Interview mit AfD-Experte Starbatty „Das wird eine Weltsensation“

Von  

Exklusiv Wenn die etablierten Parteien ihren Europa-Kurs beibehielten, könne es keine Koalition mit ihnen geben, sagt Joachim Starbatty von der Alternative für Deutschland (AfD) im StZ-Interview.

Professor Joachim Starbatty hat sich als einer der wichtigsten Währungsexperten der AfD profiliert – der plakative Straßenwahlkampf ist weniger seine Sache Foto: Achim Zweygarth
Professor Joachim Starbatty hat sich als einer der wichtigsten Währungsexperten der AfD profiliert – der plakative Straßenwahlkampf ist weniger seine SacheFoto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) ist die große Unbekannte im Wahlkampf. Ein Einzug in den Bundestag wäre eine „Weltsensation“, sagt Joachim Starbatty, der als Spitzenkandidat in Berlin antritt.

Herr Starbatty, der AfD-Vorsitzende Lucke glaubt an ein knapp zweistelliges Wahlergebnis. Halten Sie dies trotz der drei Prozent in den Umfragen ernsthaft für möglich?
Die Umfragen haben einen Spielraum von plus minus 2,5 Prozent. Die genannten zehn Prozent kommen vor allem von dem hohen Maß an Zustimmung bei den Wahlkampfauftritten. Wenn ich einen Vortrag vor 360 Leuten halte und man sitzt nachher zusammen, kann so etwas wie Euphorie entstehen. Der Zuspruch für uns ist deutlich stärker geworden. Daher bin ich sicher, dass wir über fünf Prozent kommen.
Ist die AfD koalitionsfähig – mit wem würden Sie am liebsten koalieren?
Vom Personal her sind wir koalitionsfähig – aber wir werden es nicht machen, weil die Parteien nicht bereit sind umzukehren. Wir wollen den Marsch in den Schuldensumpf stoppen, indem man zu den Maastricht-Verträgen zurückkommt. Das bedeutet, dass keine weiteren Gelder in die europäischen Schuldenstaaten fließen. Dann hat die Euro-Zone in der jetzigen Zusammensetzung keinen Bestand mehr. So werden wir konstruktive Opposition machen.
Wie wollen Sie diesen Marsch aus der Opposition heraus stoppen?
Wenn die Alternative für Deutschland im Bundestag sitzt, ist das eine Weltsensation. Dann haben wir eine ganz andere Bühne und werden die Regierung mit unserem Sachverstand stellen.
Würde die AfD Schwarz-Gelb tolerieren?
Nein, wir tolerieren keine Regierung, die sagt: weiter so!
Sie bauen Ihren Wahlkampf auf der Angst auf, dass der Euro zusammenbrechen wird – wie lange trägt diese Politik?
Das Euro-Thema ist das zentrale Thema. Wenn das schief geht, können Sie alle Sozialsysteme bei uns vergessen. Wir klären die Leute auf und sagen ihnen, was Frau Merkel nicht sehen will. Zu behaupten, wir würden ihnen Angst machen, ist eine Unterstellung, die ich zurückweise.
Wollen Sie die D-Mark wieder einführen?
Ich bin da nicht festgelegt. Ich möchte einen stabilen Euro haben. Die Währung ist gut – das Problem ist die Zusammensetzung der Euro-Zone. Da müssen wir ran. Wir brauchen eine konsolidierte Euro-Zone ohne die Schuldenstaaten, die die Auflagen nicht mehr erfüllen können.
Auch Oskar Lafontaine schlägt vor, den EU-Währungsraum aufzulösen und teilweise durch nationale Währungen zu ersetzen – fischt er in den gleichen Gewässern?
Er darf ja nicht mehr fischen. Nur Sahra Wagenknecht lässt sich da ein bisschen beeinflussen. Beide schlagen vor, dass Länder, die aus dem Währungssystem austreten, abwerten können. Das war auch früher immer die Möglichkeit in Wirtschaftskrisen. Heute versuchen wir durch internes Sparen, einen falschen Wechselkurs richtig zu machen. Das funktioniert nicht.
  Artikel teilen
30 Kommentare Kommentar schreiben

Keinen Erfolg mehr: Die politischen Gegner der AfD haben alles versucht, die Partei runterzumachen. Was blieb ihnen denn auch anderes übrig? Gegen die Argumente- und gegen das, was tatsächlich in Europa passiert, kommt man eigentlich nicht an. Da bieten sich dann nur die altgedienten Angst- und Hasspunkte von linken "Weltverbesserern" an: subtiles Nazitum, Populismus, Demagogie und der gute alte Faschismus. Das Ganze mit Beweisen, die, gelinde gesagt, an den Haaren herbeigezogen sind. Das das mit den Zielen der AfD rein gar nichts zu tun hat, kann bei der linkslastigen Presselandschaft in Deutschland ruhigen Gewissens untergraben werden. Den Altparteien kamen diese Diffamierungen gerade recht; wären sie doch in der Lage gewesen einen neuen, unliebsamen Gegner ins falsche Licht zu rücken und ihn somit von der politischen Bühne zu fegen. Falsch gedacht! Eins haben nämlich alle diese lieben Leute vergessen: das Volk besitzt ein ganz eigenes Gespür für die Probleme ihres Landes und sie wollen sich keine Märchen mehr erzählen lassen. Die AfD wird deswegen einen sensationellen Wahlerfolg feiern. Die Menschen wollen wieder mehr Ehrlichkeit und Vernunft in der Politik, und die AfD garantiert schon jetzt dafür.

Klare Politik : Ich stimme im Punkt der Eurokritik mit der abzulehnenden Bankenrettung mit der AFD überein ! Aber offenbar zieht die AFD eine größere Wählergruppe an, die sich aus relativ bildungsfernen Rechtsnationalen und auch nicht viel intelligenterem Stammtischparolen-Publikum zusammensetzt. Und das ist abzulehnen. Ich kann jedem nur empfehlen die FREIEN WÄHLER an 22.Sept. zu wählen . Mfg Gerhard Hammitzsch

22.9.2013: Je mehr die etablierten Parteinen die AfD negieren und diffamieren, desto Stimmen wird es geben. Die grüne Bewegung hat vor 30 Jahren auch klein angefangen.

Gesetze halten: @ Paul, dann sagen sie mir mal, warum sich dann nicht auch an die Regeln gehalten werden kann?? Sie sagen wir könnten nicht austreten?? Aber die Maastricher Verträge können gebrochen werden?? Liegt ein Vertragsbruch vor, komm ich Überall raus. Das Hartz 4 Amt hat härtere Sanktionen als das Eu Parlament......

Unabhängigkeitserklärung: Landauf, landab vollbesetzte Säle bei Veranstaltungen der AfD. Die Rohdaten der Umfragen liegen bei rund 7,5%. Es geht den Systemparteien der sog. Euroretter oder besser Bankenretter mit Steuergeldern jetzt doch nur noch darum, möglichst einen Erdrutschsieg der Alternative zu verhindern. Am Abend des Wahlsonntags werden sich einige verwundert die Augen reiben...

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.