Interview mit Birgit Homburger
"Riesenchance für Stuttgart"
Thomas Maron, Andreas Müller, Barbara Thurner-Fromm,
08.09.2010 13:13 Uhr
Birgit Homburger glaubt, dass die Stimmung sich bis Jahresende drehen wird. Foto: Zweygarth
Die FDP ist im Südwesten zurückgefallen, vielleicht auch wegen ihrer Position zu Stuttgart 21. Ziehen Sie Konsequenzen?
Ich halte Stuttgart 21 nach wie vor für ein zentrales Projekt für die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs. Die Anbindung des Wirtschaftsstandorts an die Schnellbahntrasse Paris-Budapest ist notwendig. Davon profitiert ganz Baden-Württemberg. Wir sprechen von 10.000 zusätzlichen, dauerhaften Arbeitsplätzen. Der Park wird größer, es werden mehr Bäume gepflanzt, als je dort standen. Das Areal über dem Bahnhof kann gestaltet werden, mit vielen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Das ist eine Riesenchance für Stuttgart. Die Befürworter dürfen sich nicht verstecken, sondern müssen ihre Argumente offensiv ins Feld führen.
Ihr Parteifreund Jens Hagen hat sich kritisch geäußert. Bleibt Ihre Partei auf Kurs?
Die FDP Baden-Württemberg hat sich auf mehreren Parteitagen klar für Stuttgart 21 ausgesprochen. Dass es auch bei uns andere Meinungen gibt, ist normal. Die FDP bleibt bei ihrer Haltung.
Haben die Landesregierung und die Stadt Stuttgart Fehler gemacht?
Alle Beteiligten haben Fehler gemacht, vor allem in der Kommunikation. Man hätte viel offensiver mit dem Thema umgehen müssen. Man hat den Gegnern zu lange widerspruchslos das Wort gelassen und sich weggeduckt. Ich glaube, dass das Gesprächsangebot des Ministerpräsidenten ein richtiger Schritt war. Es ist schade, dass es ausgeschlagen wurde.
Über was will man reden, wenn Ihre Position ist: Wir ziehen das durch und Schluss?
Man kann sich auch dann in Gesprächen annähern, wenn die Grundpositionen die gleichen bleiben. Das führt zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und ermöglicht einen respektvollen Umgang. Wenn die Gegner des Projektes aber der Meinung sind, sie hätten durch solche Gespräche die Chance, jetzt noch mal alles zu kippen, dann ist das illusorisch.
Wir werden einen harten Landtagswahlkampf erleben. Haben Sie mit Ulrich Goll eigentlich den richtigen Kandidaten? Er mag Wahlkampf nicht, er pflegt sehr spezielle Hobbys, und er mag nicht mal sagen, ob er noch fünf Jahre in der Politik bleibt...
Natürlich haben wir den richtigen Spitzenkandidaten. Uli Goll ist ein profilierter Landespolitiker, der in seinem Fachgebiet bundesweit hohes Ansehen genießt und inhaltlich vieles durchgesetzt hat, beispielsweise in der Bildungs- und Integrationspolitik. Er brennt auf den Wahlkampf.
Also freuen Sie sich auf den Wahlkampf?
Na klar. Ich weiß, dass die Situation für die FDP zurzeit nicht gerade komfortabel ist. Entscheidend ist, dass der Gegenwind aus Berlin aufhört. Die Streitereien müssen ein Ende haben. Wir werden im Herbst Handlungsfähigkeit beweisen. Wenn wir die Entscheidungen dann gemeinsam vertreten, wird am Ende des Jahres die Stimmung eine andere sein.
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unumkehrbare Unbelehrbarkeit
Die Unbelehrbarkeit von Frau H. und der wirtschaftsliberalen Goll-FDP scheint unumkehrbar. Die "Riesenchance" liegt deshalb aus meiner Sicht darin, diese Partei abzuwählen.
Frau Homburger festgefahren und nachplappernd
Muß meinen Vorredner alle Recht geben, die Frau Homburger als tatsächlich nicht fortschrittlich einstufen, das Interview zeigt auch, daß sie eigenes Denken abgegeben hat. Sie beweist mit ihren Aussagen, daß sie das unreflektiert nachplappert was die Lobby ihr vorgibt. Aber am besten fand ich doch, daß wir uns ab sofort auf Lummerland in der Augsburger Puppenkiste befinden, ohne Verbindung zur Außenwelt, bis endlich "Stuttgart 21" uns erlöst. Auch hier nur der Beweis des Nachplapperns und der Beweis, daß sie sich mit dem Projekt so wenig kritisch beschäftigt hat wie die übrigen Verantwortlichen des Projekts S21. Ich wette, sie wird nicht mal wissen, wie eine Dampflokomotive funktioniert, geschweige denn, für was eine E-Lok den sichtbaren Aufbau auf dem Dach braucht! Ich kann nur hoffen, daß diese Partei endlich zur Bedeutungslosigkeit "runtergewählt" wird, denn so unmenschlich und zynisch geht nicht mal die CDU mit seinem Wahlvolk um (Parteifreund Conz würde für S21 auch noch weiteres Billionen verbraten)! Interessant, daß auch viele mittelständische Unternehmen total unzufrieden mit der FDP sind.
Konkurs-FDP
Auch für Frau Homburger, von der Westerwelle -Comedy-Truppe, wird sich nach der Landtagswahl ein Platz für ein adäquates politisches Endlager finden lassen: Am besten direkt und knapp unter der Fünf-Prozenthürde!