Interview mit Franz Müntefering "Das Schlimmste im Alter ist Einsamkeit"
Rainer Pörtner, 19.01.2012 07:22 Uhr
vorherige Bild 1 von 2 nächste
Franz Müntefering mahnt zu stärkerer Solidarität - insbesondere mit Pflegebedürftigen. Foto: Michael Steinert
Franz Müntefering mahnt zu stärkerer Solidarität - insbesondere mit Pflegebedürftigen. Foto: Michael Steinert
Weitere Artikel
zum Thema

Berlin - Deutschland wird zur Altenrepublik. Die Menschen leben länger, immer weniger Kinder werden geboren. Müntefering will eine andere Pflegeversicherung, lobt die Rente mit 67 und fordert mehr Engagement der Tarifparteien.

Herr Müntefering, der Sänger Jopi Heesters ist mit 108 Jahren gestorben. Würden Sie auch gerne so alt?

Ich würde gerne gesund alt werden, auf die Jahreszahl kommt es nicht so an. Leben ist schön, und ich bin jeden Tag wieder gerne dabei.

Sie sind jetzt 72. Wie fühlt sich Altwerden für Sie an?

Ich wundere mich im Älterwerden, dass ich so gut drauf bin. Als ich jung war, war das Alter, das ich erreicht habe, fast biblisch. Ich merke, dass die eine oder andere Fähigkeit abnimmt. Wenn ich jogge, bin ich weiß Gott nicht mehr schnell. Die Knochen werden etwas lahmer. Aber der Kopf ist klar.

Früher stellten sich die Menschen die Frage: Wie alt werde ich? Heute lautet sie wohl eher: Wie werde ich alt? Viele haben Angst vor dem Altern.

Wenn wir unser heutiges Leben mit früher vergleichen, dann können wir nur sagen: Gut, dass wir jetzt leben dürfen. Die Fortschritte in der Medizin, beim Arbeiten, beim Essen bescheren uns ein - im Schnitt - besseres und längeres Leben. Die Lebenserwartung lag um 1900 bei 50 Jahren. Jetzt ist sie bei 80 Jahren, und sie wächst weiter, bei meist guter Gesundheit.

Kommentare (9)
Anzeigen
JAN
19
Wolfgang Krauss, 17:47 Uhr

tersbezüge

Hallo, mein Vater sagte mir einmal, dass man sich in den Jugend den Stock schnitzt, an dem man im Alter gehen kann.Und weiter meinte er noch, dass je weniger man auf den Staat angewiesen ist, desto freier ist die Luft die man atmet. Freundliche Grüße Wolfgang Krauss

2
Kommentar bewerten
JAN
19
stern, 17:23 Uhr

pflege und rente

der arbeiter wird da für sorgen das ihr von der spd nicht mehr hoch kommt sie und clements sind gegen de arbeiter gegangen und da mit auch gegen die gewerckschaften schäm dich was

7
Kommentar bewerten
JAN
19
Susanne, 17:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Müntefering

das Schlimmste ist für mich, dass ich mit 47 Jahren einen Rentenanspruch von sage und schreibe 630,- Euro mir erarbeiten konnte, da ich so ganz nebenher noch drei Kinder grossgezogen habe. Nun werde ich zwar noch 20 Jahre arbeiten, allerdings nicht mehr als gut versorgte Angestellte, denn für einen Angestelltenjob bin ich zu alt - da nimmt mich in meiner Branche keiner mehr - sondern als grad noch so lebende Selbständige, welche nicht genug bekommt um noch vorzusorgen, aber immerhin nicht dem Staat auf der Tasche sitzt. So, und nun? Glauben Sie wirklich, dass ich noch ein Leben habe dann im Alter? Und das nach dem, was ich für den Staat getan habe, nämlich drei neue Steuerzahler grossgezogen? Und nun alles unternehme, um dem Staat nicht jetzt schon auf der Tasche zu liegen? Da stelle ich mir mein Alter sicherlich ganz anders vor, als nach 50 Jahren Kindererziehung und Arbeiten mit 630,- Euro in der Tasche ein Hungerdasein zu fristen.

12
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite 1  von  3