Interview mit Fabian Hambüchen „Ich bin die Nummer eins in Deutschland“

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Exklusiv Jahrelang ist Fabian Hambüchen der beste Turner Deutschlands gewesen. Dann kamen Philipp Boy und vor allem Marcel Nguyen. Der Konkurrenzkampf ist seither größer, aber Hambüchen bleibt wie er immer war: selbstbewusst, forsch, erfolgreich.

Fabian Hambüchen Foto: dpa
Fabian HambüchenFoto: dpa
Stuttgart – - Fabian Hambüchen tritt am Sonntag erstmals seit 2009 wieder beim DTB-Pokal in der Stuttgarter Porsche-Arena an. Der Spitzenturner startet beim Weltcupturnier zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung. „Ich freue mich, jetzt nach längerer Zeit mal wieder in Stuttgart zu sein“, sagt der 26-jährige Hesse.
Herr Hambüchen, klären Sie uns doch bitte mal auf: Was ist ein Dilldöppchen?
Hm, kennen Sie den Ausdruck HB-Männchen?
Ja, wieso?
So müssen Sie sich das vorstellen. Ich bin ja in Hessen groß geworden. Da nennen wir so ein aufgedrehtes Kind ein Hibbelkind.
Sie haben gesagt, Ihr Vater und Trainer Wolfgang sei rumgetanzt wie ein Dilldöppchen, als Sie im Oktober bei den Weltmeisterschaften in Antwerpen Bronze im Mehrkampf gewonnen haben. Ist das ein Ausdruck dafür, dass diese Medaille im Hambüchen-Ranking höher angesiedelt ist als das Silber am Reck, das noch folgen sollte?
Der Mehrkampf ist halt immer etwas Besonders. Am Reck weiß ich, dass da immer eine Chance da ist. Im Mehrkampf hast du aber sechs Geräte – und nach dem ersten Gerät war ich auf dem letzten Platz. Es war höchst spannend, da kamen die Emotionen voll raus. Es war schon lustig zu sehen, wie mein Vater abging wie eine Rakete. Wahnsinn, dass ich vorne mitmischen konnte, obwohl mich keiner auf der Rechnung hatte.
Gold am Reck ging an Ihren niederländischen Rivalen Epke Zonderland, einen Gerätespezialisten, der sich auf Reck und Barren konzentriert und Ihnen schon bei Olympia 2012 in London den Titel weggeschnappt hatte. Müssten Sie sich auch so fokussieren, um ihn wieder bezwingen zu können?
Das glaube ich nicht. Für mich kommt eine Spezialisierung nicht infrage. Da wird das Training zu monoton. Ich glaube auch nicht, dass das etwas bringen würde, wenn ich eine Stunde mehr am Reck trainieren würde. Irgendwo ist vom Umfang her eine Grenze erreicht. Ich will auch im Mehrkampf vorne mitmischen, denn das sind ganz besondere Momente.
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