich auch eisfreies Eis. Allgemein geht der Trend im Food-Bereich immer mehr Richtung gesund, regional, saisonal und am besten Bio. "Schmeck den Süden", heißt die Initiative, der sich inzwischen an die 180 Betriebe von der Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden-Württemberg, kurz MBW, verpflichtet fühlen.
Die MBW-Projektleiterin Bettina Rau weiß, dass man auch als Folge von Lebensmittelskandalen und als Gegenbewegung zur Globalisierung "den Heimatbegriff neu besetzt" habe. Wer sich schwer damit tut, kann von Wertschöpfung und Erhalt von Kulturlandschaften sprechen. "Nachhaltig und langlebig" sind Begriffe, die Designer und Inneneinrichter ebenso gerne benutzen. So auch Ulla Laidig, die als Projektmanagerin bei Markus-Diedenhofen Interior Design den neuen Intergastra-Bereich "Fokus Hotel" mitkonzipiert hat. Auf 600 Quadratmetern sind Produkte von mehr als 100 Herstellern zu einer Erlebnislandschaft arrangiert. In der wird man mit einem überdimensionalen Rezeptionstresen à la "heute"-Sendung empfangen, bei dem man vor lauter Masse die Details kaum sieht: Perforationen im Holz, durch das Schriftzüge schimmern.
Auch an den Wänden leuchtet es – als Swarovski-Tapete oder dank Perlmutt. Noch aufwendiger ist Stuccolustro, eine Spachteltechnik aus Marokko, mit der Kalk und Marmor bearbeitet wird. Das alles hat allerdings seinen Preis – bis zu 500 Euro pro Quadratmeter. Doch trotz unterschiedlicher Wünsche und Größen der Geldbeutel: "Hell und rein" seien derzeit beim Hoteldesign besonders gefragt. Was den Wohlfühlfaktor betrifft, geht Pamela Jentner mit ihrem Beratungsunternehmen OrangePep noch ein paar Schritte weiter. Die Zauberworte heißen Baubiologie, Raumpsychologie und Feng Shui. Zwar könne man auch im alten Bestand mit gesundheitsförderlichen Materialien wie Holz, Schiefer, Ziegel sowie mit dem Abschirmen von Elektrosmog und Wasseradern viel erreichen, bei einem Neubau aber beginne die Maßnahme schon im Grundriss. "Vor allem geht es um guten Schlaf", sagt Pamela Jentner.
Wer im Feng-Shui-Hotel schlecht schläft, braucht nichts zu bezahlen. Aber es sei noch zu keiner einzigen Beanstandung gekommen. Bei allen Trends, die auf der Intergastra und auch in einem Wettbewerb der Zeitschrift "Gastronomie-Report", vorgestellt werden: manche Dinge ändern sich nie. Hartmut Kretschmer präsentiert am Stand von Brumberg alle möglichen Beleuchtungskonzepte und sagt über eines: "So kommt auch das schönste Licht der Welt zur Geltung – die Kerze."
Am Besten Bio
Mit ihrem venezianischen Mann, der wirklich Bruno heißt, stellt die Ostfriesin Eis ohne Aromastoffe her und baut auf die Klassiker Schoko, Vanille, Erdbeere. Wenngleich auch sie erst in ihrem Eiscafé, dann in der Produktion für Gastronomie und Einzelhandel immer wieder Neues ausprobieren muss – die Sorten Omas Apfelkuchen und Marshmallow zum Beispiel. Der eigentliche Trend aber ist auch bei Bruno Gelato zuckerfreies, glutenfreies, laktosefreies, milcheiweißfreies Eis. Irgendwann gibt es vermutlich auch eisfreies Eis. Allgemein geht der Trend im Food-Bereich immer mehr Richtung gesund, regional, saisonal und am besten Bio. "Schmeck den Süden", heißt die Initiative, der sich inzwischen an die 180 Betriebe von der Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden-Württemberg, kurz MBW, verpflichtet fühlen.
Die MBW-Projektleiterin Bettina Rau weiß, dass man auch als Folge von Lebensmittelskandalen und als Gegenbewegung zur Globalisierung "den Heimatbegriff neu besetzt" habe. Wer sich schwer damit tut, kann von Wertschöpfung und Erhalt von Kulturlandschaften sprechen. "Nachhaltig und langlebig" sind Begriffe, die Designer und Inneneinrichter ebenso gerne benutzen. So auch Ulla Laidig, die als Projektmanagerin bei Markus-Diedenhofen Interior Design den neuen Intergastra-Bereich "Fokus Hotel" mitkonzipiert hat. Auf 600 Quadratmetern sind Produkte von mehr als 100 Herstellern zu einer Erlebnislandschaft arrangiert. In der wird man mit einem überdimensionalen Rezeptionstresen à la "heute"-Sendung empfangen, bei dem man vor lauter Masse die Details kaum sieht: Perforationen im Holz, durch das Schriftzüge schimmern.
Baubiologie, Raumpsychologie und Feng Shui
Auch an den Wänden leuchtet es – als Swarovski-Tapete oder dank Perlmutt. Noch aufwendiger ist Stuccolustro, eine Spachteltechnik aus Marokko, mit der Kalk und Marmor bearbeitet wird. Das alles hat allerdings seinen Preis – bis zu 500 Euro pro Quadratmeter. Doch trotz unterschiedlicher Wünsche und Größen der Geldbeutel: "Hell und rein" seien derzeit beim Hoteldesign besonders gefragt. Was den Wohlfühlfaktor betrifft, geht Pamela Jentner mit ihrem Beratungsunternehmen OrangePep noch ein paar Schritte weiter. Die Zauberworte heißen Baubiologie, Raumpsychologie und Feng Shui. Zwar könne man auch im alten Bestand mit gesundheitsförderlichen Materialien wie Holz, Schiefer, Ziegel sowie mit dem Abschirmen von Elektrosmog und Wasseradern viel erreichen, bei einem Neubau aber beginne die Maßnahme schon im Grundriss. "Vor allem geht es um guten Schlaf", sagt Pamela Jentner.
Wer im Feng-Shui-Hotel schlecht schläft, braucht nichts zu bezahlen. Aber es sei noch zu keiner einzigen Beanstandung gekommen. Bei allen Trends, die auf der Intergastra und auch in einem Wettbewerb der Zeitschrift "Gastronomie-Report", vorgestellt werden: manche Dinge ändern sich nie. Hartmut Kretschmer präsentiert am Stand von Brumberg alle möglichen Beleuchtungskonzepte und sagt über eines: "So kommt auch das schönste Licht der Welt zur Geltung – die Kerze."
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Bauernhof-Brunch
Es ist sehr schön zu sehen, was man alles machen kann – gerade regional, saisonal und biologisch! Auch einige Bauernhöfe in der Region laden allsommerlich zum Brunchen ein – das lohnt sich doch immer wieder, auch weil man sich immer wieder einen anderen aussuchen kann. So lässt sich die heimische Küche, Produktion und Wertschöpfung miterleben und unterstützen. http://www.naturpark-brunch.de http://natur-von-hier.de