Internationale Deutsche Wildwassermeisterschaften Wahnwitzige Wildwasserschwimmer

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Die Internationalen Wildwassermeisterschaften im saumäßig kalten Inn bei Roppen in Österreich: ein völlig verrückter Wettbewerb. StZ-Redakteur Martin Tschepe ist mit geschwommen - und hat ein paar blaue Flecke mit nach Hause gebracht.



 Foto: Halder/Wow-Art 15 Bilder
Foto: Halder/Wow-Art

Roppen - Eine üble Schnittwunde an der Wade, ungezählte blaue Flecke, Prellungen und ein gebrochener Zeh – das ist der eher unangenehmere Teil der Bilanz des Rennens, das am Wochenende rund 80 tollkühne Frauen und Männer im tosenden, rund elf Grad kalten Inn bei Roppen in Österreich ausgetragen haben – schwimmend wohlgemerkt. Der Mann mit dem gebrochen Zehen, den er sich bereits nach dem aller ersten Trainingslauf zugezogen hat, schwimmt trotz der Schmerzen mit bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Wildwasserschwimmen, dem Bodyrafting. Auf den Weg zum Start ist er gut zu erkennen: er hinkt. Und die blauen Flecke sowie die Prellungen, die sind eh nicht der Rede wert. Zähne zusammen beißen und durch – das ist das Motto dieses tollen Tages im Nachbarland.

Während der Besichtigung der knapp zwei Kilometer langen Strecke bin ich allerdings nicht der einzige der sich nicht nur einmal fragt: Warum hab’ ich mich für diese völlig verrücke, wahnwitzige Veranstaltung eigentlich angemeldet? Was mache ich hier? Ich bin ja schon viele Rennen geschwommen, in ungezählten Becken, Seen, Flüssen und im Meer. Aber das hier ist anders, ganz anders. Trotz gewisser Bedenken springen wir aber alle nach einer Einweisung – eingeteilt in Zweierteams – in den reißenden Fluss, in den sich viele Menschen vermutlich nicht mal im Raftingboot wagen würden.

Immer mit der Strömung schwimmen

Erster Versuch: ich werde viel zu weit abgetrieben, muss mit aller Kraft zurück, gegen die Strömung kraulen, um in das Ziel dieses Trainings zu kommen. Zweiter Versuch: alles läuft schon viel besser. Nach gut einer Stunde mit fast einen halben Dutzend kurzen Tests ist vorerst Schluss. Okay, der Wettkampf am nächsten Morgen kann beginnen. Die Spannung lässt ein wenig nach.

Die Wiederholungstäter geben den Novizen am Abend vor den Meisterschaften Tipps: Möglichst immer mit der Strömung schwimmen, aber gut aufpassen auf die Steine, die beim Aufprall die üblen blauen Flecke hervorrufen. Christof Wandratsch, einer der besten deutschen Freiwasserschwimmer seit Jahrzehnten, sagt: „Fünfzig Prozent ist Glücksache.“ Wer die Ideallinie erwischt, der ist schnell – im Inn viel schneller als die schnellsten Beckenschwimmer. Bodyrafting ist eben anders, ganz anders.

Der 48-jährige Franke, der kürzlich als erster die Bodenseelängsquerung gemeistert hat, schlägt sich in seinem Vorlauf und in seinem Zwischenlauf gut – ganz offenkundig ohne größeren Aufwand. Im Vorlauf kommt Wandratsch souverän als erster an. Er erzählt, dass er an den vier Stellen am Ufer, die alle Schwimmer abklatschen müssen um in die Wertung zu kommen, noch genügend Zeit gehabt habe, um kurz aufzustehen und sich zu orientieren, um die schnellste Strömung im Inn zu finden und mitzunehmen.

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