Interview mit Franz Fürst „Wir ändern nicht, weil es lustig ist“
Marc Schieferecke, 03.02.2012 10:30 Uhr
So soll das neue Quartier auf dem Killesberg aussehen. Foto: Steinert
So soll das neue Quartier auf dem Killesberg aussehen. Foto: Steinert

Stuttgart - Der Österreicher Franz Fürst, sagt er, kennt inzwischen die Schwaben und schätzt ihre Kritik. Die Finanzierung seines „Scenario“ auf dem ehemaligen Messegelände auf dem Killesberg macht ihn trotz Bauverzugs auch nicht nervös. Das neue Stadtquartier hinter dem Hauptbahnhof wäre ein für sein Unternehmen typisches Projekt. Trotzdem hat der Bauentwickler kein Interesse.

Herr Fürst, über Ihre Projekte verrät das Internet vieles, über den Menschen Franz Fürst nichts. Hüten Sie Ihre Daten oder sind Sie öffentlichkeitsscheu?

Ich habe einen großen Bekanntenkreis in vielen Ländern und bewege mich gern in der Öffentlichkeit, aber ich will ja keine Wahl gewinnen und muss nicht preisgeben, wie viele Kinder ich habe oder wie meine Schuhgröße ist. Im Beruf lege ich größten Wert auf Transparenz. Darauf haben unsere Partner und die Menschen Anspruch.

Sie haben Ihr Unternehmen 1980 gegründet. Ist mal ein Projekt gescheitert?

Gott sei Dank nicht. Eine schwarze Null habe ich einmal geschrieben, aber gescheitert ist keines. Darauf bin ich sehr stolz.

Und die schwarze Null war?

In Salzburg, ein sehr hochpreisiges Wohnbauprojekt, wo wir ein tolles Grundstück gekauft, uns für hochwertige Architektur entschieden haben. Dann ist der Markt eingebrochen, auch waren wir mit dem Produkt der Zeit voraus. Das war um die Jahrtausendwende. Die Wohnungen zählen jetzt zu den begehrtesten der Stadt.

Der verspätete Baubeginn des Scenario hat auch Auswirkungen auf die Finanzen. Wie viel teurer wird es?

Wir tragen die Projektentwicklungskosten aus Eigenkapital. Das Grundstück ist gesichert durch Gemeinderatsbeschluss, aber wir mussten noch nicht kaufen und finanzieren. Wir bekommen vielleicht eine Erhöhung bei den Baupreisen, aber in den letzten Jahren haben die sich nicht so sehr nach oben bewegt.

Heißt, kein Betrag, der Sie nervös macht oder dessentwegen Sie bei einem Geldgeber nachfassen müssten?

Na ja. Die allgemeine Situation am Finanzmarkt ist ja bekannt. Wir brauchen natürlich eine Zwischenfinanzierung für das Projekt mit einem Volumen von über 60 Millionen Euro und werden geeignete Finanzierungspartner haben.

Wie finanzieren Sie das Scenario?

Wir beginnen einen Bau erst, wenn Projektsicherheit gegeben ist. Das bedeutet, die Genehmigung zu haben, einen Vorvermarktungsstand von 50 bis 60 Prozent und Sicherheit bei den Kosten. Wir beginnen, wenn alles ausfinanziert ist bis zur letzten Schraube. Nach der Fertigstellung geht das Gebäude in das Eigentum eines Immobilienfonds über oder ins Portfolio eines Versicherers. Wir bleiben aber Betreiber, als Ansprechpartner für alle Nutzer.

Können Sie sagen, wann der Termin des ersten Spatenstichs ist?

Wir sind dabei, die Planungen in einzelnen Punkten zu optimieren. Dann werden wir das Baugesuch einreichen. Danach ist die Stadt am Zug mit der Genehmigung. Wir rechnen damit, dass wir im Sommer, spätestens Herbst mit dem Bau beginnen.

Auf jeden Fall dieses Jahr noch?

Definitiv. Wir fangen dieses Jahr an.

Kommentare (4)
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FEB
05
Reigeschmeckter, 13:37 Uhr

Selten dämlich, "Schwabe"...

@ Schwabe: "Ein Österreicher, oh je ! Wer hat den diese Kontakte angezettelt. Ein Österreicher baut Germania Stuttgart. Mann, Mann, Mann, oh Mann !" ==== In der Sache haben Sie nichts vorzubringen? Dabei gäbe es an dem Bau-Einerlei doch genug zu mäkeln. Stattdessen plumpe Beschimpfung wegen der Herkunft. Ich verrate Ihnen was: Außerhalb des Ländles sind die Schwaben mindestens genauso beliebt wie bei Ihnen augenscheinlich die Österreicher. Die lachen sich im Übrigen gerade über die Schwaben kaputt, die sich für zehn Milliarden Euro einen Schrottbahnhof und 20 Jahre Baustelle haben andrehen lassen.

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FEB
03
HAULKA, 18:56 Uhr

noch nicht bezahlt?

Habe ich recht gelesen? Das Grundstück, auf dem 2009(!) die Modemeile eröffnet werden sollte, ist bis heute noch nicht verkauft und bezahlt sondern nur reserviert? Kein Wunder, dass es Herr Fürst nicht so eilig hat zu bauen! Ist vielleicht besser so. So kann er leichter wieder abspringen, Und er wäre nicht der erste in Stuttgart, der sein Objekt nicht vermietet bekommt. Herr Häussler kann ihm da bestimmt einige Stories erzählen. Nicht jeder hat Parteifreunde, die ihm z.B, ein Regierungspräsidium als Mieter beschaffen. Man muß als Bürger von Stuttgart schon langsam verzweifeln, wie locker der OB Schuster mit Geld und Eigentum der Stadt umgegangen ist und noch umgeht. Mich würde mal interessieren, wieviel Millionen dieser Visionär die Stadt gekostet hat und wieviel Vereinbarungen zu Lasten der Stadt er hinterläßt? Von wegen "wohlbestelltes Haus"! Der nächste OB und Gemeinderat wird da einiges auszulöffeln haben!!!!

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FEB
03
Birgit W., 15:22 Uhr

Durch den Fürsten wirds auf dem Killesberg nicht schöner als vorher!!!

Und wieder wird nur gebaut für die, die viel Geld ausgeben können! Stadtplanung auch hier verfehlt!

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